«Tatort» mit Geheimtür

​Der Teufel in der Wand am 29. Mai

Den Ermittlerinnen Linda Selb (Luise Wolfram, l) und Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) wird schnell klar, dass Susanne Kramers Tod nicht das einzige Unglück bleiben wird, in dieser Szene des
Den Ermittlerinnen Linda Selb (Luise Wolfram, l) und Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) wird schnell klar, dass Susanne Kramers Tod nicht das einzige Unglück bleiben wird, in dieser Szene des "Tatort: Li... Foto: Claudia Konerding/Radio Bremen/dpa

BREMEN: Geheime Türen, versteckte Bodenklappen und abgetrennte Räume geben dem neuen Bremer «Tatort» immer wieder unerwartete Wendungen. Die beiden Kommissarinnen Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) und Linda Selb (Luise Wolfram) arbeiten in ihrem neuen Fall gegen die Zeit. Ein Film mit Fantasy-Elementen und Anleihen beim Horror- und Psychothriller-Genre. Der Schauspieler Aljoscha Stadelmann spielt mit voller Wucht und Überzeugung einen skurrilen Nachbarn. «Tatort: Liebeswut» ist am Sonntag (29.5.) um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen.

Der Reihe nach. Die Polizei findet nach einem Wohnungsbrand hinter einer hermetisch abgeriegelten Tür die Leiche einer Frau. Sie liegt in ihrem roten Hochzeitskleid mit einem Kopfschuss im Bett. Suizid? An der Wand stehen seltsame Sätze wie «Der Teufel spricht zu ihnen durch die Wände. Er will sie holen. Ich kann nix mehr tun.» Die beiden kleinen Töchter der Frau sind spurlos verschwunden und werden vermisst. Vor allem die Kinder müssen die Ermittlerinnen im Wettlauf mit der Uhr retten.

Der Untermieter Gernot Schaballa (Aljoscha Stadelmann) gerät in Verdacht, als Moormann in der teils ausgebrannten Wohnung eine Bodenklappe unter dem Teppich entdeckt, die sich direkt über seinem Wohnzimmer öffnet. Der vollbärtige, übergewichtige Schaballa in seinem viel zu engen und fleckenübersäten Feinripp-Unterhemd ruft ungute Erinnerungen bei Moormann wach. Dann schreibt er noch einen Entführerbrief und wird ertappt. Vieles weist auf ihn als Entführer hin.

Und dann sind da die Eltern der Toten. Vor allem der Vater hielt wenig von der Tochter. Die hackte sich einen Teil des Ringfingers ab, weil sie früher in der Schule mit Mathe nicht zurechtkam, und später gleich noch ein Stück, als sie von ihrem Mann verlassen wird. Auch ihr Ex ist verdächtig. Und schließlich gibt es noch einen pädophilen Hausmeister an der Schule. Alle hätten irgendwie Motive, die Kinder zu entführen.

Der neue Bremer «Tatort» kommt ohne klassischen Mord aus, natürlich nicht ohne Tote. Die stoisch und kühl-berechnende Kommissarin Selb und die burschikose Moormann, die ihre männlichen Kollegen schon mal anraunzt, rücken in ihrem dritten «Tatort» stärker als Team zusammen. Viele Dialoge klappen. Selb versucht es sogar mal mit Mitgefühl, was aber nur bedingt klappt. «Ich übe noch», erklärt sie sich.

Aus dem Bremer Trio ist im «Tatort: Liebeswut» (Drehbuch: Martina Mouchot/Regie: Anne Zohra Berrached) ein Ermittlerinnen-Duo geworden. «Wo ist Mads?», fragt Moormann gleich am Anfang, bevor noch die erste Leiche gefunden wurde. «Im Zug nach Kopenhagen», antwortet ihr Selb. Aber Radio Bremen versichert: Im nächsten «Tatort» gibt es ein Wiedersehen mit Kommissar Mads Andersen (Dar Salim).

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