24 Tote in Boot aus Afrika vor Kanaren

Rettung von drei Immigranten auf einem kleinen Boot vor der Küste der Kanarischen Inseln. Foto: epa/Spanish Air Force Handout
Rettung von drei Immigranten auf einem kleinen Boot vor der Küste der Kanarischen Inseln. Foto: epa/Spanish Air Force Handout

LAS PALMAS: In einem kleinen Boot fast 500 Kilometer vor den zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln im Atlantik sind insgesamt 24 Tote Migranten aus Afrika gefunden worden. Das berichtete der TV-Sender Canarias7 am Donnerstag unter Berufung auf die Regionalregierung. Das offenbar völlig vom Kurs abgekommene Boot war demnach am Montag rein zufällig von einem Flugzeug der Luftwaffe während eines Trainingsflugs gesichtet worden.

Zunächst war von 17 Toten berichtet worden. Die genaue Zahl der Opfer konnte aber erst festgestellt worden, nachdem das Boot in den Hafen von Los Cristianos auf Teneriffa geschleppt worden war. Nur drei Menschen, eine Frau und zwei Männer, hatten am Montag per Hubschrauber gerettet werden können. Alle anderen Menschen auf dem Boot waren da schon gestorben. Die Überlebenden berichteten, sie seien 22 Tage auf dem Meer herumgeirrt.

Die Menschen stammten alle aus Ländern südlich der Sahara. Es ist die schlimmste Flüchtlingskatastrophe seit langem vor den Kanaren. Im vergangenen August war ein Boot mit 15 Toten 200 Kilometer südlich der Inselgruppe entdeckt worden.

Die Zahl der Menschen, die die lebensgefährliche Überfahrt von Afrika über den Atlantik in Richtung der Inselgruppe wagen, war im vergangenen Jahr stark gestiegen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR wurden mehr als 22.000 Migranten gezählt. Auch in diesem Jahr setzte sich der Trend fort. Nach UN-Angaben wurden seit Jahresbeginn bisher mehr als 4300 Menschen aus Afrika gezählt. Über die Zahl der Toten auf See gibt es kaum verlässliche Angaben.

Die Kanaren liegen im Atlantik nur etwa 100 Kilometer westlich der Küste Westafrikas. Allerdings ist der offene Atlantik für die kleinen und meist nur mit Außenbordmotoren angetriebenen Boote sehr gefährlich. Wer die Inseln verfehlt oder sich verirrt, hat nur geringe Überlebenschancen.

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