25 Jahre …und kein bisschen müde!

DER FARANG – Ein Vierteljahrhundert alt und so jung wie nie zuvor

25 Jahre DER FARANG.
25 Jahre DER FARANG.

PATTAYA: Als DER FARANG im Jahr 1993 mit nur 16 Seiten an den Start ging, konnte wohl kaum einer erahnen, dass sich das anfängliche Blatt ein Vierteljahrhundert später zum größten deutschsprachigen Magazin Thailands entwickeln würde. Von einer ausschließlich für Pattayaner bestimmten Zeitung wuchs eine thailandweite Informationsquelle heran, die mit spannenden Reportagen, interessanten Nachrichten, praktischen Reisenews, unterhaltsamen Kolumnen und vielem mehr die Herzen der Urlauber und Residenten im Sturm eroberte.

So sah sie aus, die allererste FARANG-Ausgabe vom Dezember 1993, die noch in Handarbeit produziert wurde.
So sah sie aus, die allererste FARANG-Ausgabe vom Dezember 1993, die noch in Handarbeit produziert wurde.

Bewaffnet mit Schreibmaschine, Schere, Kleber und Papier produzierte Stefan Matter vor 25 Jahren die Erstausgabe DER FARANG Nr. 1/1993 mit der Titelzeile „Wie wär’s mal mit `ner Weihnachtsfrau?“. Mit Packtasche und Mofa lieferte der Schweizer die Zeitung anfangs noch persönlich aus und leistete wahre Pionierarbeit. Ein Vierteljahrhundert später hat sich viel geändert. Nach der Übernahme im Jahr 2006 durch seinen Landsmann Martin Rüegsegger, wurde nicht nur das Konzept erweitert – weg von einer reinen Pattaya-Zeitung, hin zu einem thailandweiten Magazin – auch das heutige Redaktionsteam ist in den Jahren gewachsen. Und dass Satzsetzung, Anzeigengestaltung und Design nicht mehr in mühevoller Handarbeit umgesetzt werden, sondern mit moderner Computertechnik, versteht sich natürlich von selbst.

Kritische Schreiberei nicht ungefährlich

Können Sie sich noch erinnern? „Jetzt über 30.000 Hotelbetten in Pattaya“ lautete eine der Schlagzeilen im Dezember 1993, als DER FARANG das Licht der Welt erblickte. Analog zur Zahl der Hotelzimmer, heutzutage zählt die Touristenmetropole knapp über 80.000, hat sich in den vergangenen 25 Jahren auch DER FARANG weiterentwickelt und kann mit Stolz von sich behaupten, das größte und populärste deutschsprachige Magazin von Urlaubern und Residenten in Thailand zu sein. Bis dahin war es ein weiter und nicht selten auch steiniger Weg.

Das Verlegerehepaar Bussaba Rüegsegger-Panthumjinda (l. ) und Martin Rüegsegger (r. ) auf dem Thai Food & Culture Festival in Bülach. Der Kontakt mit ihrer Leserschaft liegt ihnen am Herzen.
Das Verlegerehepaar Bussaba Rüegsegger-Panthumjinda (l. ) und Martin Rüegsegger (r. ) auf dem Thai Food & Culture Festival in Bülach. Der Kontakt mit ihrer Leserschaft liegt ihnen am Herzen.

„Als Greenhorn aus einer ‚heilen Welt‘ kommend, hatte ich die Dinge so niedergeschrieben, wie sie sich mir darboten. Ob das unfähige Polizisten bei Aufklärungsversuchen von multiplen Einbrüchen in meinem Haus waren, lederne Schnitzel in einem populären deutschen Lokal oder korrupte Praktiken bei den Behörden. Das war sträflich naiv und hat mir auch bald großen Ärger bereitet, Gerichtsverhandlungen sowie massive Drohungen und Verfolgungen auf offener Straße“, blickt Matter auf die Gründerjahre zurück.

