Rekord-Erbgut: Axolotl-Genom entziffert

Foto: epa/Jan-peter Kasper
Foto: epa/Jan-peter Kasper

WIEN (dpa) - Genetiker sind dem Geheimnis nachwachsender Gliedmaßen, Muskeln und Nerven ein Stück weit auf die Spur gekommen. Einem Team von Forschern aus Wien, Heidelberg und Dresden sei es gelungen, die gesamte Erbinformation des mexikanischen Schwanzlurchs Axolotl zu entziffern, teilte das Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien mit. Der Lurch ist wegen seiner Fähigkeit zur Regeneration von Gliedmaßen ein Schlüssel bei der Erforschung dieser Mechanismen.

Mit 32 Milliarden Basenpaaren sei dessen Erbinformation mehr als zehnmal so groß wie das menschliche Genom. Es handle sich um das größte bisher entzifferte Genom. Eine Gruppe um die Forscherin Elly Tanaka fand dabei mehrere Gene, die nur beim Axolotl und anderen Amphibienarten vorkommen und in regenerierendem Gewebe aktiv sind.

«Wir haben jetzt die genetische Karte in der Hand, mit der wir untersuchen können, wie komplizierte Strukturen - zum Beispiel Beine - nachwachsen können», erklärte Sergej Nowoshilow, Co-Autor der Studie, die in der Zeitschrift «Nature» erschienen ist. Wenn der kannibalistisch veranlagte Axolotl ein Körperteil verliert, wächst binnen weniger Wochen ein perfekter Ersatz mit Knochen, Muskeln und Nerven nach. Auch durchtrenntes Rückenmark und verletztes Netzhautgewebe kann der Axolotl wiederherstellen.

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