143 Jahre Haft für Kindesmissbrauch

Foto: Fotolia.com
Foto: Fotolia.com

PHATTALUNG: Ein Strafgericht verurteilte am Donnerstag einen ehemaligen Polizisten zu insgesamt 143 Jahren und vier Monaten Gefängnis, weil er einen elfjährigen Jungen über einen Zeitraum von einem Jahr mehrfach vergewaltigt hatte.

Er wurde gefasst und angeklagt, nachdem bei Polizeirazzien in Australien Fotos von dem Mann entdeckt wurden, auf denen er den Jungen sexuell missbrauchte. Laut der Staatsanwaltschaft hatte der 51-Jährige den Jungen von November 2016 bis Oktober 2017 wiederholt vergewaltigt. Weil er sich schuldig bekannte, halbierte das Gericht die Strafe auf 71 Jahre und acht Monate und setzte das Strafmaß schließlich auf die gesetzlich zulässige Höchstdauer von 50 Jahren herab. Seine Verhaftung im vergangenen Jahr folgte einer sechsmonatigen Untersuchung durch das Department of Special Investigation und die Crime Suppression Division. Die Behörden in Australien hatten den Mann nur als Polizisten im Süden Thailands mit dem Spitznamen Jaa Mee identifiziert.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Oliver Harms 18.08.19 04:52
USA
dort gibt es zwei arten von lebenslänglich,einmal mit der möglichkeit auf beganadigung und einmal ohne. in deutschland gibt es lebenslang mit und ohne besondere schwere der schuld.erstere gibt den inhaftierten nach 15 jahren die möglichkeit einen antrag auf gnade zustellen bei besonderer schwere ist dieses nicht möglich.dann gibt es noch die sicherungsverwahrung welche erst nach der verbüssung der zeitstrafe beginnt und ohne zeitlimit ist.ergo das ende der haftstrafe ist offen und zwar weit nach oben.
mar rio 17.08.19 05:49
2xLL in den USA
2xLL gibt es auch dort für zwei von einander unabhängige Straftaten, wieso sollte man diese nicht auch beide begnadigen können? In D. gibt es oft eine Gesamtstrafe, wenn eine Tateinheit erkennbar ist, bzw. wird nur das schwerste der begangenen Verbrechen abgeurteilt. Weltweit ist das regelmäßig eher unüblich.
mar rio 17.08.19 05:49
@T.Thoenes
Der "Sinn" wird sich wohl aus StGB und StPO ergeben. 143 Jahre wg. Verurteilung für jede einzelne Straftat, Halbierung wg. Geständnisses, 50 Jahre Gesamthöchststrafe bei einem Vergewaltigungsdelikt mit Geständnis. Muss ja alles seine juristische Ordnung haben. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass in TL nach herschender Meinung bei geständigem Mord und Drogenhandel eine Todesstrafe in eine 99jährige Haftstrafe umgewandelt wird.
Thomas Thoenes 16.08.19 14:36
Ich schließe mich dem Bravo an.
Aber kann mir mal einer den Sinn der 143 Jahre und Halbierung auf 71 Jahre erklären, wenn die Höchststrafe sowieso nur 50 Jahre beträgt? In den USA gibt es ja manchmal 2 mal Lebenslänglich um sicher zu stellen, das 1 mal LL bestehen bleibt, weil 1 mal Begnadigt werden kann.
Ingo Kerp 16.08.19 13:24
Bravo, zu dem Urteil.