Trump bleibt im Koreakonflikt hart

Foto: epa/Olivier Douliery / Pool
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WASHINGTON (dpa) - Gleich reihenweise hat sich Trump zum Ende der Woche zu Nordkorea geäußert. Er blieb verbal auf hartem Kurs, nahm aber erstmals auch das Wort von einer friedlichen Lösung in den Mund.

US-Präsident Donald Trump hat die Hoffnung auf eine friedliche Lösung der Nordkorea-Krise geäußert, hält seine Drohkulisse aber dennoch aufrecht. «Hoffentlich wird alles gut gehen», sagte Trump am Freitag (Ortszeit) in Bedminster (New Jersey) nach einem Treffen mit Außenminister Rex Tillerson und UN-Botschafterin Nikki Haley. «Niemandem wird eine friedliche Lösung lieber sein als Präsident Trump», sagte der Präsident.

Auf die Frage, ob die USA für einen Krieg mit Nordkorea bereit seien, sagte Trump: «Ich denke, Sie kennen die Antwort darauf.» Wenn dem US-Territorium Guam etwas geschehe, werde Nordkorea in «großen, großen Schwierigkeiten» sein.

Trump wollte in der Nacht mit Chinas Staatschef Xi Jinping, einem der wichtigsten Player in dieser Krise, zum Thema Nordkorea telefonieren. Tillerson sagte, Trump habe klargemacht, dass er eine diplomatische Lösung bevorzuge.

Zuvor hatte Trump seine Politik der harten Worte fortgesetzt. «Ich hoffe, dass sie in Gänze die Tragweite dessen verstehen werden, was ich gesagt habe. Und was ich sage, meine ich auch», sagte er.

Trump sagte dabei, er sehe sich in seiner Haltung von Millionen US-Amerikanern unterstützt. Wer seine Position zu Nordkorea kritisiere, tue das nur, weil er Präsident sei. Wenn andere sich so äußerten wie er, gäbe es dafür nur Lob. Trump sagte, er sei sicher, dass die Menschen Südkoreas und Japans - Nachbarn Nordkoreas - mit dem Kurs der USA sehr einverstanden seien und sich damit wohlfühlten.

Am Freitagmorgen hatte Trump drohend getwittert: «Militärische Lösungen sind nun voll einsatzfähig - locked and loaded». Wörtlich übersetzt heißt das «gesichert und geladen», es wird aber auch mit «entsichert und geladen» übersetzt.

Barschen Worten und Drohungen steht allerdings eine faktisch unveränderte US-Politik gegenüber. Es gibt keinerlei Anzeichen für eine Verlegung von Truppen, Flugzeugträgern oder Flugzeugen. Es gebe auch keinerlei Anzeichen dafür, dass die 150.000 US-Bürger in Südkorea in Sicherheit gebracht würden, berichtete der Sender NPR. Die 29.000 permanent in Südkorea stationierten US-Soldaten seien bereits seit langem für das gemeinsam mit Seoul vorgesehene Manöver eingeplant. Das Manöver soll bisher am 21. August beginnen.

US-Verteidigungsminister James Mattis hatte sich zuletzt bemüht, das hitzige Klima etwas abzukühlen. Die US-Bemühungen seien von der Diplomatie getrieben und zeitigen diplomatische Ergebnisse, sagte er. Trump sagte am Freitag, die USA würden ihre diplomatischen Kanäle nie offenlegen.

Der diplomatische Apparat der USA, früher eines der wichtigsten Werkzeuge der Supermacht, ist unter Trump durch eine Vielzahl auch auf Top-Niveau unbesetzter Stellen extrem geschwächt.

Im Nordkorea-Konflikt hat sich die Rhetorik auf beiden Seiten seit Tagen hochgeschaukelt. Nordkorea droht mit einem Angriff auf das US-Außengebiet Guam im Pazifik, allerdings halten Nordkorea-Experten das für unwahrscheinlich.

Trump hatte angekündigt, militärische Provokationen aus Pjöngjang mit «Feuer und Wut» beantworten zu wollen. Am Freitag (Ortszeit) hatte es aus Pjöngjang geheißen, die USA müssten mit einer «schandvollen Niederlage» rechnen, sollten sie weiter auf «extreme militärische Abenteuer» sowie Sanktionen und Druck bestehen.

Politiker aus aller Welt mahnten zur Mäßigung. «Eskalation der Sprache halte ich für die falsche Antwort», sagte Kanzlerin Angela Merkel. Sie rief dazu auf, die Bemühungen um eine friedliche Lösung zu verstärken, etwa im UN-Sicherheitsrat und durch Kooperation auch mit China. «Ich sehe auch keine militärische Lösung dieses Konflikts.»

Trump sagte an Merkels Adresse: «Lasst sie für Deutschland sprechen. Sie ist eine sehr gute Freundin von mir. Möglicherweise hat sie sich auf Deutschland bezogen.»

Der Konflikt heizt sich seit Monaten auf. Nordkorea hatte trotz mehrerer Verbote des UN-Sicherheitsrats und Warnungen aus dem Ausland am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10.000 Kilometern. Nordkoreas Staatschef Kim sagte nach dem Test, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite. Als Reaktion auf den Raketentest verhängte der UN-Sicherheitsrat die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea.

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Leserkommentare

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Ingo Kerp 13.08.17 12:51
Hört da überhaupt noch einer hin? Außer Geheule kommt von der Föhnfrisur doch nichts. So stellt er sich seinen Wählern als Präsident vor, der durchgreifen will?