Vorbildlicher Kundenservice

Ein Leser berichtet von seiner guten Erfahrung mit einer Autovermietung:

Nach einem dreiwöchigen Urlaub bei der Familie – in der Nähe von Buriram – waren meine thailändische Lebensgefährtin und ich noch zu einem zweitägigen Hotelaufenthalt nach Pattaya gefahren, um uns von den Strapazen der Fahrt und der Großfamilie zu erholen. Auch ist die Strecke von Pattaya kurz und man hat vor dem Abflug genug Zeit, den Mietwagen waschen zu lassen und abzugeben. Vor allem aber bleiben die vielen Kilogramm an Gemüse, welche meine Partnerin immer direkt am Abflugtag auf dem Markt einkauft, noch frisch. So kam sie auch dieses Jahr stolz mit ihrer Chili-, Zitronenblätterbeute etc. vom Markt. Doch als alles in den Koffern verstaut war und wir den Mietwagen zur Abreise fertig machen wollten, fehlte der Autoschlüssel! Wir haben alles Gepäck zweimal durchsucht, das Hotelzimmer auseinandergenommen, das Hotelpersonal durchsuchte den Parkplatz und den offen gelassenen Mietwagen, doch alles half nichts, der Schlüssel blieb verschwunden.

Wie riefen bei „ThaiRent a car“ an und es wurde uns zugesagt, dass sofort jemand den Ersatzschlüssel in Bangkok besorge und nach Pattaya käme. Wir atmeten auf – jedoch nur kurz, denn mit der Ankunft des Ersatzschlüssels konnten wir frühestens in 4 bis 5 Stunden rechnen. Wäre uns der Schlüssel an irgendeinem anderen Urlaubstag verloren gegangen, wäre das auch absolut in Ordnung gegangen, doch hätten wir kurz vor der Abreise nun unseren Flug verpasst. Die Nerven lagen blank... Der Hotelportier gab uns eine Telefonnummer von jemanden, der Schlüssel von Motorrädern und Kraftfahrzeugen nachmachen konnte. Was hatten wir zu verlieren? Kurze Zeit später feilte ein Thai an einem Nissan-Schlüssel-Rohling mit einer groben Feile auf dem Lenker seines Mopeds. Meine Partnerin fragte mich stolz, ob es sowas in Deutschland auch gibt. Ich musste verneinen und war schwer beeindruckt, als er nach kurzer Zeit bereits die Zentralverrieglung schließen und öffnen konnte. Bei uns daheim benötigen wir einen Chip zum Schlüssel, sonst springt der Wagen nicht an, erklärte ich ihr. Es wurde weiter gefeilt, die Zündung leierte im Motorraum, doch der Wagen sprang nicht an. Ich hatte es befürchtet. Immerhin konnte man den Wagen für 3.000 Baht nun wenigsten abschließen.

Jemand aus der Verwandtschaft kam mit einem Pickup, die Koffer wurden auf die Ladefläche geworfen und schon bald standen wir vor dem „ThaiRent a car“-Schalter im Suvarnabhumi Airport. So ganz ohne Auto und Schlüssel fragte man uns, ob sonst mit dem Auto alles in Ordnung wäre, was wir wahrheitsgemäß bestätigten und wieviel Benzin noch im Tank sei. Der Tank war noch halbvoll und so zahlten wir auf Treu und Glauben, ohne weitere Fragen und Diskussionen die 6.000-Baht-Mindestpauschale für den verlorenen Schlüssel und 900 Bath für das Benzin und erhielten das Kautions-Kreditkarten-Imprint wieder ausgehändigt. Ungläubig standen meine Partnerin und ich nach kürzester Zeit – freundlich verabschiedet – vor dem Schalter. Kein Nachfragen, kein warten – Thema erledigt. Das nenne ich nun mal wirklich guten Kundenservice!

Evert Kornmayer, Langen

Die im Magazin veröffentlichten Leserbriefe geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. DER FARANG behält sich darüber hinaus Sinn wahrende Kürzungen vor. Es werden nur Leserbriefe mit Namensnennung veröffentlicht!


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