Netanjahu fordert Annullierung des Atomabkommens mit Iran

Foto: epa/Dan Balilty / Pool
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BUENOS AIRES (dpa) - Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat das internationale Atomabkommen mit dem Iran erneut scharf kritisiert. «Das Abkommen ist schlecht, entweder wird es geändert oder es wird gekündigt», sagte Netanjahu am Dienstag in Buenos Aires zum Auftakt einer viertägigen Lateinamerika-Reise. Teheran habe weltweit den Terrorismus gefördert und stelle als mögliche Atommacht ein Risiko dar, betonte der Regierungschef auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Argentiniens Staatschef Mauricio Macri.

Das Abkommen war 2015 von den fünf UN-Veto-Mächten - USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien - sowie Deutschland mit dem Iran geschlossen worden. Teheran verpflichtete sich dadurch, seine Urananreicherung Kontrollen und Beschränkungen zu unterwerfen, um Sorgen vor einer iranischen Atombombe zu zerstreuen.

Netanjahu und Macri unterzeichneten mehrere Abkommen zur Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Handel und Investitionsförderung. Macri übergab Netanjahu außerdem eine Dokumentation über die Beziehungen der damaligen argentinischen Regierungen zum NS-Regime in Deutschland und über die Einreise von flüchtigen Nazis in der Nachkriegszeit.

Der israelische Regierungschef will am Mittwoch nach Kolumbien und Mexiko weiterreisen, um anschließend an der UN-Vollversammlung in New York teilzunehmen. Irans Präsident Hassan Ruhani, der ebenfalls an der Vollversammlung teilnehmen will, hatte vor einer Annullierung des Abkommens gewarnt. US-Präsident Donald Trump hat sich kritisch zu dem Deal geäußert.

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