Peking weist Menschenrechtskritik zurück

​500 Tage vor Winterspielen

2022 IOC-Treffen der Olympischen und Paralympischen Winterspiele in Peking. Foto: epa/Kenzaburo Fukuhara/pool
2022 IOC-Treffen der Olympischen und Paralympischen Winterspiele in Peking. Foto: epa/Kenzaburo Fukuhara/pool

PEKING: Genau 500 Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking hat die chinesische Regierung internationale Kritik an der Menschenrechtslage in China zurückgewiesen. Einzelne Organisationen verknüpften «sogenannte Menschenrechtsfragen» mit den Spielen 2022 in der chinesischen Hauptstadt und versuchten, «China unter Druck zu setzen», sagte Außenamtssprecher Wang Wenbin am Dienstag vor der Presse in Peking. «Es ist falsch, den Sport zu politisieren.»

Vorausgegangen waren Aufrufe von Menschenrechtsorganisationen an das Internationale Olympische Komitee (IOC), die Vergabe der Winterspiele 2022 an Peking rückgängig zu machen. Eine Koalition von mehr als 160 Gruppen unterzeichneten einen offenen Brief an IOC-Chef Thomas Bach, «den Fehler zu korrigieren». Schon die Sommerspiele 2008 in Peking hätten nicht zu einer Verbesserung der Menschenrechte oder zu einer Liberalisierung in China geführt, sondern zu einer Verhärtung, zu mehr Nationalismus und aggressivem Verhalten.

Die Gruppen verwiesen auf die Verfolgung der muslimischen Minderheit der Uiguren, die Überwachung in Tibet, die politische Gleichschaltung Hongkongs, die Einschüchterung des freiheitlichen Taiwans sowie die Festnahme von Anwälten, Aktivisten und anderen, die als Bedrohung der Kommunistischen Partei angesehen würden.

Das IOC reagiere nicht auf Beweise, die zeigten, dass die kommenden Spiele wie 2008 keinerlei positiven Einfluss auf Chinas Einhaltung der Menschenrechte haben und «sogar eher noch zu mehr Unterdrückung beitragen könnten», hieß es in dem Brief. Auch sollte das IOC erkennen, dass der olympische Geist und das Ansehen der Spiele weiteren Schaden nähmen, wenn die sich verschlimmernde Menschenrechtskrise in China «einfach ignoriert wird».

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