Regierung befürwortet Cannabis als Medizin

Cannabis-Öl zur medizinischen Behandlung. Foto: epa/
Cannabis-Öl zur medizinischen Behandlung. Foto: epa/

BANGKOK: Die erste Gesetzesvorlage, die den Einsatz Cannabis begrenzt für medizinische Zwecke erlaubt, wurde am Dienstag vom Kabinett genehmigt. Es geht bei diesem Gesetz auch um die Entkriminalisierung von Betäubungsmitteln der Klasse 5, einschließlich Hanf, Kratom und Opium. Nach Verabschiedung dieses Gesetzes durch das Übergangsparlament könnten Drogen der Klasse 5 kultiviert und extrahiert werden, erläuterte Regierungssprecher Sansern Kaewkamnerd.

Im Januar letzten Jahres hatte Prapat Panyachartraksa, der Vorsitzende der Bauernvereinigung, die Schaffung einer 5.000 Rai (800 Hektar) großen Marihuanaplantage in der Provinz Sakon Nakhon angekündigt. Der Plan erhielt nicht die Genehmigung des Gesundheitsministeriums. In der Hoffnung, den Legalisierungsprozess voranzutreiben, hat ein Forscherteam der Universität Rangsit im vergangenen Monat ein Cannabis-Spray vorgestellt, das Schmerzen bei Krebs- und Multiple-Sklerose-Patienten lindern soll, berichtet „Khao Sod“. Unter der Militärherrschaft hat Thailand überraschende Fortschritte bei der Entkriminalisierung von Drogen gemacht, auch, weil ein Mitglied der regierenden Junta, der Justizminister, den Krieg gegen Drogen als gescheitert erklärt hatte.

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Leserkommentare

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Hansruedi Bütler 17.05.18 20:48
@Peter Buck
Ich hoffe, dass der Joint aus "Canabis oder Marijuhana" doch nicht schon zu stark wirkte!!! :-)) Was ist der Unterschied von Cannabis und Marihuana? Cannabis, Marihuana, Hanf und Haschisch - gibt es da eigentlich einen Unterschied? Irgendwie schon, aber irgendwie auch nicht. Zwar versteht meistens jeder, was man meint, aber schicker wäre doch, die Begriffe richtig zu benutzen. Cannabis gehört zur Gattung der Hanfgewächse (Cannabis sativa, davon kennt man ursprünglich drei Arten: C. sativa, C. indica und C. ruderalis), es ist eine Sorte von Maulbeergewächsen. Konsumiert wird meist nur die weibliche Cannabispflanze. Denn die enthält genug vom Wirkstoff THC, um zum Rausch zu führen. Marihuana – oder auch Gras genannt – , wird aus den getrockneten Blüten und Blättern der Cannabispflanze gewonnen. Sieht aus wie Tee und hat den spezifischen Eigengeruch. Meistens wird Marihuana als Joint geraucht. Außer den Blättern kann außerdem das Harz der weiblichen Hanfpflanze verarbeitet werden. Das Produkt sind Platten oder Klumpen, die als Haschisch oder kurz Hasch bezeichnet werden. Haschisch hat einen höheren Wirkstoffgehalt als Marihuana. Der teutonische Steintischklopfer lässt grüßen. :-))
Hansruedi Bütler 17.05.18 18:15
@Jörg Thomas Kopp: Cannabis-Öl
Werter Herr Kopp, ich bin ein Verfechter der Naturmedizin. Habe selber Heilpflanzen und gehe in den hiesigen Wald auch welche suchen. Aber, wer im Internet Informationen zu Cannabis sucht, findet vor allem eines: Versprechen! Das Größte davon: Cannabis könne Krebs heilen! Das behauptet der Kanadier Rick Simpson. Ihn selbst habe es von Hautkrebs befreit, lässt Simpson die Welt wissen. Die Informationen sind oft nicht wissenschaftlich belegt. Franjo Grotenhermen im Nordrhein-westfälischen Rüthen ist Arzt und Vorsitzender einer internationalen Arbeitsgemeinschaft für Cannabis als Medizin und setzt sich seit Jahren für die Anwendung der Pflanze in der medizinischen Therapie ein. Grotenhermen ist sich sicher: „Cannabis ist kein Wundermittel, es ist eine Möglichkeit." Zwischen THC-haltigem Cannabis und THC freiem Hanf-Öl besteht in Anwendung und Wirkung ein großer Unterschied! THC-haltige Produkte wirken relaxierend auf Muskulatur und Gefäße und können so auch chronische Schmerzen positiv beeinflussen und hellen die Psyche auf. Das Öl aus Samen enthält viele ungesättigte Fettsäuren, allen voran die wichtigen Ω 3 Fettsäuren. Das Attackieren der Krebszellen ist bekannt! Aber Vorsicht: Einige Ω 3 Fettsäuren fördern Krebs, daher ist die Herkunft des Öles maßgebend, welches eine unterschiedliche Zusammensetzung erwirken kann! CBD Öl ist ein Destillat aus den psychoaktiven Pflanzenteilen und enthält THC welches auf die Krebsbehandlung keinen Einfluss ausübt! Es wirkt analgetisch.
Heinz 17.05.18 17:00
Wer die Geschichte der Entstehung der weltweiten Drogen-Prohibition kennt und versteht, der weiss heute auch, dass die Anfänge dieses "Reliktes" weder der Volksgesundheit noch der Wirtschaft zugedacht waren, sondern einzig dem Zwecke des Protektionismuses der amerikanischen Chemiegiganten diente. Die Mafia generiert heute aus dem illegalen Betäubungsmittelhandel Wahnsinns-summen an Geldern, steuerfrei notabene, die der Staat eigentlich für sich beanspruchen könnte, wenn er nur will. Dazu sind die geplanten Gesetztesänderungen aus meiner Sicht sinnvoll und zielführend. Thailand will von Canada zu Forschungszwecken Cannabis beziehen, um den Prozess der Legalisierung von Cannabis (um nur eine Substanz zu nennen) weiter zu entwickeln. Canada legalisiert am Sonntag, 1.Juli 2018 den gesamten Cannabismarkt und gräbt somit dem Schwarzmarkt effizient das Wasser ab. Den kanadischen Fiskus wird's freuen. Eine Verbotspolitik, die die gesellschaftliche Realität ignoriert, ist keine gute Politik und wird früher oder später scheitern. Neben vielen anderen modernen Staaten ist auch Thailandt auf dem Weg, diese Erkenntnisse umzusetzten.
Josef Reiter 17.05.18 15:27
@Jörg Thomas Kopp . Ich 67 Jahre habe noch nie geraucht oder gekifft ,bitte so etwas zu verallgemeinern ist nicht richtig.
Peter Buck 17.05.18 13:07
Anbau von Canabis oder Marijuhana?
Liebe Redaktion "Der Farang" Es wäre wirklich zu begrüssen, wenn ihr die Berichterstattuung korrekt machen würdet. Es wurde doch nicht berichtet, dass die Regierung auf 5000 Rai Marijuhana anpflanzen will. Es wurde von Hanfanbau (hemp) und Anbau von Cannabis berichtet. Das ist ein wesentlicher unterschied. Aus Hanf kann man zwar Marijuhana zum Kiffen gewinnen. Jedoch wurde in gleichen Zusammenhang über die Entkriminalisierung der Drogen Kategorie 5 geschrieben, wo auch Marijuhana dazugehört. Dieser Unterschied zu berichten ist sehr wichtig, da sonst einige teutonische Steintischklopfer was ganz anderes Verstehen.