Verbot hochgiftiger Chemikalien gefordert

Archivbild: epa/Rungroj Yongrit
Archivbild: epa/Rungroj Yongrit

THAILAND: Die Forderung des Gesundheitsministeriums, zwei in der Landwirtschaft zum Einsatz kommende Pestizide bis zum Jahr 2019 zu verbieten, wurde vom Agrarministerium als unrealistisch zurückgewiesen.

Zu kurz sei der Zeitraum für die Umsetzung des Verbots und zu unzureichend die Informationslage über die genauen gesundheitlichen Auswirkungen, erklärte der Generalinspektor des Agrarministeriums Suwit Chaikiattiyos in der „Bangkok Post“.

Zuvor hatte das Thai-Pesticide Alert Network (Thai-PAN) an die Regierung appelliert, der Aufforderung des Gesundheitsministeriums Folge zu leisten und den Einsatz der beiden hochgiftigen Pestizide und Insektizide Paraquat und Chlorpyrifos zu verbieten. Der Nichtregierungsorganisation folgend, gehe von beiden Chemikalien eine hohe Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt aus.

Suwit argumentierte, dass erst ein Komitee einberufen werden solle, um Studien zu den tatsächlichen Gefahren in Erfahrung zu bringen, bevor ein Verbot ausgesprochen werden könne.

Das von Thai-PAN als „Bad Actor Pestizid“ eingestufte Chlorpyrifos ist ein akuttoxisches Nervengift, es wird vermutet, dass es sich auf das Hormonsystem störend auswirkt und steht mit zahlreichen anderen Gesundheitsschäden in Verbindung. Bei Paraquat wurden langfris­tige negative Gesundheitsrisiken und dessen Einfluss auf chronische Krankheiten wie zum Beispiel Parkinson nachgewiesen, weshalb die Chemikalie bereits in mehr als 40 Ländern verboten ist, unter anderem auch in der EU und der Schweiz, wo ironischerweise der Hersteller Syngenta seinen Hauptsitz hat.

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Leserkommentare

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Wieland Wenz 12.10.17 07:28
Kaffeeschalen zum Mulchen
In Suedthailand immer noch kein Problem, obwohl viel waehrend des GummiPreisBooms gerodet wurde. Wenn man hier die kurzen Strecken, von Ost nach West ueber die Berge faehrt, kommt man immer noch an riesigen Haufen vorbei, die auch 50m³ und mehr gross sind. Es gibt aber keine Logistik dafuer. Es hat wohl vereinzelt Aufkauefer, die grosse Mengen im Kompost verwursteln, aber dazu ist es fast zu schade. Mulchen ist meiner Ansicht nach nicht weit verbreitet in TH. Die Kaffeeschalen sind ideal, wobei es aber wohl nicht alle Pflanzen moegen. Wo man das in Zentral-/NordTH findet? Ueberall in den Bergen, wo es auch Aufkaeufer fuer den Kaffee gibt. Es gibt stationaere Schaelmaschinen, wo die Bauern ihre Ernte hinbringen, da kann man die braunschwarzen Berge nicht uebersehen. Es gibt aber auch fahrbare Maschinen, da werden die Schalen einfach ins Gelaende geblasen und verschwinden dort unbeachtet. Ich habe mir jetzt als Versuch eine Jauche damit angesetzt (aehnlich Brenneseljauche) und habe damit (verduennt) erfolgreich die Blattlaeuse an den Busch-/Haengebohnen bekaempft. Aber alles nur im kleinen Dachgarten.
Songran Raktin 11.10.17 14:21
Wieland Wenz - 11.10.2017 11.17 Uhr
Herr Wenz, ich kaufe seit Jahren Spritzmittel, sowenig als moeglich. Gebrauchsanweisungen sind auf diesen nur in Thai vorhanden. Englische oder Deutsche Gebrauchsanweisungen habe ich bislang noch keine auf diesen Behaeltern oder Flaschen gesehen oder gelesen. Auch die Nachfrage bei den oertlichen ound regionalen Haendler nach englischer bzw. deutscher Gebrauchsanweisung war bisher erfolglos. Wie geschrieben, ist das wichtigste das Mischungsverhaeltnis. in unserer Gegend gibt es nur vereinzelt kambodschanische Tageloehner, die aber nur fuer einfaxhe Taetigkeiten "gemietet" werden. Das Ausbringen des jeweiligen Spritzmittels machen die jeweiligen Paechter oder Landbesitzer selbst. Wo bekommt man diese Kaffeeschalen zum Mulchen. Ich benoetige ca. 50 m3!
Wieland Wenz 11.10.17 11:17
Gebrauchsanweisung auf Thai
Meist sind die Kanister in Englisch, Deutsch, .... mit sehr kleiner Schrift auf 31/2 Seiten voll. Irgendwo ist dann ein kleiner Aufkleber auf Thai mit 3-5 Zeilen. Zu 90% wird das Gift aber von Wanderarbeitern ausgebracht, die kein Thai lesen koennen. Da gilt dann, "viel hilft viel". Ich hatte mal einen Burmesen der hatte ein leere Fischdose ("in Tomatensosse"), die nutzte er als Messbecher. 3/4 voll auf eine Giftspritze. Gute Idee, ..... nur war auch das bei den verschiedenen Marken NICHT genormt. Hier waere es zB eine wichtige Forderung an die Hersteller, genau das zu normen. Bei Bioduenger/ Kompost ist wohl das Problem die Logistik. War gerade ein Berich im TVt, wo viele etwas angeboten haben, aber keiner es DORT nachgefragt hat! Es gibt Ecken, da verrotten haushohe Berge von Kaffeschalen und keiner will sie haben. Was besseres zum Mulchen gibt es nicht. Aber auch in D gab es Probleme mit Sack-Kompost, weil viele den wie Blumenerde benutzt haben.
Jürgen Franke 10.10.17 22:08
Für mich sind die Chemikalien mit denen
weltweit die Boden verseucht werden, genau so gefährlich wie Landminen. Das Thema ist für die Gesundheit der Menschen so gefährlich, dass es eigentlich zur Diskussion in die UN gehört und dort behandelt werden müßte.
Songran Raktin 10.10.17 19:18
Wir erleben tagtaeglich den sorglosen Umgang, das ist noch sehr freundlich umschrieben, mit hochgiftigen Spritzmitteln!!!!! Leider interessiert es niemanden, welche gesundheitlichen Gefahren und Risiken diese Spritzmitteln, vor allem bei der Ausbringung, bergen. Der Haendler verkauft einfach das was gefordert wird, ohne jegliche Gefahrenhinweise und die auf den jeweiligen Spritzmittel aufgedruckten Texte interessieren nur bzgl. des Mischungsverhaeltnisses.