Rohingya-Rebellen in Myanmar erklären einmonatige Waffenruhe

Foto: epa/Nyein Chan Naing
Foto: epa/Nyein Chan Naing

SITTWE (dpa) - Rebellen der muslimischen Minderheit der Rohingya in Myanmar haben eine einseitige Waffenruhe erklärt. Die «humanitäre Pause» solle ab sofort einen Monat dauern und Hilfsorganisationen die Gelegenheit geben, sich um die Opfer des Konflikts im Bundesstaat Rakhine zu kümmern, teilte die «Arakan Rohingya Salvation Army» am Sonntag auf Twitter mit.

Die jüngste Gewaltwelle dort hatte Ende August mit Angriffen der Rebellengruppe auf Polizei- und Militärposten begonnen. Die Armee des südostasiatischen Landes antwortete nach eigenen Angaben mit einer «Räumungsaktion». Hunderte Menschen sollen seitdem ums Leben gekommen sein. Mindestens 270.000 Rohingya flohen nach Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR ins Nachbarland Bangladesch.

Was genau in Rakhine vor sich geht, weiß niemand. Die Vereinten Nationen haben keinen Zugang. Geflüchtete berichteten, dass ihre Häuser niedergebrannt worden und Familienangehörige erschossen worden seien. Überprüfen ließen sich solche Angaben nicht. Die Rohingya werden im vorwiegend buddhistischen früheren Birma nicht als Staatsbürger anerkannt.

«ARSA ruft die birmanische Regierung dringend auf, diese humanitäre Pause zu erwidern, indem sie offensive militärische Operationen beendet und sich daran beteiligt, den Opfern in allen vom Konflikt betroffenen Gegenden des Staates Arakan (Rakhine) zu helfen, ungeachtet derer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit», hieß es in der Mitteilung.

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Leserkommentare

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Karlheinz Dambmann 14.09.17 14:43
Gut gemeint, lieber TheO Swisshai
edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Wenn wir in einer „gerechten“ Welt leben würden, in denen Reichtum und Ressourcen „gerecht“ verteilt wären, wären alle Menschen glücklich und würden in Frieden miteinander leben. Leider ist diese Vorstellung eine sozialistische Utopie. „Gerechtigkeit“ ist ein subjektiver Begriff, jeder versteht etwas anderes darunter. Lieber TheO, Sie sind vermutlich der Meinung die Probleme mit den Rohingya Rebellen – und allen anderen muslimischen Terrororganisationen – dadurch lösen zu können, dass deren Forderungen erfüllt werden, Autonomie gewährt wird, möglichst ein eigenes Staatsgebiet, und dass mit Geld aus „reichen Ländern“ Aufbauhilfe geleistet wird, um Bildung etc zu ermöglichen. Wenn es doch nur so einfach wäre… Aber leider kann es für einen gläubigen Muslim keine Toleranz gegenüber Ungläubige/ Andersdenkende geben. Der Koran verbietet das ausdrücklich. Eine „gerechte“ Welt besteht für einen gläubigen Muslim dann, wenn alle Ungläubigen entweder bekehrt oder getötet sind. Wenn die islamische Geistlichkeit lehren würde, dass ein Christ, ein Jude, ein Buddhist, ein Hindu etc ebenso lebenswert ist wie ein Moslem, wenn im Islam gelehrt würde, dass der Glaube eines jeden Einzelnen dessen Privatsache ist und man aufhören würde, die Welt islamisieren zu wollen, dann können wir Ihren Weg der Toleranz gehen. Bis dahin hilft uns alle Toleranz dieser Welt gegenüber dem Islam nicht weiter, wie uns die Geschichte und auch die Gegenwart leider belegt.
TheO Swisshai 13.09.17 12:37
@Karlheinz Dambmann / Intoleranz schafft Gewalt
Hr. Dambmann, versuchen Sie doch bitte einmal, etwas weiter zu denken, als nur bis zur Nasenspitze. Sehen Sie, die logische Folge von Intoleranz ist immer Gewalt, auf Unterdrückung, folgt der Aufstand. So ist auch im Fall der Rohingyas. Obwohl sie seit Generationen dort leben, werden sie von Myanmar offiziell nicht als Staatsbürger anerkannt und in allen Bereichen benachteiligt. Als Staatenlose, verfügen sie über keinerlei Rechte, sie dürfen nicht wählen und haben keinen Zugang zu höherer Bildung. Eine offizielle Ausreise wird ihnen nicht gestattet und innerhalb des Landes, sind sie Reisebeschränkungen unterworfen. Grundbesitz von Rohingyas wird beschlagnahmt und Privatbesitz zerstört. Pagoden und buddhistische Klöster werden an Stellen errichtet, wo zuvor muslimische Stätten standen. Sondersteuern, Zwangsarbeit, Heiratsbeschränkungen und Manipulationen bei der Registrierung von Geburten und Todesfällen, machen ihnen das Leben schwer. Dazu kommen illegale Inhaftierungen, Folter, Vergewaltigungen und Morde. Von den Vereinten Nationen werden sie deshalb als die „am stärksten verfolgte Minderheit der Welt“ eingestuft. Sie können mit Sicherheit davon ausgehen, dass es unter diesen "Lebens-" Bedingungen, früher oder später zu Unruhen kommt, egal welcher Religion die Betroffenen angehören. Man muss wirklich nicht überdurchschnittlich Intelligent sein um zu begreifen, dass für ein friedliches, gemeinsames Zusammenleben der Menschheit, Toleranz das Wichtigste von Allem ist, .
Karlheinz Dambmann 12.09.17 18:55
Volle Zustimmung @ Zil Zelini und Judax Judaxsa
Bleibt zu hoffen, dass die vom Islam-Terror bedrohten Länder der Region, namentlich Myanmar, Philippinen und Thailand, bei der Bekämpfung dieser Terroristen zusammenarbeiten. Irgendwelche Toleranz oder Kompromisse wären gegenüber den muslimischen Landnehmern völlig verfehlt. Gott sei Dank scheint man sich in diesem Punkt in allen 3 Ländern einig zu sein.
TheO Swisshai 12.09.17 14:41
@judax judaxsa / Same same but different
Ein Haus kann man auch Villa nennen, ein Kind und ein Mann sind beides Menschen, gleich wie ein Blonder und ein Sportler. Alles klar ?
judax judaxsa 12.09.17 12:54
Rebellen oder Terroristen7
Im Sueden der Philippinen und auch in Thailand werden diese Mosleme Terorristen genannt warum werden diese in Burma Rebellen genannt?