VW wird neuer Nationalelf-Sponsor

 Der DFB einigt sich mit Volkswagen auf einen Vertrag von 2019 bis 2024. Der VW-Markenchef spricht von einem «großen Ereignis». Foto: epa/Filip Singer
Der DFB einigt sich mit Volkswagen auf einen Vertrag von 2019 bis 2024. Der VW-Markenchef spricht von einem «großen Ereignis». Foto: epa/Filip Singer

FRANKFURT/MAIN (dpa) - VW hat den Bieter-Zweikampf mit Mercedes um das Sponsoring der Nationalmannschaft für sich entschieden. Der DFB einigt sich mit Volkswagen auf einen Vertrag von 2019 bis 2024. Der VW-Markenchef spricht von einem «großen Ereignis».

Europas größter Autobauer VW hat das Rennen gegen Mercedes um die Sponsorenrechte an der deutschen Nationalmannschaft gewonnen. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Freitag bekanntgab, wird Volkswagen neuer «Mobilitätspartner». Das DFB-Präsidium entschied sich einstimmig für die Zusammenarbeit mit dem Autohersteller. Der Vertrag, der am 1. Januar 2019 beginnt, hat eine Laufzeit von fünfeinhalb Jahren und endet am 31. Juli 2024. Das Sponsoringpaket umfasst auch das bereits bestehende Engagement von Volkswagen im DFB-Pokal.

In den Vertragszeitraum mit VW fällt die Europameisterschaft 2020, die in 13 europäischen Ländern ausgetragen wird, und die WM 2022 in Katar. Um die Ausrichtung der EM 2024 bewirbt sich der DFB. Mercedes-Benz ist seit 1972 Autosponsor des DFB. Der Vertrag läuft noch bis Ende des WM-Jahres 2018.

Der Wolfsburger Konzern dürfte sich angesichts des immer noch nicht ausgestandenen Abgasskandals durch die VW-Logos auf der Brust der Nationalspieler oder dem Firmenschriftzug auf dem Mannschaftsbus einen Imagegewinn erhoffen. «Auch wenn die Vorgänge nicht vergleichbar sind, eint den DFB und VW die Notwendigkeit, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und die richtigen Maßnahmen für die Zukunft abzuleiten», sagte DFB-Chef Reinhard Grindel, dessen Verband durch die Affäre um die Vergabe der WM 2006 in eine Vertrauenskrise geraten war.

Es passe zum DFB, dass VW mit seinem Engagement «den gesamten Fußball von der Spitze bis zur Basis im Blick» habe, sagte Grindel. «Gleichzeitig ist Volkswagen als global agierendes Unternehmen ein starker Partner, um unsere Internationalisierung vor allem in China weiter voranzutreiben», erklärte der DFB-Chef. Die «signifikante Steigerung der Einnahmen» durch den neuen Vertrag gebe dem DFB mehr Spielraum, den vielfältigen Aufgaben des Verbandes nachzukommen. Über konkrete Summen gaben beide Seiten keine Auskunft.

«Die Partnerschaft mit dem DFB ist für uns ein großes Ereignis. Denn: Volkswagen und der Volkssport Nummer 1 - das ist eine gute Partnerschaft», sagte Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen. «Der DFB beweist mit den deutschen Nationalmannschaften Mut, Innovationskraft und den unbedingten Willen zum Erfolg.» Diese Werte würden auch für Volkswagen gültig sein.

«Für die nächsten Jahre haben wir uns als Unternehmen viel vorgenommen. Volkswagen ändert sich. Wir stehen vor großen Herausforderungen», erklärte Diess. Dazu gehöre, der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. «Die Partnerschaft mit dem DFB wird uns dabei unterstützen, dass unsere Themen die Menschen erreichen.»

Der DFB hatte Mitte März die Sponsorenrechte in der Kategorie Automobil neu ausgeschrieben. Der wichtigste DFB-Sponsor dürfte trotz des lukrativen Zuschlags für VW der Traditions-Ausrüster Adidas bleiben: Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach zahlt dem Verband dafür künftig doppelt so viel wie bisher, wie Mitte 2016 bekanntgegeben wurde. Es geht um 50 Millionen Euro jährlich, vereinbart wurde ein Vier-Jahres-Kontrakt bis 2022. Im Bieter-Duell zwischen Adidas und Nike entschied sich der DFB wie schon 2007 für die Treue zum deutschen Partner.

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Leserkommentare

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Ingo Kerp 15.07.17 13:54
Soll dieses Sponsoring der bis zur Halskrause im Sumpf steckenden VW-Spitze Pluspunkte bringen? Hoffentlich ist genau so viel wie das Sponsoring kostet noch als Entschädigungsgeld für die deutschen Kunden zur Verfügung.