Schweizer Serienstar Klaus Wildbolz ist tot

Foto: epa/Urs Flueeler
Foto: epa/Urs Flueeler

WIEN (dpa) - Mit seiner Rolle in «Schlosshotel Orth» spielte er sich in die Herzen der Zuschauer: Klaus Wildbolz war über Jahrzehnte aus deutschsprachigen TV-Produktionen nicht wegzudenken. Kaum ein renommiertes Format kam ohne den Frauenliebling aus. Der Schweizer Schauspieler gab vor der Kamera gerne den stattlichen Mann. Zuletzt sah man ihn aber nur noch selten am Bildschirm. Mit 79 Jahren ist Wildbolz nun nach kurzer schwerer Krankheit in Wien gestorben. Das bestätigte sein Management am Donnerstagabend.

Zur Welt kam Wildbolz, dessen Familie Schweizer Wurzeln hat, am 25. August 1937 in Wien. Er wuchs mit seinem Zwillingsbruder Jost in Österreich und der Schweiz auf. Nach einer Wirtschaftsausbildung absolvierte er ein Studium am renommierten Reinhardt-Seminar. Es folgte der Schritt zum Theater. Erste Auftritte hatte Wildbolz am Stadttheater Luzern, in Stuttgart, Düsseldorf, Berlin und Wien. Als vielseitiger Künstler stand er auch auf der Bühne der Salzburger Festspiele.

Seine Berufung fand er aber schnell im Fernsehen. Als Moderator der ARD-Show «Schnick-Schnack» erlangte er größere Bekanntheit. Später spielte er in vielen großen TV-Produktionen wie «Schwarzwaldklinik», «Derrick» und «Traumschiff» mit. Auch in «Der Bergdoktor» und «Hotel Paradies» trat er auf. 1975 war er an der Seite von Ava Gardner und Timothy Dalton im Spionagethriller «Vollmacht zum Mord» auf der großen Kinoleinwand zu sehen.

1996 wurde Wildbolz für eine Folge im Wiener «Tatort» engagiert. In «Schlosshotel Orth» trat er in seiner umschwärmten Paraderolle rund 70 Mal als Direktor Wenzel Hofer auf. 2000 gab er seinen Ausstieg bekannt.

Im Alter von über 60 Jahren wollte er beruflich neue Wege gehen. Die selbst gewählte Bildschirm-Pause hielt aber nicht allzu lange. Von 2004 an war er wieder regelmäßiger Gast in Fernsehserien und Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen.

Zuletzt stand er für den Film «Schweizer Helden», der 2014 erschien, vor der Kamera. Der Streifen wurde am Filmfestival von Locarno mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Ein schwerer Schlag war der Krebstod seiner Frau 2008. Trost fand Wildbolz, der kinderlos blieb, danach bei einem deutlich jüngeren Fan. Nadine von Vöhren schrieb ihm nach dem Verlust seiner Frau einen Brief, die beiden nahmen Kontakt auf. Aus der Begegnung wurde Liebe. Eine Verlobung mit der 41 Jahre jüngeren Hamburgerin legte er später aber wieder auf Eis. Grund seien negative Reaktionen auf die Beziehung aus dem Umfeld gewesen.

Privat engagierte sich Wildbolz für Einrichtungen, die sich um Kinder in Not sorgen. Sein größtes Hobbys waren Oldtimer: Der Leidenschaft ging er gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder nach. Mit ihm fuhr er zahlreiche Rennen.

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