Zypries: Winkelmann-Gehalt rechtens

Ex-Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann. Foto: epa/Paul Zinken
Ex-Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann. Foto: epa/Paul Zinken

BERLIN (dpa) - Die scheidende Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hält das in der Insolvenz abgesicherte Millionengehalt von Ex-Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann für rechtens. Der «Welt am Sonntag» sagte Zypries: «Ich will bei der Debatte um das Gehalt von Winkelmann nur sagen, dass man die Fakten korrekt wiedergeben muss.» Man könne einen solchen Vertrag moralisch schlecht finden, aber er stamme aus der Zeit vor der Insolvenz.

«Und Etihad zahlt das Gehalt», sagte Zypries. «Ich kann verstehen, dass andere es für problematisch halten. Aber juristisch lässt sich dagegen wenig sagen.» Der Ausstieg von Etihad sei Winkelmann zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses nicht bekannt gewesen.

Air Berlin hatte am 27. Oktober den Flugverkehr eingestellt, nachdem die Gesellschaft - mit 1,5 Milliarden Euro verschuldet - im August Insolvenz angemeldet hatte. Großaktionär Etihad wollte den Fortbestand des lange defizitären Unternehmens nicht weiter finanzieren.

Zypries erwartet nach dem Aus für Air Berlin keine steigenden Ticketpreise. Sie kritisierte hingegen Tickets zu Dumpingpreisen «Wenn das Flugticket zehn Euro kostet, dann kann ich nicht glauben, dass das kostendeckend ist», sagte sie der «WamS».

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.

Leserkommentare

Für unabhängige Themen senden Sie einen Leserbrief an die Redaktion. Allgem. Kommentardiskussion

* Pflichtfelder
Jürgen Franke 13.11.17 22:39
Die Beamten Berlins, regelmäßige Nutzer
der Air Berlin sind aufgefordert worden, jetzt Skype zu nutzen, um mit den Kollegen der Ministerien in Bonn zu kommunizieren, um sich beim Sprechen auch sehen zu können. Es ist davon auszugehen, dass immer mehr Firmen diese, finanziell günstige Möglichkeit der Kontaktmöglichkeit bevorzugen werden, so dass eigentlich nur noch in den Urlaub geflogen werden muß. Der persönliche Kontakt ist dann nur noch den Politikern vorbehalten. Weniger Flugbetrieb kommt auch dem Klima zugute.
Walter Pfau 13.11.17 17:09
Hoffentlich steigen die Ticketpreise...
...für diejenigen, welche die (Billig) Flüge in Anspruch nehmen, Eine Airline-Insolvenz reicht! Wir, auch die nichtfliegenden Konsumenten, dürfen das durch die erhöhten Beiträge/Umlage der Berufsgenossenschaften mitfinanzieren. Eigentlich müsste man unsere Gesetze ändern, daß die Firmen, welche 3 Jahre in Folge einen Verlust erwirtschaftet haben, automatisch in Insolvenz gehen. Wer nicht wirtschaften kann, darf andere nicht länger gefährden bzw. durch fragwürdige Wettbewerbsvorteile (Billigtickets) deren Kunden abluchsen. So ein Billigticket ist etwas schönes, aber im Endeffekt zahlen wir alle den Preis dafür.
Heinz Jörg bmw-winki@web.de 12.11.17 15:56
... keine steigenden Ticketpreise.
Die Realität sieht leider ganz anders aus. Preissteigerungen um ein Vielfaches sind inzwischen die Norm und daran wird sich wohl kaunm etwas ändern. Bisher betrift es allerdings nur Kurz-und Mittelstrecken. Wann davon auch die Fernflüge betroffen sein werden bleibt abzuwarten. Vorstellen kann ich mir das allerdings nicht.