Auch Rüegsegger musste natürlich Lehrgeld zahlen. „Von Beginn an wurde ich als neuer Chef von den übernommenen Mitarbeitern betrogen, sie unterschlugen Geld. Das hat mich wahnsinnig getroffen und zählt zu den negativsten Erlebnissen“, erzählt der heutige FARANG-Geschäftsführer über den fast entmutigenden Start im Zeitungsbusiness in Pattaya. Meditation war es, die ihm über die anfänglichen Schwierigkeiten hinweghalf, auch, um ein Verständnis für die Thais zu entwickeln.

Thailand-Magazin für alle Leserschichten

Statt den Kopf in den Sand zu stecken begann der diplomierte Einzelhandelskaufmann und stellvertretende Leiter der Informatik einer tamedia-Tochterfirma alles ordentlich umzukrempeln: „DER FARANG war ursprünglich schon eine Zeitung für Männer, mit Berichten über Bars und Clubs. Wir verstehen uns aber als ein Magazin für alle Leserschichten, sowohl Frauen als auch Männer, Paare und Familien, in ganz Thailand“, betont Rüegsegger und fügt hinzu: „Wichtige Impulse kamen natürlich auch von meiner Frau, Bussaba Rüegs-egger-Panthumjinda, die als Herausgeberin die Verantwortung trägt.“ Sein Konzept sei aufgegangen, sagt er. Er habe die Auflage der Druckausgabe verdoppelt, die alle 14 Tage erscheint und monatlich von bis zu 25.000 Leuten gelesen wird. Die Leser/innen des FARANG seien „ab 40 aufwärts“.

Immer nah am Geschehen:  Redaktionsleiter Björn Jahner.
Immer nah am Geschehen: Redaktionsleiter Björn Jahner.

Mit Redaktionsleiter Björn Jahner, der seit Anfang 2012 für die inhaltliche Ausrichtung des Magazins verantwortlich zeichnet, fand er einen verlässlichen Partner an der Seite, um die Lektüre Schritt für Schritt thailandweit auszubauen. „Natürlich sind wir nicht immer einer Meinung. Während ich als Geschäftsmann die finanziellen Aspekte stets im Auge behalte, verfolgt Herr Jahner natürlich seinen künstlerischen Anspruch, da sind Reibereien vorprogrammiert. Doch wir haben gelernt uns in der Mitte zu treffen, was fester Bestandteil unseres Erfolges ist“, erklärt Rüegsegger.

Zeitungsmachen als Drahtseilakt

Rüegsegger und Jahner tauschen sich über den Fortschritt der Zeitungsproduktion in der FARANG-Redaktion aus.
Rüegsegger und Jahner tauschen sich über den Fortschritt der Zeitungsproduktion in der FARANG-Redaktion aus.

Wie bei anderen Geschäften auch, müssen sich die Zeitungsmacher immer wieder anhören, wie man die Sache doch besser machen könnte. „Die Anzeigenkunden wollen keine Kritik an den Zuständen, da dies Urlauber vergraulen könnte, frus­trierte Leser wiederum fordern energisch das Anprangern all der wahren und vermeintlichen Missstände und werfen einem überdies noch Schönschreiberei vor, wenn man das nicht nach ihren Wünschen tut“, seufzt Jahner. „Eine Zeitung in einem Touristengebiet zu produzieren, gleicht manchmal einem Drahtseilakt“, verdeutlicht Rüegsegger. „Während wir in der Druckausgabe bewusst den Fokus auf Reisethemen, Ausflugstipps sowie Land und Leute setzen, präsentieren wir unserer Leserschaft im FARANG-Newsportal die ganze Bandbreite des täglichen Nachrichtengeschehens in Thailand; inklusive Sex und Crime“, erläutert Jahner das zweigeteilte redaktionelle Konzept. So schlägt das Herz des 37-jährigen Deutschen, der Thailand bereits als 20-Jähriger mit dem Rucksack kreuz und quer bereiste, auch heute noch für Reisereportagen. Daran hat auch sein Wohn- und Arbeitsumfeld in „Sin City“, als die er Pattaya gerne bezeichnet, nichts geändert: „Als Journalist könnte ich mir natürlich kaum eine spannendere Stadt vorstellen. Doch bin ich auch immer wieder froh, wenn ich mal wieder für einige Tage auf Recherchereise gehen und der Leserschaft von meinen Erlebnissen aus den verschiedensten Landesteilen berichten kann.“

