Trump wirbt für «Made in America» - aber wie hält es Ivanka damit?

Foto: epa/Michael Reynolds
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WASHINGTON (dpa) - Nach dem Willen von US-Präsident Donald Trump sollen mehr Produkte die Aufschrift «Made in America» tragen. Der Republikaner warb am Montag dafür, wieder mehr in den Vereinigten Staaten zu produzieren. «Wenn wir Produkte kaufen, die in den USA hergestellt wurden, dann bleibt der Profit hier, die Einnahmen bleiben hier, und vielleicht am Wichtigsten von allen, die Jobs bleiben hier», erklärte Trump bei einer Rede im Weißen Haus.

Wie aber halten es das Trump-Unternehmen oder die Firma von Tochter Ivanka mit diesen Maßstäben? Verpflichten sie sich dazu, nicht mehr in anderen Ländern produzieren zu lassen? Trumps Sprecher Sean Spicer hatte am Montag Schwierigkeiten, diese Frage zu beantworten. Es sei nicht angebracht, darüber zu reden, wie dies die Trump-Firmen betreffen würde, erklärte er. Aber in manchen Fällen gebe es gewisse Lieferketten oder Skalierbarkeiten, «die möglicherweise nicht in diesem Land verfügbar sind», fügte er hinzu. Das allumfassende Ziel bleibe aber, die Produktion in den USA zu steigern.

Die «Washington Post» hatte vor kurzem berichtet, dass das Modelabel von Ivanka Trump de facto ausschließlich in Ländern wie China, Indonesien und Bangladesch produzieren lasse. Die Vorstandsvorsitzende Abigail Klem sagte der Zeitung: «Die Arbeiter gibt es hier nicht mehr oder nur in einer sehr kleinen Kapazität; in vielen Fällen existieren die Maschinen nicht mehr.»

Die Arbeitsbedingungen in den betroffenen Ländern in Asien stehen allerdings immer wieder in der Kritik. Kürzlich wurden in China drei Aktivisten festgenommen, die verdeckt in Zulieferfabriken des Modelabels recherchiert hatten. Nach Angaben der Organisation China Labor Watch (CLW) ging es um zwangsweise Überstunden, Bezahlung unter Mindestlohn, Verletzung von Frauenrechten und verbale Misshandlungen. Die Aktivisten kamen wieder frei.

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Jürgen Franke 19.07.17 17:36
Da kann einem nur noch übel werden,
wenn man diesem Präsidentendarsteller zuhört, der offensichtlich von wirtschaftlichen Zusammenhängen noch weniger versteht, als von der Weltpolitik. Lediglich in der Rüstungsindustrie sind die Amis führend, alles andere, was die Menschen sonst noch benötigen, muß eingeführt werden, da die Produktionskosten in den USA zu hoch sind.. Die Autoindustrie Amerikas konnte nie den Qualitätsstandard der deutschen Fahrzeuge erreichen. Der VW-Betrugsskandal wird jedoch die Verkaufszahlen der deutschen Autos nicht merklich einbrechen lassen. Das Gequatsche ihres Vaters, hat die Tochter noch nie besonders tangiert.
Ingo Kerp 18.07.17 13:59
Was interessiert die Tochter der Blödsinn, den ihr Vater verzapft?