Weibliche Pappfigur betatscht - Shell entfernt Werbung

Foto: epa/Andy Rain
Foto: epa/Andy Rain

KUALA LUMPUR (dpa) - Das lebensgroße Pappbild einer Mitarbeiterin sollte in Malaysia Werbung für Shell-Tankstellen machen. Doch nach Berichten und Bildern in sozialen Medien von Männern, die die Pappfigur küssen oder begrapschen, will der Ölkonzern sie nun aus Hunderten Tankstellen in dem vorwiegend muslimischen Land unverzüglich entfernen. Aktivisten stellten angesichts des «geschmacklosen und anzüglichen Verhaltens» der malaysischen Männer deren Integrität in Frage.

Die Handlungen seien «entwürdigend und verletzen die malaysische Kultur und die Werte von Shell», hieß es auch in einer Mitteilung von Shell Malaysia. Die lebensgroße Pappfigur zeigt eine junge Frau mit Kopftuch. Sie trägt ein langärmeliges, rotes Shell-Hemd und eine Hose. Die 25-jährige Mitarbeitern, die für das Foto Modell gestanden hatte, sagte Lokalmedien, sie finde die Grapschereien verstörend. «Für sie ist es ein Witz, aber ich schäme mich, weil das bin immer noch ich», sagte sie dem Portal mStar. Auch ihr Mann sei nicht begeistert. Einer der Männer entschuldigte sich mittlerweile bei dem Ehemann der Frau und ihrer Familie dafür, ihr Abbild geküsst zu haben, wie die Zeitung «Free Malaysia Today» berichtete.

Ein ehemaliger Shell-Mitarbeiter sagte der Deutschen Presse-Agentur, Männer in Malaysia sähen normalerweise keine Frau ohne Hidschab. Deshalb überkomme sie beim Anblick einer solchen Figur ein «überwältigendes Verlangen». Die Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Nik Elin Rashid sagte, das Geschehen zeige den «mangelnden Respekt einiger Männer gegenüber Frauen». Sie sprach sich dafür aus, dass Shell die Figur nicht zurückziehe.

Mit einem Online-Abonnement mehr erfahren!
Abonnieren Sie die FARANG-Onlineausgabe ein Jahr lang zu einem sehr günstigen Preis. Sie erhalten uneingeschränkten Zugriff auf alle Artikel. Zusätzlich können Sie die vollständige Druckausgabe als PDF-Ausgabe herunterladen.

Leserkommentare

Für unabhängige Themen senden Sie einen Leserbrief an die Redaktion. Allgem. Kommentardiskussion

* Pflichtfelder
Wolf yahoo.de 06.07.17 11:05
Genau der falsche Weg.
Wenn alles verdeckt wird, wird es doch erst richtig interessant. Die Anwältin hat Recht. wenn in dem Land alles etwas mehr freizügig wäre , keine Frauen mit dieser Sackkleidung rumlaufen würde, Zeitschriften mit nackten Mädels offen verkauft, Pornos legalisiert würden, dann wäre wahrscheinlich ziemlich schnell die Übersättigung erreicht und alles wäre normal. Aber so wie die das alles handhaben dauert das noch Jahrhzehnte bis die normal werden.