Abschuss von Passagierflug MH17 über Ostukraine

Urteil im November

Angehörige der Opfer des Absturzes von Flug MH17 der Malaysia Airlines protestieren still vor der russischen Botschaft in Den Haag. Foto: epa/Robin Van Lonkhuijsen
Angehörige der Opfer des Absturzes von Flug MH17 der Malaysia Airlines protestieren still vor der russischen Botschaft in Den Haag. Foto: epa/Robin Van Lonkhuijsen

DEN HAAG: Mehr als acht Jahre nach dem Abschuss des Passagierfluges MH17 mit 298 Toten über der Ostukraine soll am 17. November das Urteil gegen die vier mutmaßlichen Hauptverantwortlichen verkünden. Das teilte das zuständige niederländische Strafgericht am Montag in Den Haag mit.

Vier damals hochrangige prorussische Separatisten sind der Anklage zufolge verantwortlich, dass die Maschine der Malaysia Airlines am 17. Juli 2014 auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mit einer russischen Luftabwehrrakete vom Typ Buk abgeschossen wurde.

Alle 298 Menschen an Bord wurden getötet, die meisten von ihnen waren Niederländer. Daher findet der Prozess auch in diesem Land statt. Der Prozess hatte im März 2020 begonnen. Er wurde in Abwesenheit der Angeklagten geführt.

Die Anklage hat lebenslange Haft gefordert. Die Angeklagten befinden sich vermutlich in Russland, das eine Auslieferung ablehnt. Moskau hat jegliche Mitverantwortung zurückgewiesen und die Ukraine beschuldigt.

Jahrelang sammelte ein internationales Expertenteam Beweise, darunter Fotos, Satelliten-Aufnahmen, abgehörte Telefongespräche und Funkverkehr. Auf dieser Grundlage wurden drei Russen und ein Ukrainer angeklagt. Sie sollen der Anklage zufolge für die Beschaffung, den Transport und den Einsatz der Luftabwehrrakete verantwortlich sein.

Einzig Oleg Pulatov, damals stellvertretender Geheimdienst-Chef der Separatisten, hatte sich vor Gericht vertreten lassen. Er wies in einer Videobotschaft vor Gericht jegliche Schuld zurück. Die Verteidigung kritisierte die Anklage als einseitig und erklärte, dass die Beweise für den Einsatz der Buk-Rakete und die Schuld ihres Mandanten nicht ausreichten.

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Peter Joe 17.08.22 09:40
Es ist ein Zeichen dafuer, dass sie keine Argumente mehr haben.
Detlev Neufert 17.08.22 01:50
Sehr geehrter Herr Pattayafreak, bei Ihrer Argumentation braucht es dann kein Gericht mehr, sondern nur noch einen Unternehmensberater, der - phi mal Daumen - den Kosten-Nutzen Faktor berechnet?
Detlev Neufert 17.08.22 01:40
Herr Pattayafreak, mit diesem Argument braucht es dann kein Gericht mehr, sondern nur noch einen Unternehmensberater, der - phi mal Daumen - das Kosten - Nutzen Verhältnis berechnet?
Wolf Pattayafreak 16.08.22 22:30
Was für ein Aufwand für Nichts!
Über 8 Jahre sind mit dem grausamen Mord jetzt schon wer weiß wie viel Ermittler und Juristen beschäftigt und Ergebnis = Null, nix. Sicher da werden pro Forma ein par Leute verurteilt(in Abwesenheit)wo jetzt schon klar ist daß diese Leute niemals ihre Strafe verbüßen werden weil Russland sie nicht ausliefert. Der Gerechtigkeit ist genüge getan, aber Ausgang "Wie das Hornberger Schießen". Ob es da nicht andere Wege(weniger offizielle)gegeben hätte die ein befridigenderes Ergebnis erzielt hätte und vielleicht am Ende sogar billiger gewesen wäre? Diese Institutionen und Leute dafür gibt es ja nun mal, was unbhestritten ist, also? Ist nur meine unmaßgebliche Meinung! Unsere Gerichte haben ja sonst auch nichts zu Tun, als jahrelang solche Phantomverhandlungen durch zu ziehen.