Schweres Zugunglück bei New York -eine Tote, mehr als 100 Verletzte

Pendler fahren zur Arbeit, die Züge sind voll. Im Bahnhof von Hoboken nahe New York kommt es zu einem schweren Unglück. Augenzeugen sagen, der Zug sei ungebremst in die Station hinein gefahren. Foto: epa/Gary Hershorn
Pendler fahren zur Arbeit, die Züge sind voll. Im Bahnhof von Hoboken nahe New York kommt es zu einem schweren Unglück. Augenzeugen sagen, der Zug sei ungebremst in die Station hinein gefahren. Foto: epa/Gary Hershorn

HOBOKEN (dpa) - Mitten im morgendlichen Berufsverkehr ist im Großraum der Millionenmetropole New York ein Pendlerzug mit hoher Geschwindigkeit in einem Bahnhof verunglückt. Eine Frau sei dabei ums Leben gekommen, mindestens 108 weitere Menschen seien verletzt worden, sagte New Jerseys Gouverneur Chris Christie bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Donnerstag am Unglücksort in Hoboken. Der Zugführer habe das Unglück überlebt. Er sei schwer verletzt im Krankenhaus und arbeite mit den Behörden zusammen, um die Hintergründe des Unglücks aufzuklären.

Die Ursache für das Unglück war zunächst unklar. «Es ist nur klar, dass der Zug mit hoher Geschwindigkeit in den Bahnhof eingefahren ist», sagte Christie. «Wir sind mitten in der Untersuchung und werden keine voreiligen Schlussfolgerungen ziehen.» Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass es sich um «irgendetwas anderes als ein tragisches Unglück» gehandelt haben könne.

Der Zug war Augenzeugen zufolge ungebremst in den Bahnhof der 50.000-Einwohner-Stadt Hoboken im US-Bundesstaat New Jersey eingefahren, gegen einen Prellbock gerast und von der Wucht des Aufpralls teilweise in die Luft gehoben worden. Teile des Bahnhofs stürzten daraufhin ein. Wann der Bahnhof wieder aufmachen könne, sei unklar, sagte Christie.

Die örtliche Nahverkehrsgesellschaft sprach von einem «schweren Unfall», der Zugverkehr sei in Hoboken komplett eingestellt worden. Die US-Eisenbahnbehörde FRA schickte Ermittler nach Hoboken. Gouverneur Christie machte sich gemeinsam mit seinem Kollegen aus New York, Andrew Cuomo, vor Ort ein Bild der Lage. Dafür sagte Cuomo seine Reise nach Israel zur Beerdigung des früheren Präsidenten Schimon Peres ab.

Der Zug mit der Nummer 1614 war etwa eine Stunde vor dem Unglück in Spring Valley im Bundesstaat New York nördlich von Hoboken gestartet und fuhr gegen 8.45 (Ortszeit) auf Gleis 5 in den Bahnhof von Hoboken ein. US-Fernsehsender zeigten Bilder des Bahnhofs, in dem erheblicher Sachschäden entstanden war. Die Station von Hoboken ist einer der meistbenutzten Pendlerbahnhöfe im Umkreis von New York. Rund 50.000 Menschen passieren das Gebäude jeden Tag, die meisten auf dem Weg von und zur Arbeit in Manhattan auf der anderen Seite des Hudson River.

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