72. Filmfestival Locarno mit starker deutscher Beteiligung

Archivbild: epa/Alexandra Wey
Archivbild: epa/Alexandra Wey

BERN/LOCARNO (dpa) - Das deutsche Kino ist in Locarno stark vertreten. Das Filmfestival am Lago Maggiore setzt vor allem auf Gesellschaftskritik.

Der deutsche Spielfilm «Das freiwillige Jahr» wird im Wettbewerb des 72. Internationalen Filmfestivals von Locarno seine Weltpremiere feiern. Der von Ulrich Köhler («Schlafkrankheit») und Henner Winckler («Lucy») inszenierte Spielfilm schildert ein Vater-Tochter-Drama im Spannungsfeld gegenwärtiger sozialer Entwicklungen. «Das freiwillige Jahr» bewirbt sich neben 16 anderen Filmen aus aller Welt um den Hauptpreis, den Goldenen Leoparden, des Festivals vom 7. bis 17. August in Locarno.

Um den begehrten Publikumspreis für einen Film in der Reihe der Freiluftaufführungen für etwa 8.000 Zuschauer auf der malerischen Piazza Grande des Ortes am Schweizer Ufer des Lago Maggiore bewirbt sich Regisseur Patrick Vollrath. Bekannt wurde er 2015 mit dem Gewinn eines Studenten-Oscars für seinen Kurzfilm «Alles wird gut». Vollrath stellt mit seinem Spielfilmdebüt «7.500» einen Action-Thriller vor.

In der dem Nachwuchs vorbehaltenen Sektion «Cineasti del presente» («Filmemacher der Gegenwart») zeigt das deutsche Regie-Duo Elsa Kremser und Levin Peter «Space Dogs». Die Dokumentation folgt mit Blick auf das Heute den Spuren von Laika, der von den Sowjets 1957 als erstes Lebewesen von der Erde in den Weltraum geschickten Hündin.

In seiner 72. Ausgabe zeigt das Filmfestival Locarno in verschiedenen Reihen und Sektionen mehr als 200 Filme. Nachdem der bisherige künstlerischer Leiter des Festivals, Carlo Chatrian, im Vorjahr in dieser Funktion in die Leitung der Berlinale berufen wurde, wird das Festival in Locarno erstmals von der Französin Lili Hinstin, von 2013 bis 2018 Leiterin des internationalen Filmfestivals «Entrevues Belfort», geführt.

Bei der Präsentation des Programms am Mittwoch in Bern betonte Lili Hinstin ihr Vorhaben zur Erneuerung des neben Berlin, Cannes und Venedig wichtigsten Filmfestivals der Welt. Dies zeigt sich besonders in der Hinwendung zu neuen Formen, wie etwa Virtual Reality. Inhaltlich setzt sie vor allem auf Gesellschaftskritik. Dazu betonte Lili Hinstin: «Das Kino soll uns helfen, unsere Wohlfühlzonen zu verlassen und uns den drängenden und verunsichernden Fragen der Gegenwart zu stellen.»

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