100 Jahre Avus - Ausstellung zeichnet Geschichte der Rennstrecke nach

Wiederaufbau der Tribüne der Avus-Rennbahn in Berlin. Foto: epa/Alexander Becher
Wiederaufbau der Tribüne der Avus-Rennbahn in Berlin. Foto: epa/Alexander Becher

EINBECK/BERLIN: Auf der Avus ging es um die Faszination für Autos - und um Mut: Das Herzstück der ehemaligen Berliner Rennstrecke war eine Steilkurve. Im September wäre die Strecke 100 Jahre alt geworden.

Mit mehr als hundert Stundenkilometern jagen Rennfahrzeuge durch die Steilkurve in Berlin, bejubelt von mitunter Hunderttausenden Zuschauern - das ist der Mythos Avus. Zum hundertjährigen Jubiläum der ehemaligen Rennstrecke widmet sich eine Sonderausstellung ihrer Geschichte; aber nicht in Berlin, sondern im niedersächsischen Einbeck. 18 Rennfahrzeuge sind im Museum PS-Speicher zu sehen - Autos und Motorräder.

Unter den Autos ist der Mercedes-«Silberpfeil», mit dem der Argentinier Juan Manuel Fangio die Formel-1-Weltmeisterschaft 1955 gewann. Auch DTM-Autos von Opel oder BMW sowie einige Motorräder sind unter dem Motto «Avus 100 - ein rasantes Jahrzehnt» ausgestellt. Bis auf einen Borgward aus dem Jahr 1951 stammen alle Ausstellungsstücke aus Sammlungen von Privatpersonen oder den Herstellern. «Die Fahrzeuge standen in der Form noch nie zusammen. Und werden es wahrscheinlich auch nie wieder», sagte Stephan Richter, Sprecher des PS-Speichers. Seit diesem Sonntag können Besucher die Fahrzeuge, von denen einige Nachbauten sind, ansehen.

Die Avus, die mit vollem Namen Automobil-, Verkehrs- und Übungsstraße hieß, war die erste reine Autostraße der Welt. Bis 1940 wurde die Straße ausschließlich als Renn- und Teststrecke genutzt. Später wurde sie an Renntagen abgesperrt - sonst war sie eine öffentliche Straße.

Ausgestellt wird auch ein Ziegelstein der Nordschleife. Die Rennstrecke bestand während ihrer Nutzung aus zwei geraden Stücken und zwei Kurven - einer engen Kehre im Süden und einer gepflasterte Steilkurve mit einer Schräge von 43,6 Grad im Norden.

Die Kurve war nicht nur spektakulär, sondern auch lebensgefährlich. Als die Formel 1 im Jahr 1959 das einzige Mal auf der Strecke gastierte, verunglückte der französische Rennfahrer Jean Behra einen Tag vor dem WM-Lauf auf nasser Fahrbahn tödlich. 1967 wurde die Steilwand abgetragen.

Die Strecke im Südwesten Berlins ist mittlerweile Teil der A115. Anlässlich des Jubiläums hatte die Berliner Interessensgemeinschaft Avus 100 die Ausstellung angeregt. «Zwar liegt der PS-Speicher nicht in der Hauptstadt, dafür aber zentral, mitten in Deutschland», sagte Initiator Ulf Schulz. Zudem wurden auch ein Buch sowie ein Sonderbriefmarke der Post aufgelegt. In Berlin ist eine Feierstunde geplant.

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