Viele Schreiber sorgen für Abwechslung

​Der Reiselust seines Redaktionsleiters und Chefredakteurs kann Rüegsegger nur beipflichten, zählt die thailandweite Berichterstattung doch zu den Erfolgszutaten seines Magazins: „Als meine Frau und ich den FARANG vor 12,5 Jahren übernommen hatten, rechnete wohl kaum einer damit, dass wir unser erworbenes Gratis-Blättchen schon wenige Jahre später mit großem Erfolg landesweit in den touristischen Zentren Thailands in den Buchhandel bringen würden.“ Jahner, der die Lorbeeren nicht alleine ernten möchte, verweist auf die gute Zusammenarbeit mit seinen freischaffenden Korrespondenten: „Es erfüllt mich mit Stolz mit namhaften und talentierten Schreibern zusammenarbeiten zu dürfen wie beispielsweise Reisejournalist und Südostasienkenner Volker Klinkmüller, der als Autor der bekannten Stefan Loose-Reiseführer gleichzeitig auch in vielerlei Hinsicht mein Lehrmeister ist; Globetrotter Michael Lenz; Sam Gruber, Profi des investigativen Journalismus; Nachrichten- und Sportexperte Kabu, Kultur- und Geschichtskenner Lothar W. Brenne-Wegener und talentierten Bloggerinnen wie Konstanze Moos oder Wally Sanders. Und nicht zu vergessen: unsere Kolumnisten wie Ex-FARANG-Chefredakteur Hans Fritschi, Khun Ten und nicht zuletzt Carl-Friedrich Krüger (C. F.), der als Mitbegründer des „Mainzer Forum-Theaters – unterhaus erst vor wenigen Tagen von Kulturminister Konrad Wolf das Bundesverdienstkreuz für die maßgebliche Mitgestaltung und Bereicherung des kulturellen Lebens in Deutschland erhalten hat.“

Mit dem Newsportal ins digitale Zeitalter

Ob Anzeigenberatung oder Fragen zum Abo: Die Frontoffice-Mitarbeiter/innen haben immer ein offenes Ohr.
Ob Anzeigenberatung oder Fragen zum Abo: Die Frontoffice-Mitarbeiter/innen haben immer ein offenes Ohr.

Den Durchbruch mag Rüegs­egger ganz klar auf das Jahr 2013 datieren, als mit dem FARANG-Newsportal die zuvor etwas angestaubte Wordpress-Webseite ersetzt wurde und DER FARANG den Schritt ins neue digitale Zeitalter wagte. „Innerhalb von fünf Jahren ist es uns gelungen, unsere ‚page views‘ von anfänglich 300.000 auf 2,5 Millionen pro Monat zu erhöhen, was für so eine kleine Zeitung wirklich enorm ist“, berichtet er mit unverhohlenem Stolz. So erwies es sich nicht nur als kluger Schachzug, die Berichterstattung durch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und European Press Photo Agency (epa) mit Nachrichten aus den deutschsprachigen Ländern und der ganzen Welt zu erweitern, sondern auch als Antwort auf das Problem, dass langjährige Abonnenten sterben und nicht im gleichen Maße neue geworben werden. Über 2.500 Online-Abos, mehr als 7.000 Abonennten des täglichen sowie kostenlosen Newsletters und die spürbare Verjüngung der Online-Leserschaft durch Facebook-Freunde und Twitter-Anhänger beweisen, dass DER FARANG auch nach 25 Jahren Thailand-Berichterstattung nicht an Beliebtheit eingebüßt hat, sondern populärer ist als je zuvor.

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