Afrika besorgt über Thailands Altreis-Deal

Archivbild: epa/Narong Sangnak
Archivbild: epa/Narong Sangnak

BANGKOK: In Thailand entwickelt sich ein diplomatischer Konflikt um den geplanten Verkauf von 15.000 Tonnen Reis, der aus den Beständen des umstrittenen Reisstützungsprogramms der Regierung von Yingluck Shinawatra stammt. Dieser Reis, der teilweise seit zehn Jahren gelagert wird, soll nun afrikanischen Ländern angeboten werden, was zu Besorgnis unter den dortigen Diplomaten geführt hat.

Der stellvertretende Premierminister und Handelsminister Phumtham Wechayachai erklärte, dass das geplante Versteigerungsverfahren aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Qualität und Sicherheit des Reises, trotz positiver Labortests, kontrovers diskutiert werde. Kritiker befürchten, dass der Reis möglicherweise nicht den internationalen Standards entspricht.

Aufgrund der aufkommenden Bedenken hat das thailändische Außenministerium ein Treffen mit den afrikanischen Botschaftern in Thailand anberaumt, um die Sachlage zu klären und Fragen zu beantworten. Laut Wechayachai wird jedes Reisexportgeschäft sorgfältig geprüft, um die Einhaltung der Standards des Department of Foreign Trade zu gewährleisten.

Die Public Warehouse Organisation (PWO), die für die Lagerung des Reises zuständig ist, plant, die 15.000 Tonnen aus zwei Lagern zu versteigern: 11.656 Tonnen aus dem Kittichai-Lager und 3.356 Tonnen aus dem Lager von Phoonpol Trading. Die Bedingungen für die Auktion sollen kommenden Montag (3. Juni 2024) bekanntgegeben werden, mit einer detaillierten Erklärung für potenzielle Bieter am folgenden Mittwoch (5. Juni 2024). Diese können den Reis vom 31. Mai bis zum 7. Juni 2024 inspizieren und sich am 10. Juni 2024 für die Teilnahme an der Auktion registrieren.

Die Kontroverse um den alten Reis wurde zuerst von der Nachrichtenwebsite www.isranews.org aufgegriffen, die sich auf einen Bericht der kenianischen Zeitung „Nation“ berief. Afrikanische Diplomaten in Bangkok haben demnach ihre Bedenken an das thailändische Außenministerium herangetragen und gefordert, dass die Behörden den Plan, den zehn Jahre alten Reis nach Afrika zu verkaufen, anstatt ihn im eigenen Land zu nutzen, gründlich erklären.

Das Treffen zwischen dem thailändischen Außenministerium und den afrikanischen Diplomaten wird mit Spannung erwartet, da es nicht nur um die Qualität des Reises geht, sondern auch um diplomatische Beziehungen und das Ansehen Thailands auf dem internationalen Markt.

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Hansruedi Bütler 29.05.24 12:33
Doch was spricht dagegen ...
Die Gewinnmarge!
Chris Jomtien 28.05.24 23:50
Bio Kraftstoff statt Rassismus
@Roland Rieser
Das Bier aus dem dutzende mal mutmaßlich mit Insektenvernichter begaste Uralt-Reis dürfte gesundheitsbedenklicher sein als gekochter Reis, da die Temperatur beim Brauprozess niedriger ist. Auch als Tierfutter sollte man ihn nicht mehr verwenden. Doch was spricht dagegen, daraus durch Vergärung Alkohol zu gewinnen und diesen als Kraftstoffzusatz zu nutzen?
Roland Rieser 28.05.24 16:37
Genussmittel
Der Herr Ingo Kerb
hat zu Allem und Jedem tagtäglich seine Meinung, die er auch überall und Jedermann mitteilen möchte, selbst dann wenn er dazu gar keine Fachkenntnisse hat.
Selbstbeweihräucherung wie damals in der Villa Germania.
Warum macht er denn nicht gleich den Vorschlag, dass man den alten Reis in der thailändischen Bierproduktion verarbeitet, dann wäre es ein Genussmittel und die Farangs und Qualitätstouristen würden dafür Geld ausgeben und nicht die armen Afrikaner.
Michael 28.05.24 14:10
War klar, dass da Kritik kommen wird
Allerdings wird ja niemand gezwungen, an der Auktion teilzunehmen.
Ingo Kerp 28.05.24 12:20
Liebe afrikanische Diplomaten, der thail. PM Khun Sretta hat den Reis als Genussmittel als "koestlich" bezeichnet, so sein Urteil. Das duerfte doch wohl ein Qualitaetssiegel von hoechster Stelle sein.