Supercomputer: China überholt USA

 «Piz Daint» am Schweizer Supercomputing Center CSCS kommt auf eine Leistung von 19,59 Petaflops. Foto: epa/Karl Mathis
«Piz Daint» am Schweizer Supercomputing Center CSCS kommt auf eine Leistung von 19,59 Petaflops. Foto: epa/Karl Mathis

DENVER (dpa) - Die Liste der schnellsten Supercomputer der Welt wurde in den vergangen 25 Jahren traditionell von den USA angeführt. Erstmals verdrängt China den einstigen Spitzenreiter nun auch bei der Anzahl der Anlagen. Deutschland setzt derweil auf modulare Systeme.

China baut seine Vormachtstellung im Ranking der schnellsten Supercomputer der Welt weiter aus. In der 50. Ausgabe der «Top 500»-Rangliste stellt das Land insgesamt 201 Anlagen und überholt die USA (145 Anlagen) damit deutlich. Den dritten Platz belegt Japan mit 35 Rechenanlagen, gefolgt von Deutschland (20), Frankreich (18) und Großbritannien (15).

Die Liste der «Top 500» wird zwei Mal im Jahr anlässlich der International Supercomputing Conference veröffentlicht, die diesmal in Denver (US-Bundesstaat Colorado) stattfindet. Den ersten Platz verteidigte China zum vierten Mal mit großem Abstand mit «Sunway TaihuLight». Die Anlage arbeitet im Supercomputer Center in Wuxi und kommt auf eine Leistung von 93 Petaflops, Billiarden Gleitkommaoperationen pro Sekunde.

Auch der zweite Platz geht an China, «Tianhe-2» («Milchstraße») am chinesischen Supercomputer-Center in Guangzho. Die Anlage hält mit 33,8 Petaflops den Verfolger «Piz Daint» am Schweizer Supercomputing Center CSCS (19,59 Petaflops) auf Abstand. Die USA, die lange Zeit deutlich die Liste dominierten, folgen mit «Titan» (17,59 Petaflops) an der Oak Ridge National Laboratory des US-Energie-Ministeriums nach Japan auf dem fünften Platz.

Die schnellste Rechenanlage Deutschlands steht in Stuttgart. «Hazel Hen» des Herstellers Cray arbeitet am Höchstleistungsrechenzentrum HLRS und belegt mit 5,6 Petaflops auf der Liste den 19. Platz, gefolgt von der IBM-Anlage «Juqeen» am Forschungszentrum Juelich mit 5 Petaflops auf Platz 22.

Dort arbeitet auch die erste modulare Anlage «Jureca» von Intel und Dell, die auf 3,7 Petaflops kommt und den 29. Platz in der Liste einnimmt. Das Besondere an ihr: Ausgestattet mit einem zweiten Modul geht «Jureca» als erster echter modularer Supercomputer in Betrieb. Ein sogenannter Booster sorgt in der neuen Rechner-Architektur dabei für eine massive Steigerung der Rechenleistung, indem dort komplexe Rechenaufgaben ausgelagert und bearbeitet werden können. Noch ein halbes Jahr zuvor rangierte «Jureca» auf Platz 80.

Supercomputer nehmen in der Medizin, in der Wirtschaft, für die Berechnung von Verkehrsströmen, der Analyse von Molekülbewegungen oder der Vorhersage, Analyse und Simulation von Wetterdaten eine immer wichtiger Rolle ein. Bei vielen komplexen Berechnungen kommt es aber immer häufiger auf Qualität als auf Quantität an. Für die «Top 500»-Liste wird traditionell die Quantität über den sogenannten Benchmark-Wert ermittelt. Viele Experten halten den Wert deshalb als nicht mehr zeitgemäß und in der Praxis nur bedingt aussagekräftig.

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Leserkommentare

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Hansruedi Bütler 15.11.17 19:10
Zuerst ein Penthouse und dann der Pe(n)ta-flop
so könnte man eventuell den Abstieg auch beschreiben. :-)
Harry Thiel 15.11.17 18:11
Der Trump - Staat wird immer schwächer. Es wird sich in allen Geschäften zeigen. Trump macht eine Mittelmacht aus den USA (nehmt diesen leuten die ABC Waffen weg - sonst schneidet sich Trump damit noch in die Finger bzw. seine USA)