Nachrichten aus der Wirtschaft

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Foto: epa/Tatyana Zenkovich / POOL
EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Foto: epa/Tatyana Zenkovich / POOL

BRÜSSEL (dpa) - Zum Schutz vor künftigen Finanzkrisen bringt die EU-Kommission eine ganze Reihe von Reformen auf den Weg. Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) soll nach ihrem Willen in einen Europäischen Währungsfonds (EWF) umgewandelt werden. Zudem solle das Amt eines EU-Finanzministers eingerichtet werden, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssten den Vorschlägen zustimmen. Bereits vorab gab es erheblichen Gegenwind für die Projekte. Das «Nikolauspaket» von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker dürfte nun jahrelang für sehr kontroverse Debatten sorgen. Der künftige EU-Finanzminister soll mehrere Funktionen auf sich vereinen und gleichzeitig Vizepräsident der EU-Kommission und Eurogruppen-Vorsitzender sein.

Easyjet will Lufthansa innerdeutsche Konkurrenz machen

Berlin/Frankfurt (dpa) - Nach der Air-Berlin-Pleite greift nun erstmals die britische Fluggesellschaft Easyjet die Lufthansa auf innerdeutschen Strecken an. Von Berlin-Tegel plant die Gesellschaft ab dem 5. Januar wöchentlich 250 Flüge zu den innerdeutschen Zielen Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München. Auch werden 15 internationale Ziele wie Wien, Zürich oder Rom ins Programm genommen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mitteilte. Derweil will die EU-Kommission in der Frage der geplanten Übernahme weiter Teile Air Berlins durch die Lufthansa Feedback von anderen Marktteilnehmern einholen. Die Übernahme Air Berlins durch Lufthansa und Easyjet wird derzeit von der Kommission geprüft.

Deutsche Autobauer wollen 160 Millionen Euro in Dieselfonds zahlen

Berlin (dpa) - Im geplanten Dieselfonds für bessere Stadtluft bleibt vorerst eine Finanzierungslücke von rund 90 Millionen Euro. Den Beitrag der deutschen Hersteller bezifferte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Mittwoch ihrem Marktanteil entsprechend auf «etwa 160 Millionen Euro». Insgesamt soll die Branche 250 Millionen Euro zum Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro beisteuern. Wissmann bekräftigte in Berlin, die deutsche Industrie stehe zu ihrer Zusage. «Was bei den Importeuren passiert, ist am Ende deren Sache. Ich wünschte mir, dass sie sich beteiligen», fügte er hinzu. Bislang lehnen die ausländischen Autobauer es ab, sich an dem Dieselfonds zu beteiligen. Einzelne Zusagen heimischer Anbieter gab es bisher von Volkswagen, Daimler und BMW.

Arbeitgeber machen erstes Angebot zu Metall-Tarifen

Frankfurt/Main (dpa) - Bei den Tarifverhandlungen für die deutsche Metall- und Elektroindustrie haben die Arbeitgeber ein erstes Angebot abgegeben. Die rund 3,9 Millionen Beschäftigten sollen danach eine Einmalzahlung von 200 Euro und ab April eine Tariferhöhung um 2,0 Prozent erhalten, teilte Gesamtmetall am Mittwoch mit. Als Laufzeit werden 15 Monate vorgeschlagen. Den Forderungen der IG Metall nach zeitweiser Absenkung der Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden und einem Lohnausgleich für einige Beschäftigtengruppen erteilte Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger eine erneute Absage. Die IG Metall hat neben der Arbeitszeitverkürzung 6 Prozent mehr Geld verlangt.

Deutsche Chemie- und Pharmabranche peilt 2018 Umsatzrekord an

Frankfurt/Main (dpa) - Die deutsche Chemie- und Pharmabranche erwartet nach einem starken laufenden Jahr auch 2018 kräftige Zuwächse. Der Umsatz werde dank der robusten Weltwirtschaft um 3 Prozent zulegen und könnte dann erstmals die Marke von 200 Milliarden Euro knacken, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch in Frankfurt mit. «Wir sind zuversichtlich, dass sich der Aufschwung im kommenden Jahr fortsetzt», so VCI-Präsident Kurt Bock. Während die Industrienachfrage in Deutschland selbst weiter hoch sei, kurbele die Erholung der Wirtschaft in Europa die Exporte an. Sorgen bereiten der Branche aber die langwierige Regierungsbildung in Berlin und Unsicherheiten rund um den Brexit.

Poco-Mutter Steinhoff: Chef muss nach Bilanzskandal gehen - Kurssturz

Amsterdam/Johannesburg (dpa) - Die Poco-Mutterkonzern Steinhoff zieht die Notbremse: Der Möbelhaus-Konzern trennt sich wegen Unregelmäßigkeiten in den Büchern von seinem Chef - und verschiebt die Vorlage seiner Jahreszahlen auf unbestimmte Zeit. Auch der Chef der Afrika-Tochter Star nimmt seinen Hut. Die Börsenaufsicht in Südafrika prüft mögliche Fälle von Insiderhandel mit Steinhoff-Papieren. Für die im MDax notierten Steinhoff-Aktien geht es steil abwärts. Am Mittwoch verloren die Papiere zeitweise mehr als zwei Drittel ihres Wertes. Bereits am Vorabend hatte sich Steinhoff mit sofortiger Wirkung vom bisherigen Konzernchef Markus Jooste getrennt. Aufsichtsratschef Christo Wiese soll den Konzern nun übergangsweise führen.

EuGH: Luxusanbieter dürfen Vertrieb über Amazon und Co. beschränken

Luxemburg (dpa) - Hersteller von Luxuswaren dürfen den Vertrieb über Online-Plattformen wie Amazon oder Ebay einschränken. Dies entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Mittwoch in Luxemburg. Experten erwarten nun spürbare Folgen für den Onlinehandel. Das Bundeskartellamt betonte allerdings, das Urteil beziehe sich nur auf Luxusgüter und nicht auf normale Markenware. Im konkreten Fall ging es um die Firma Coty, die exklusive Parfüms und Kosmetika nur über autorisierte Händler vertreibt und diesen strenge Vorgaben macht. Unter anderem ist es den Partnern vertraglich verboten, die Kosmetika im Internet über sogenannte Drittplattformen zu vertreiben.

Dax wieder unter 13.000 Punkten - Kurssturz bei Steinhoff

Frankfurt/Main (dpa) - Schwache Börsenvorgaben aus Übersee haben den Dax am Mittwoch wieder klar unter die 13.000-Punkte-Marke gedrückt. Am Nachmittag verlor der deutsche Leitindex 0,99 Prozent auf 12.919,55 Punkte. Nachricht des Tages war der Kurssturz beim Möbelhändler Steinhoff: Nach dem Rücktritt von Vorstandschef Markus Jooste angesichts von Bilanzunregelmäßigkeiten verlor die Aktie über zwei Drittel ihres Werts. Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte, in dem Steinhoff gelistet ist, sackte in der Folge um deutliche 2,76 Prozent auf 26.234,24 Punkte ab. Der Technologiewerte-Index TecDax fiel um 0,99 Prozent auf 2.465,89 Zähler zurück. Der Euro kostete 1,1808 US-Dollar. Am Dienstag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1847 (Montag: 1,1865) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8441 (0,8428) Euro.

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