Loy Krathong - ein magischer Lichterzauber

Foto: epa/Diego Azubel
Foto: epa/Diego Azubel
Von: Björn Jahner
Beginn: Freitag, 3. November 2017 00:00 Uhr
Ende: Freitag, 3. November 2017 23:59 Uhr
Standort: Thailand

Loi Krathong (auch: Loy Krathong, Thai ลอยกระทง) ist das Lichterfest, das in Thailand landesweit am Tag des Vollmonds im zwölften Monat des traditionellen thailändischen Lunisolarkalenders gefeiert wird. Es fällt üblicherweise in den November.

„Wer hat das schönste Krathong im ganzen Land?“, lautet in der Vollmondnacht des sechsten November wieder die Frage, wenn sich die Seen, Flüsse und Kanäle des Landes in ein atemberaubendes Lichtermeer verwandeln. Mit dem Aussetzen der Krathongs, kleinen lotosförmigen Schiffchen aus Bananenblättern, wird beim Loy-Krathong-Fest die Flussgöttin Mae Khongkha geehrt und um Verzeihung gebeten. Man sagt, dass Sünden und Unheil in den mit brennenden Kerzen, Räucherstäbchen und Blumen geschmückten Schiffchen davongeschwemmt werden.

Das Königreich ist bekannt für stimmungsvolle Festivitäten, wie das feuchtfröhliche Neujahrsfest Songkran, das jedes Jahr im April gefeiert wird. Im November begehen die Thais mit Loy Krathong ein weiteres wichtiges Fest. Das sogenannte Lichterfest findet landesweit in der zwölften Vollmondnacht des thailändischen Lunisolarkalenders statt und gilt zu Recht als eines der schönsten und farbenprächtigsten Festivals des Landes, bei dem sich natürliche oder künstlich geschaffene Wasserreservoire in herrliche Lichtermeere verwandeln.

Der Name des Festes lässt sich mit „Schiffchen schwimmen lassen“ übersetzen. Denn „Loy“ bedeutet „schwimmen“ oder „schweben“, und der Begriff „Krathong“ beschreibt ein aus Bananenblättern geformtes Schiffchen. Das Fest stammt vermutlich aus dem indischen Hinduismus und wurde im 14. Jahrhundert in Thailand eingeführt.

Mit Loy Krathong wird die Wassergöttin Mae Khongkha geehrt. Die Thais erweisen der Göttin ihren Dank, ihnen Wasser zu spenden. Denn gerade in den Tropen ist das kühle Nass ein kostbares Gut, das das Alltagsleben der Menschen bestimmt. Man braucht es zum Trinken, Bestellen der Felder und für den Fischfang. Neben der Danksagung wird die Mae Khongkha auch um Verzeihung gebeten: für den übermäßigen Verbrauch und die Verschmutzung des Wassers.

Sobald die Sonne untergeht, versammeln sich die Menschen, viele von ihnen in traditionelle Trachten gekleidet, an den Seen, Flüssen und Kanälen des Landes oder in Küstenregionen auch am Meer, um ihre Krathongs ins Wasser zu setzen und mit einem leichten Stoß auf die Reise zu schicken. Zuvor werden die lotosförmigen Schiffchen mit Räucherstäbchen, flackernden Kerzen, Geld und manchmal sogar einem Wunschzettel bestückt. Traditionell vertraut man seinem Krathong geheime Wünsche an, damit alte Sünden und Unheil mit dem Schiffchen davongeschwemmt werden, um das Danach mit neuen, guten Vorsätzen zu beginnen. Liebespaare setzen ihre Krathongs gerne gemeinsam aus, in der Hoffnung, die ewige Liebe zu erreichen, und schauen dem Schiffchen solange hinterher, bis sie es in der Ferne des Lichtermeeres aus den Augen verlieren. Ein thailändisches Sprichwort sagt: „Je länger man das flackernde Kerzenlicht sehen kann, umso glücklicher wird das nächste Jahr werden.“