Trump stellt umfagreiche Sicherheiten in Aussicht

US-Präsident Donald J. Trump Foto: epa/Andrew Harrer
US-Präsident Donald J. Trump Foto: epa/Andrew Harrer

SEOUL/WASHINGTON (dpa) - Donald Trump streckt die Hand in Richtung Nordkorea aus: Wenn es zum Deal mit dem Kommunisten Kim Jong Un kommt, soll dieser Sicherheiten bekommen. Pjöngjang hatte zuvor damit gedroht, das Treffen Kims mit Trump platzen zu lassen.

US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea im Falle eines erfolgreichen Atomabkommens umfangreiche Sicherheiten in Aussicht gestellt. Gleichzeitig schwächte er Spekulationen um einen möglicherweise von den USA beabsichtigten Regimewechsel in Nordkorea nach dem Modell Libyen ab. Wenn Nordkorea ein Abkommen unterzeichne, werde Kim Jong Un «sehr starke Sicherheiten» bekommen, sagte Trump am Donnerstag in Washington. Die USA verlangen dafür von Nordkorea den völligen und nachhaltigen Verzicht auf Atomwaffen.

«Wenn wir keinen Deal erreichen, dann wäre das das Modell», sagte Trump allerdings mit Blick auf die schrittweise Entmachtung von Libyens früherem Machthaber Muammar al-Gaddafi, der später von Rebellen getötet wurde. Gaddafi hatte sich 2003 auf den Verzicht auf Chemiewaffen eingelassen. Acht Jahre danach, 2011, griff eine westliche Allianz das Land an und löste so die Entmachtung Gaddafis aus.

Deswegen sei es sinnvoll, wenn Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sich auf ein Abkommen mit den USA einlasse. «Das Libyen-Modell war ein ganz anderer Deal», sagte Trump am Donnerstag zu Beginn eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Washington. «Wir haben Libyen vernichtend geschlagen», sagt Trump. Dies sei nicht der Plan für Nordkorea. Er hoffe stattdessen auf ein prosperierendes Nordkorea.

Nordkorea hatte zuletzt damit gedroht, den für 12. Juni in Singapur geplanten Gipfel zwischen Trump und Kim Jong Un platzen zu lassen. Pjöngjang führte gemeinsame Manöver der Amerikaner mit Südkorea als Grund an. Auch die Aussage des Nationalen Sicherheitsberaters der USA, John Bolton, das libysche Modell sei eine Möglichkeit für die Nordkorea-Politik, hatte in Nordkorea Unmut ausgelöst. Geplante Gespräche mit Südkorea an der gemeinsamen Grenze wurden abgesagt.

Südkorea will ungeachtet dessen weiter mit dem Nachbarn über dessen Gipfeltreffen mit den USA im Juni beraten. Auch in den USA gingen die Vorbereitungen weiter. «Sie reden in diesem Moment mit unseren Leuten», sagte Trump am Donnerstag.

Der Nationale Sicherheitsrat Südkoreas habe beschlossen, verschiedene Kanäle zu den USA, aber auch zu Nordkorea zu nutzen, um die unterschiedlichen Positionen dieser beiden Länder koordinieren zu können, teilte das Präsidialamt in Seoul am Donnerstag mit. Ziel sei es, dass es «einen erfolgreichen nordkoreanisch-amerikanischen Gipfel im Geist des gegenseitigen Respekts» geben werde.

Südkorea teilte zudem mit, man wolle mit Nordkorea auch darüber beraten, die bilateralen Gespräche «zu einem frühen Zeitpunkt» wiederaufnehmen zu können.

Bei dem am 12. Juni geplanten Treffen zwischen Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump geht es um eine Lösung des langjährigen Konflikts um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.

Leserkommentare

Für unabhängige Themen senden Sie einen Leserbrief an die Redaktion. Allgem. Kommentardiskussion

* Pflichtfelder
Ingo Kerp 18.05.18 14:05
Wer bitte soll Trump denn die versprochenen Sicherheiten noch glauben. Was ihm Versprechen und sogar schriftl. Abmachungen wert sind, hat er gerade dem Iran bewiesen. Kim wird sich das gut angesehen haben und seine Schlüsse ziehen.