USA wollen „Luxusmönch” ausliefern

Foto: The Nation
Foto: The Nation

BANGKOK: Die Generalstaatsanwaltschaft will ein Team Anwälte in die USA schicken, um den dort verhafteten ehemaligen Mönch Luang Pu Nen Kham Chattiko nach Thailand und vor Gericht zu bringen.

Ein Gericht des Staates Kalifornien hat jetzt dem Auslieferungsersuchen der thailändischen Behörden für den ehemaligen Mönch, jetzt Wirapol Sukphol, stattgegeben. Er soll so schnell wie möglich nach Bangkok eskortiert werden. Allerdings kann Wirapol Sukphol noch vor das Berufungsgericht gehen. Er war im Vorjahr in den USA festgenommen worden.

Der vor Jahren als „Luxusmönch“ in die Schlagzeilen geratene 36-Jährige wird in Thailand per Haftbefehl gesucht und war im Jahr 2013 vor dem Gerichtsverfahren ins Ausland geflüchtet, über Frankreich in die USA. Die Polizeieinheit Department of Special Investigation (DSI) will ihn u.a. wegen Sex mit einer Minderjährigen, Geldwäsche und Verletzung des Gesetzes gegen Computerkriminalität anklagen.

Er hatte 2013 für einen Skandal gesorgt. Auf YouTube lief ein Video: Mit Sonnenbrille und Luxusgepäck von Louis Vuitton saß Phra Luang Pu Nen Kham Chattiko in einem Privatjet. Obwohl Mönche zu einem Leben ohne materiellen Besitz in Armut verpflichtet sind, hatte er einen ausgeprägten Hang zum Exquisiten. Das DSI warf dem selbst ernannten Abt eines Tempels in der Provinz Sisaket Sex mit einem 14-jährigen Mädchen vor. Aus dieser Beziehung ging ein Junge hervor.

Die Ermittler fanden ausreichend Beweise für Bereicherung an Spenden, Steuerhinterziehung, Betrug, Geldwäsche, Gebrauch von Drogen und rücksichtsloses Verhalten im Straßenverkehr, das zum Tod eines Mannes geführt hatte. Wirapol soll Zugriff auf 41 Bankkonten mit Beträgen in dreistelliger Millionenhöhe gehabt und in den Jahren 2009 bis 2011 22 Mercedes-Benz gekauft haben.

Mit einem Online-Abonnement mehr erfahren!
Abonnieren Sie die FARANG-Onlineausgabe ein Jahr lang zu einem sehr günstigen Preis. Sie erhalten uneingeschränkten Zugriff auf alle Artikel. Zusätzlich können Sie die vollständige Druckausgabe als PDF-Ausgabe herunterladen.

Leserkommentare

Für unabhängige Themen senden Sie einen Leserbrief an die Redaktion. Allgem. Kommentardiskussion

* Pflichtfelder
Norbert Kurt Leupi 17.07.17 21:28
Wo liegt der Unterschied / Herr M. Avgat
In der Not rufen die Menschen die " Götter " an , in den meisten Fällen bekamen sie keine Verbindung , ausser der hingestreckten hohlen Hand , den Opferstock oder der Bankverbindung !
Manfred Avgat 17.07.17 20:14
Wo liegt eigentlich der Unterschied
zwischen dem katholischen Glauben ( s.Vatikan ) und dem Buddhismus? Dass die Menschen heute überhaupt noch einen Cent in diese Richtungen verschwenden ist nicht nachvollziebar.Auch dort geht es immer nur ums Geld.
Ingo Kerp 17.07.17 16:22
Natürlich hat es das kleine Mönchlein mächtig übertrieben, die Frage bleibt aber offen, über welche Mittel verfügt er noch. Manchmal, so munkelt man, können diese in TH recht behilflich sein.
aurel aurelis 17.07.17 15:24
Aufräumen geht nicht über Nacht!
Die Militärs scheinen es mit dem Aufräumen und dem Entwöhnen von der Korruption ernst zu nehmen. Nur, es ist ein langwieriger Prozess, wie das Entwöhnen von einer Sucht
Heinz Roembell 16.07.17 16:09
Luxus Mönch
Es ist allerdings zu befürchten, dass dieser Ober Guru noch immer Einfluss hat in diesem Lande, sprich finanzielle Mittel, um die Verurteilung zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Ein Einzelfall wäre es ja nicht.