Waschsalon nicht nur für Muslime

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KUALA LUMPUR (dpa) - In Malaysia muss ein öffentlicher Waschsalon auch Nicht-Muslime wieder an die Maschinen lassen.

Der Regent des Bundesstaats Johor, Sultan Ibrahim, verfügte laut einem Bericht der Tageszeitung «The Star» (Mittwoch), dass der Betreiber des Salons ein Besuchsverbot für Nicht-Muslime aufheben muss. Andernfalls soll der Betrieb dicht gemacht werden. «Wir leben hier in keinem Taliban-Staat», erklärte der Sultan. «Diese Aktion ist völlig unannehmbar und extremistischer Natur.» In dem südostasiatischen Land ist der Islam Staatsreligion.

Das Besuchsverbot in der Stadt Muar hatte in den vergangenen Tagen für Aufsehen gesorgt. Der Betreiber hatte Schilder aufgehängt, wonach nur noch Muslime an die Waschmaschinen dürfen. Sultan Ibrahim verlangte von dem Mann nun eine öffentliche Entschuldigung. «Der Besitzer handelt gegen das Konzept eines vereinten, harmonischen, gemäßigten und toleranten Johor. Wenn er bei seiner Praxis bleiben will, kann er Johor verlassen.» Zugleich wies der Sultan die Behörden an, Nachahmern die Lizenz zu entziehen.

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Heinz 29/09/2017 23:51
Nur für Muslime
Der Betreiber des Waschsalons kann (vielleicht) nichts für sein Verhalten und ist Opfer seiner selbst. Was er in seinem Laden umzusetzen versucht, ist eigentlich nichts anderes als das, was der Koran von ihm als Gläubigen verlangt. Sure 5; Vers 51 besagt nämlich: "Ihr, die ihr glaubt! Nehmt euch die Juden und Christen nicht zu Freunden! Sie sind einander Freunde. Wer von euch sich ihnen anschließt, der gehört zu ihnen. Siehe, Gott leitet die Frevler nicht recht." So wie ich das verstehe, werden Muslime geradezu aufgefordert alle "Anderen", zu meiden, da sie automatisch alle Frevler sind und jeder Muslim der sich mit ihnen abgibt, ebenfalls automatisch einer von ihnen ist. Wer nicht für mich ist, ist automatisch gegen mich. Sultan Ibrahim sieht das anders und weist den Verirrten in die Schranken. Das ist Mitnichten eine islamophobe Geisteshaltung, sondern vorausschauender Friedenwille.