Adidas nach starkem Jahresauftakt etwas optimistischer

Der Vorstandsvorsitzende der Adidas AG, Kasper Rorsted, posiert für Fotos bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Herzogenaurach. Foto: epa/Christian Bruna
Der Vorstandsvorsitzende der Adidas AG, Kasper Rorsted, posiert für Fotos bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Herzogenaurach. Foto: epa/Christian Bruna

HERZOGENAURACH: Für den fränkischen Sportartikelhersteller lief das erste Quartal besser als erwartet, so dass der Optimismus fürs Wachstum im Gesamtjahr steigt. Doch das Bild wird von steigenden Fracht- und Rohstoffkosten getrübt.

Der Sportartikelhersteller Adidas hat zum Jahresauftakt auch dank des chinesischen Marktes ein kräftiges Wachstum verzeichnet. Das Unternehmen trotzte in den ersten drei Monaten Corona-Beschränkungen und Logistikproblemen und zeigte sich für die Entwicklung der Erlöse im laufenden Jahr optimistischer. «Wir sind nun noch zuversichtlicher, dass wir eine starke Erholung unserer Umsatzentwicklung sehen werden, auch wenn das Umfeld noch nicht wieder auf normalem Niveau ist», erklärte Konzernchef Kasper Rorsted. Die Gewinnprognose wurde wegen steigender Fracht- und Rohstoffkosten nur bestätigt.

Adidas übertraf im ersten Quartal die Erwartungen von Experten deutlich. So stiegen die Erlöse um 20 Prozent auf knapp 5,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Freitag in Herzogenaurach mitteilte. Währungsbereinigt betrug das Plus 27 Prozent. Die Lockdowns in Europa und branchenweite Lieferprobleme hätten das währungsbereinigte Umsatzwachstum belastet, hieß es. Dabei verzeichnete das direkte Geschäft mit den Endkunden weitere Zuwächse, die Erlöse daraus stiegen um 31 Prozent und machten mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes aus. Angetrieben wurde die Entwicklung vom Online-Handel, dessen Umsätze um 43 Prozent zulegten.

Der Konzern profitierte von der starken Entwicklung in China. Aber auch in anderen Regionen lief es besser. Das Betriebsergebnis stieg von 48 Millionen Euro im Vorjahr auf 704 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben im fortgeführten Geschäft 502 Millionen Euro hängen.

In den Zahlen ist die zum Verkauf stehende US-Tochter Reebok nicht mehr enthalten. Adidas sei mitten im Verkaufsprozess und spreche mit vielen Interessenten, sagte Finanzvorstand Harm Ohlmeyer. Die Interessenten seien nicht auf die Branche beschränkt. Einen Abschluss strebt das Management bis Jahresende an.

Der Konzern erwartet nach dem starken Jahresauftakt einen währungsbereinigten Umsatzanstieg im hohen Zehner-Prozentbereich und peilt damit das obere Ende seiner bisherigen Prognose an. Für das zweite Quartal sieht Adidas eine deutliche Beschleunigung des Wachstums und erwartet einen währungsbereinigten Umsatzanstieg um etwa 50 Prozent.

Einer der Wachstumstreiber werde weiter China sein, sagte Rorsted. Er räumte zwar ein, dass es im April zu einer «Abschwächung der Erholung» in der Region gekommen sei, erwartet jedoch ein starkes Wachstum für das laufende Jahr. Zuletzt war es in sozialen Medien in China zu Boykottaufrufen gegen westliche Marken aufgrund von Menschenrechtskritik gekommen - auch gegen Adidas oder die Rivalen Puma und Nike. Puma-Chef Björn Gulden hatte gesagt, dass die Beziehungen mit China das Geschäft ab März belastet hätten.

Die Ergebnisprognose bekräftigte Adidas. So belasteten Probleme wie höhere Frachtkosten und eine angespannte Lage bei den Frachtkapazitäten. Hinzu kämen höhere Rohstoffpreise. Unter dem Strich kalkuliert das Management im fortgeführten Geschäft weiter mit einem Anstieg auf 1,25 bis 1,45 Milliarden Euro.

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