Vorteile der digitalen Welt

Eine Zuschrift in Bezug auf die Kolumne „Mit spitzer Feder – Sind Sie fit für die digitale Welt?“ (FA07/2017):

Ich schätze die Kolumne von Ce-eff sehr und bin sehr oft freudig seiner Meinung, aber diesmal… Die wenigsten der so Denkenden kennen die positiven Möglichkeiten der Verwendung eines Smartphones. Sie kennen vielleicht Facebook und die Chatmöglichkeiten. Da ist auch mir ein persönliches Gespräch lieber, als zu skypen. Aber wie geht „persönlich“ bei über Tausenden von Kilometern? Meine Thai-Freundin hat so vor fünf Jahren angefangen, ihr Englisch zu verbessern, indem sie nach unserem Skype-Gespräch anfing, mein englisch Geschriebenes in Thai zu übersetzen.

Auch ich bin auf meinen Motorradtouren dankbar, so eine super Übersetzungsmöglichkeit in der Hosentasche zu haben. Ich spreche Deutsch rein und es wird in dieser „Nudelschrift“ angezeigt und auch noch dazu auf Thailändisch ausgesprochen. Wenn ich die beste Fahrtroute suche, hilft mir meine Kenntnis der Bedienung der Routenprogramme. Zu meinem Hotel finde ich zurück, mit Hilfe der (Dezimalen) GPS-Daten.

Meinen Briefkasten habe ich dabei, durch E-Mail, und meine Bankdaten nennt mir die „zigarettenschachtelgroße“ Wunderkiste auch, WiFi oder mobile Daten vorausgesetzt. Wobei Banküberweisungen so eine „Ansichtssache“ sind.

Wenn ich wieder in Berlin bin, gebe ich ein, wo ich hinfahren will. Die entsprechende App zeigt mir erst die zu benutzende Straßenbahn, dann die U-Bahn und zuletzt den Bus.

Einfach herrlich, die Zeit, zu der ich auf dieser Welt leben darf. Zu meiner Schul- und Studienzeit musste ich in eine Bibliothek fahren. Heute greife ich in meine Brusttasche und kann nachschlagen, „wann wurde Hertha BSC erstmals Deutscher Meister“ oder was man halt sonst so wissen will. Die Beschäftigung „damit“ hält meinen Geist fit.

Um meine beruflichen und auch privaten Termine zu planen, hatte ich früher meinen Time-System-Kalender aus Leder, den ich aber aufschlagen musste. Heute erschallt ein von mir vorgegebenes Lied in meiner Brusttasche, als Erinnerung 30 Minuten oder zwei Stunden vorher... Ich sehe das alles sehr positiv, denn ich versuche, technisch am Ball zu bleiben. O.k. mir als Ingenieur fällt das vielleicht leichter, als einem Buchhalter oder Bäcker.

Und, was für mich persönlich ganz wichtig ist: früher habe ich für schnelle Notizen „Blei und Papier“ genommen, weil ich (wegen mancher Meckerköppe) „Bedenken“ hatte, mein Smartphone zu zücken, um etwas zu notieren. Die Leute könnten ja denken, ich bin an dem Gespräch nicht interessiert. Dabei bin ich mit meinen siebenundsechzig Jahren sehr interessiert an Menschen und notiere mir wichtige Dinge, um weiter recherchieren zu können. Ich beziehe Stellung und sage meine Meinung laut, auch zu Dingen, die die meisten lieber unausgesprochen lassen.

Ich wünsche viel Spaß in der digitalen Welt und wer Hilfe braucht, kann ja mal anfragen, auch bei mir, ich helfe gerne.

Uli von Berlin

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Leserkommentare

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Reinhard Thürling 03.05.17 02:48
Lieber Uli. Danke für Deinen Leserbrief. Hm. Ja und Nein. Natürlich hat die digitale Welt auch viele, wie von dir beschriebene Vorzüge. (Reinsprechen und in Thai Wort und Schrift übersetzt klingt sehr gut. Welche App macht das?) Es hängt aber wie so oft vom gesunden Umgang damit ab. Nicht selten treibt es so Mancher auf die ungesunde Spitze. E-mail an den Kollegen. Habe ich erlebt. Der saß im Büro nebenan.Die Frage hätte man qohl besser persönlich gestellt. 1.000 Freunde in FB. Wow, bin ich nicht toll? Nie auch nur einen gesehen... usw. Als Berliner und mit inzwischen festen Absichten Thailand betreffend, wäre ich an einen persönlichen Kontakt interessiert. LG. Reinhard