16 Mal ertappt, aber bisher kein Bußgeld bezahlt

Verkehr in Bangkok. Foto: epa/Diego Azubel
Verkehr in Bangkok. Foto: epa/Diego Azubel

BANGKOK: Ein Autofahrer wurde beim verkehrswidrigen Spurwechsel 16 Mal ertappt, hat aber bis heute kein Bußgeld bezahlt.

Laut Oberst Kitti Ariyanont hatte der Mann mit seinem schwarzen Chevrolet 16 Mal an demselben Ort und zur gleichen Zeit die Fahrspur gewechselt. Automatische Kameras hatten das Fahrzeug jedes Mal festgehalten. Sollte er auf dem Straßenverkehrsamt seinen Führerschein verlängern oder seine Kfz-Steuer bezahlen wollen, wird er so lange warten müssen, bis er die Bußgelder bezahlt hat. Die Kameras an zahlreichen belebten Hauptverkehrsstraßen der Stadt sind seit zwei Monaten im Einsatz. In dieser Zeit hielten die Überwachungskameras 1.301.604 Spurwechsler fest. Nach dem Studium der Videobeweise wurden aber nur für 70.000 Bußgelder ausgestellt..

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Leserkommentare

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Hansruedi Bütler 15.07.18 11:55
Minus der Bussgeldbescheide
Leider ist das so. Nur würde ich es nicht als Elend beschreiben; sondern als Beispiel der fantastisch-oberflächlichen, staatlichen Organisation, ansehen. Das "mai pen rai" kennt keine wirklichen Grenzen. Was aber im Kehrwert heißt, dass die Politik viel zu viel Geld hat und es so recht "versauen" kann. Anscheinend kann man auf die paar "läppischen" Baht verzichten. Der wahre Hintergrund dürfte aber der damit verbundene Arbeitsaufwand und die bestens organisierte Desorganisation sein. Man möge bitte zu Kenntnis nehmen, dass mehrere Milliarden Baht von korrupten Politikern abgezweigt wurden und es zum Teil mehr als 10 Jahre gedauert hat, bis es bemerkt wurde. Was habe ich daraus gelernt: Das Wegschauen gehört in TH zu einem der bestorganisierten Räderwerke.
Akim 15.07.18 11:54
Man sollte
nicht gleich den Ermittlern Versäumnisse unterstellen und vermeintlich entgangene Einnahmen dagegenrechnen. In dem Artikel ist der Grund nicht beschrieben, warum nicht alle Spurwechsler geahndet wurden. Evtl. waren ja nicht alle verkehrswidrig? Oder es könnte auch durchaus sein, dass die Halter einfach (noch) nicht ermittelbar sind, sei es weil in der aufgezeichneten Verkehrssituation z.b. das Kennzeichen nicht erkennbar war oder es sich evtl. zum Großteil um Zweiräder handelte, die ja das Kennzeichen nur am Fahrzeugheck angebracht haben und somit aus der Frontansicht nicht erkennbar sind. Wir sollten öfter auch mal die gute Suppe genießen, die in Europa, zumindest in D, nicht in dieser datenschutzrechtlich unzulässigen Form zu bekommen ist, als ständig ein Haar darin zu suchen. Ich sehe es positiv. Ohne Kamera 0 Bußgeldbescheide, mit Kamera 70.000 Bescheide in 40 Arbeitstagen. Es wird ja nicht nur ein Stück Papier gedruckt. Dahin steckt ja auch Ermittlungsarbeit, z.b. Abgleich mit den Zulassungsdaten. Meiner Meinung nach eine sehr gute Leistung.
René Schnüriger 15.07.18 11:50
Zuerst klare Verhältnisse schaffen!
Man müsste wohl hierzulande zuerst genau definieren was erlaubt ist und was nicht. Einmal hiess es im FARANG, dass abrupte Spurwechsel strafbar sind. Das leuchtet auch ein. Wie ist es aber zum Beispiel mit ausgezogenen Spurlinien gemäss der Bild-Situation? Hierzulande hat es ja auch überall Uralt-Fahrbahnmarkierungen, auf die kein Mensch achtet und die auch keinen Sinn ergeben. Bussen können OK sein, sofern die Rahmenbedingungen klar definiert sind. Da hat das Land noch Flächendeckend Vorleistungen zu erbringen!
Hammer 15.07.18 03:10
Das Minus der Bussgeldbescheide ist gigantisch
Wie Herr Marcel Edouard Petter super errechnet hat, wurden 70.000 Bussgeldbescheide raus gegeben. Gehen wir von einer Busse von 400 THB aus, ergibt das dann satte 28 Mio. THB. Aber jetzt die gigantische Gegenrechnung, 555. 1.301.604 - 70.000 = 1.231.604 nicht erhobene Bussgeldbescheide, ach du Schreck!!! Wenn man dies jetzt mit den 400 Baht ausrechnet, ergibt sich eine Summe von: 492.641.600 Baht, also etwa ein halbe Milliarde Baht welche einfach vergessen worden sind. Das ist eigentlich das ganze traurige Elend an der ganzen Geschichte
Akim 14.07.18 23:13
Vermute mal zur gleichen (Tages-)Zeit. Sicher auf dem Weg von/zur Arbeit.