Phra Dhammajayo offenbar nach Europa geflohen

Phra Dhammajayo (M.) soll sich nach Europa abgesetzt haben. Archivbild: epa/Rungroj Yongrit
Phra Dhammajayo (M.) soll sich nach Europa abgesetzt haben. Archivbild: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Das Department of Special Investigation (DSI) geht Meldungen nach, dass der per Haftbefehl gesuchte Phra Dhammajayo, ehemals Abt des Wat Phra Dhammakaya in Pathum Thani, nach Europa geflohen ist.

DSI-Generaldirektor Paisit Wongmuang sagte am Mittwoch in Bangkok, mehrere Agenturen in Thailand und im Ausland hätten die Berichte bestätigt. Der Abt sei offenbar mit Hilfe seiner Anhänger über die Grenze in ein Nachbarland und von dort nach Europa gebracht worden. Die Immmigration habe mitgeteilt, dass Phra Dhammajayo nicht über einen offiziellen Checkpoint das Land verlassen habe. Die DSI, so Paisit weiter, werde jetzt die Berichte auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Sollten sie sich bestätigen, werde die Auslieferung des Mönchs in die Wege geleitet.

Dem 72 Jahre alten Mönch der machtvollen buddhistischen Sekte Dhammakaya wird Geldwäsche und Besitz von gestohlenen Vermögenswerten über 1,2 Milliarden Baht im Zusammenhang mit dem Unterschlagungsskandal bei der Klongchan Credit Union Cooperative (KCUC) sowie illegale Landnahme bei der Schaffung von Meditationszentren in mehreren Provinzen vorgeworfen. Das Wat Phra Dhammakaya in Pathum Thanis Bezirk Khlong Luang steht derzeit unter der Aufsicht des National Office of Buddhism und der Tempelleitung in Pathum Thani.

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Leserkommentare

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Egbert Scherer 03.08.17 19:37
Werbung für den Glauben
Thailand macht doch so viel Werbung für ihren buddhistischen Glauben. Da bleibt es doch nicht aus, dass man bei derartigem "Sündenpfuhl" durch die gesamte Gesellschaft um Ablass bittet und hierbei die Kassen der Klöster befüllt. Es nutzt doch jeder für seine Zwecke den Aberglaube innerhalb der Gesellschaft aus. Jeder auf seine Weise. Selbst oberste Instanzen haben den Mönchen in noblen Luxusschlitten die Goldbarren in die Wat gekarrt und Beweiskraft der öffentlichen Presse. Und ich kenne genügend Thai, die auch diesem Orden nach ihrem Ableben ihr Hab und Gut vermacht haben. Ganz offiziell, freiwillig und legal. Was da jetzt geschieht, ist auch vieles an den Haaren herbei gezogen...- Wenn man die zukünftig beabsichtigten staatlichen Zugeständnisse an Tourismus und Migrantschaft betrachtet und auch die angestrebten Projekte in eine Kalkulation mit einbezieht, dann muss man doch zwangsläufig zum Ergebnis kommen, sich fragen zu müssen, woher die dafür erforderliche "Knete" herkommen mag. Egal woher: Hauptsache die Kohle rückt in erreichbare Nähe...-
Oliver Rudolph 03.08.17 17:37
dies geht immer-verschwinden aus Thailand
Komisch,da werden keine Kontrollen unternommen.Aber 3 Ladys,die auf Facebook Bier verkaufen.Sehr wichtig.
Norbert Kurt Leupi 03.08.17 13:47
Phra nach Europa geflohen ?
Man könnte wie früher " für Gauner dieses Kalibers " ein Kopfgeld ausschreiben dann läuft er vielleicht früher ins " Garn " ? Oder will man ihn gar nicht finden ? Es gibt ja mehrere Gesuchte , die im sich Ausland tummeln ,denen man aber auch nicht an den Kragen geht !
Siegmund Scheller 03.08.17 13:25
Das ist das, was Thailand auszeichnet, Milliarden darf man unterschlagen, ab für eine Bierwerbung wir man sofort festgenommen!
Egbert Scherer 03.08.17 13:15
Gleiches Recht für alle
Wenn man die Vorwürfe an den Abt als Grundlage nimmt, so müsste man vermutlich die Hälfte aller hohen Beamten und Regierungsmitglieder genauso beäugeln. Eine Vielzahl könnte vermutlich die Herkunft ihres Reichtums auch nicht nachweisen, weil es ihr Job als Lohn nicht auswerfen konnte.