Thailand verteilt «Wunderpillen» zum Valentinstag

Foto: epa/Diego Azubel
Foto: epa/Diego Azubel

BANGKOK (dpa) - Aus Sorge um die sinkende Geburtenrate hat Thailands Regierung zum Valentinstag vermeintliche «Wunderpillen» verteilen lassen.

In Krankenhäusern und Behörden wurden am Dienstag insgesamt sechs Millionen Pillen mit Eisen- und Folsäure ausgegeben. In einem Standesamt in Bangkok wurden auch frisch vermählte Ehepaare vom Staat mit den Präparaten bedacht. Mit den Vitaminpillen sollen Schwangerschaften gefördert werden.

Der Generaldirektor des thailändischen Gesundheitsministeriums, Vachira Pengjan, sagte zu der ungewöhnlichen Aktion: «Frauen, die schwanger werden wollen, sollten über einen Zeitraum von zwölf Wochen mindestens einmal pro Woche Eisen- und Folsäure zu sich nehmen.» Thailand gehört zu den Ländern, in denen die Bevölkerungszahl kaum noch wächst. Zudem wird in dem südostasiatischen Staat weniger geheiratet und später als früher.

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Leserkommentare

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Tom Beringer 18.02.17 21:53
@Sitting Bull / Lactose Intoleranz
Werter Herr, Sie schreiben, daß bis zu 90% der Bevölkerung in SO Asien Laktose Intolerant ist. Obwohl ich keine fundierte Zahlen habe, halte ich 90% für viel zu hoch gegriffen. Laktose ist in T kein Fremdwort mehr u jeder Arzt wird die Eltern sofort darauf hinweisen, wenn Beschwerden wie Durchfall, etc auftreten. Ich habe mal mit einer Kinderärztin gesprochen u die meinte etwa 10 % der Kinder hätte es. Ich habe jetzt gegoogelt u es gibt wenig offizielle Studien dazu. Eine die ich gefunden habe spricht von 47%, da wurden aber nur sehr wenige Personen getestet. In meinen mehr als 20 Jahren habe ich zwar viele Thais getroffen, die keinen Käse mögen. Lak Into aber noch nie jemanden. Wo haben Sie Ihre 90 % her ? Würde mich doch interessieren.
Peter Platzer 18.02.17 14:40
Komisch!
In Somalia haben die Frauen im Schnitt 6 Kinder. 75% der Bevölkerung haben Mangelernährung, Keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und keinen Zugang zu Arzneimitteln. Wunderpillen haben sie auch nicht. Warum sind die jetzt so "fruchtbar"? Vermutlich haben die eine sauberere Luft. Das wäre noch meine einzigste Erklärung. Könnte doch sein, oder? Bei all den ´Fakten/Argumenten die anscheinend entscheidend sind.
Hansruedi Bütler 18.02.17 05:01
Ach lieber Herr Sitting Bull….........
Gerade in Ihrem ursprünglichen Heimatland (sowie alle alpine Länder der DACH Region, inkl. F und I) ernährten sich die Bewohner seit Jahrhunderten aus Milch und Milchprodukten ohne jegliche gesundheitliche Schädigung. Ihre Reproduktionsrate war sehr hoch! Ok, die Kindersterblichkeit auch, aber das hatte andere Ursachen. Die Lactose/Kuhmilch Intoleranz war auch bekannt und wurde durch Verwendung von Ziegenmilch behoben. Die Verwandtschaft meiner Ehefrau (alles Sennen) war extrem kindereich (zum Teil 16 und mehr) und durch hohes Alter gekennzeichnet. Der Geburtenrückgang in SO-Asien hat aber andere Ursachen. Auch in TH stand vor etlichen Jahrzehnten der ländlichen Bevölkerung Büffelmilch, wenn auch in bescheidenem Ausmaß zur Verfügung und der Kindersegen florierte. Vor ca. 25 Jahren wurde mit Hilfe von europäischen/thailändischen Spitälern und dessen Daten, die stark erhöhte Krebssterblichkeit untersucht. Fazit: Verunreinigungen der Luft und des Trinkwassers sowie Lebensmittel sind neben Rauchen und Alkohol die Hauptursachen der häufigen Krebsfälle. Bis 2008 konnte man die Daten einsehen, heute sind sie nicht mehr zugänglich. In Nord Thailand sind spezielle Gebiete kontaminiert mit Arsen im Grundwasser, welches zur Bewässerung mitverwendet wird. Das im Grundwasser vorkommende Arsen reichert sich in Reis zehnmal so stark an wie in anderen Getreidearten; auf dem Weltmarkt angebotene Sorten enthalten zwischen 20 und 900 Mikrogramm Arsen pro Kilogramm.
Hansruedi Bütler 18.02.17 05:00
Ach lieber Herr Sitting Bull…………
Die Luft ist geschwängert mit SO2/NOX und Feinstaub PM2,5. Mit den Lebensmitteln, da nur large Kontrollen werden Pestizide, Azofarbstoffe, Formaldehyd etc. zum Genuss dargeboten. Die hormonartig wirkenden Chemikalien in der Nahrungskette erwirken das Weitere. Untersuchungen zeigen, dass die gesunde Produktion von genügend bewegungsfähigem Sperma, auch in den DACH-Ländern stetig abnimmt und mitverantwortlich (ohne Einbezug Kontrazeption) für den Geburtenrückgang ist. Fasst man zusammen, so kommt doch einiges zum Vorschein, welches die „gesunde Reproduktion* der SO-Asiaten in den letzten Jahrzehnten dezimierte und sich weiter erschreckend ausdehnt. Wie z. B.: Tabak, Alkohol, Luft- und Lebensmittelgifte sowie die hohe Todes-Rate der einst zur Zeugung fähigen Kinder, welche nun fehlen. Die zuständige Obrigkeit der betroffenen Länder hat dies schon lange erkannt, aber außer „komischen“ Gesetzeserlassen und Lippenbekenntnissen, konnte nichts wirklich umgesetzt werden - und so wird es voraussichtlich auch bleiben. Vielleicht werden Vitaminpillen erfunden und erlösen die armen Politiker von ihren schmerzhaften Aufgaben. Wer weiß, am nächsten Valentinstag werden sie möglicherweise per Flugzeug abgeworfen um die Schwangerschaften zu fördern.
Sitting Bull 16.02.17 17:01
@Peter
In Kambodscha wuetet gerade ein ungeheurer Bauboom. Hier fehlt es derweil massiv an den in Thailand arbeitenden Kraeften. Da koennte sich bald was aendern. Die Loehne in Kambodscha steigen gerade stark. Bald muessen wohl die Thais selbst wieder ran. In Myanmar gehts auch grad los.