Abbas: Täter zur Rechenschaft ziehen

Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas. Foto: epa/Atef Safadi
Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas. Foto: epa/Atef Safadi

BETLEHEM: Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat nach dem Tod der Journalistin Schirin Abu Akle Konsequenzen für die Täter gefordert. «Es müssen diejenigen zur Rechenschaft gezogen werden, die sie getötet haben», sagte Abbas nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden am Freitag in Bethlehem.

Die Reporterin des arabischen Fernsehsenders Al-Dschasira war im Mai bei einem Feuergefecht zwischen israelischen Sicherheitskräften und militanten Palästinensern während einer Razzia in Dschenin im nördlichen Westjordanland ums Leben gekommen. Die Palästinenserführung macht Israel verantwortlich. Eine Untersuchung in den USA kam zum Ergebnis, dass die tödliche Kugel zwar vom israelischen Militär abgefeuert, Abu Akle jedoch nicht gezielt beschossen worden sei. Die Palästinenser sehen das anders.

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz von Abbas und Biden stand im Publikum auch ein leerer Stuhl mit einem Bild der Journalistin, die die US-amerikanische Staatsbürgerschaft hatte. Mehrere palästinensische Journalisten, die den Besuch begleiteten, trugen T-Shirts mit einem Foto der Reporterin.

«Ihr Tod ist ein enormer Verlust für die wichtige Arbeit, der Welt die Geschichte des palästinensischen Volkes mitzuteilen», sagte Biden. «Die Vereinigten Staaten werden weiterhin auf eine vollständige und transparente Aufklärung ihres Todes bestehen und weiterhin für die Freiheit der Medien überall der Welt eintreten.»

Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter sagte vor dem Treffen, US-Außenminister Antony Blinken habe mit der Familie der Frau gesprochen und die Angehörigen nach Washington eingeladen. Man habe die Israelis ermutigt, den Untersuchungsbericht so bald wie möglich zu veröffentlichen.

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