Nachrichten aus der Wirtschaft

Foto: epa/Friedemann Vogel
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DÜSSELDORF (dpa) - Der Persil- und Schwarzkopf-Hersteller Henkel kann weiter auf sein Klebstoff-Geschäft bauen. Eine starke Nachfrage insbesondere aus der Elektronik-Industrie ließ im dritten Quartal den Umsatz der größten Tochter des Konzerns ansteigen. Schwieriger hatte es die Sparte für Wasch- und Reinigungsmittel, wo Henkel nicht so viel erzielte wie von Branchenbeobachtern erhofft. In der Kosmetik machte sich außerdem der starke Wettbewerb bemerkbar. Seine Gesamtjahresprognose für den Gewinn hob Henkel jedoch an. Henkel-Chef Hans Van Bylen sprach am Dienstag in Düsseldorf von einem zunehmend herausfordernden Umfeld, in dem der Konzern dennoch habe zulegen können. Der Manager geht aber nicht davon aus, dass sich die allgemeine Lage schnell bessert.

Verbraucherpreise steigen trotz teurer Nahrungsmittel langsamer

Wiesbaden (dpa) - Trotz drastischer Preissprünge bei einigen Nahrungsmitteln hat sich der Anstieg der Teuerung im Oktober in Deutschland insgesamt abgeschwächt. Die Inflationsrate lag um 1,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit eine erste Schätzung. Im Sommer war die Inflation bis auf 1,8 Prozent im August und September gestiegen. Gegenüber dem Vormonat blieben die Verbraucherpreise unverändert. Vor allem der Anstieg der Energiepreise schwächte sich im Oktober deutlich ab. Energie kostete 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Im September waren es noch 2,7 Prozent gewesen. Unter anderem für Heizöl mussten Verbraucher im Oktober tiefer in die Tasche greifen (plus 3,8 Prozent), Gas wurde hingegen 1,7 Prozent billiger.

RWE verdient wieder besser - und kämpft um seine Kohlekraftwerke

Essen (dpa) - Nach einem Krisenjahr 2016 und der erfolgreichen Abspaltung der Ökostrom-Sparte verdient der RWE-Konzern wieder mehr Geld. Der Essener Konzern kämpft aber gegen mögliche neue Auflagen für das verbleibendes Kerngeschäft aus der Stromerzeugung mit Braun- und Steinkohle duch die Politik. Bei einem kurzfristigen Ausstieg aus der Kohle wäre die Versorgungssicherheit in Deutschland nicht mehr zu gewährleisten, warnte RWE-Finanzchef Markus Krebber am Dienstag bei der Quartalsbilanz in Essen. RWE fahre die Kohleverstromung schon jetzt kontinuierlich zurück - in der Braunkohle etwa um fast die Hälfte in den kommenden zwölf Jahren, sagte Krebber. Weitere Kraftwerksschließungen hätten erhebliche sozialpolitische Folgen in den Kohleregionen. Außerdem müssten bei einem schnellen Umsteuern Gaskraftwerke als kurzfristiger Ersatz ausgebaut werden, was die Strompreise hochtreiben würde.

Internationale Energieagentur: Öl-Zeitalter ist noch nicht zu Ende

London (dpa) - Trotz der steigenden Nutzung erneuerbarer Energien sind die Zeiten von Öl und Gas nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) noch längst nicht vorbei. In den kommenden Jahrzehnten werde die weltweite Nachfrage nach Rohöl auch im Fall eines Elektroauto-Booms weiter steigen, sagten die Experten am Dienstag in ihrem Jahresbericht voraus. Das Wachstum werde bis 2040 aber nicht mehr so stark sein wie in der Vergangenheit. Zwar verbrauchten Autos durch effizientere Technologie weniger. Lastwagen, Flugzeuge, Schiffe und die petrochemische Industrie aber trieben den Bedarf an Rohöl auf bis zu 105 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag. «Die Verbraucher auf der Welt sind noch nicht bereit, sich von der Öl-Ära zu verabschieden», hieß es in der Analyse.

Wettbewerbsermittlungen: US-Staatsanwalt nimmt Google ins Visier

Kansas (dpa) - Nach massivem Ärger mit Kartellwächtern in Europa muss sich Google erstmals seit Jahren wieder auch Wettbewerbsermittlungen in den USA stellen. Der Staatsanwalt des Bundesstaates Missouri, Josh Hawley, will unter anderem der Frage nachgehen, ob der Internet-Konzern in Suchergebnissen eigene Dienste zum Nachteil der Konkurrenz bevorzugt habe. Außerdem gehe es um das Sammeln von Nutzerdaten und die Nutzung von Informationen anderer Websites, wie Hawley am Montag bekanntgab. Die EU-Kommission hatte im Sommer eine Rekord-Wettbewerbsstrafe von 2,4 Milliarden Euro gegen Google verhängt. Sie wirft Google vor, in der Shopping-Suche zum Nachteil der Verbraucher eigene Angebote bevorteilt zu haben. Der Internet-Konzern weist die Vorwürfe zurück. Die Kommission sieht auch Wettbewerbsprobleme bei Googles Smartphone-System Android.

Eurostärke verhindert Erholungsversuch im Dax

Frankfurt/Main (dpa) - Der steigende Eurokurs hat am Dienstag den Erholungsversuch am deutschen Aktienmarkt abgewürgt. Die Anleger scheuten wieder das Risiko und zogen sich an die Seitenlinie zurück. Der Dax, der zunächst positiv auf das starke Wirtschaftswachstum in Deutschland reagiert und im frühen Handel zugelegt hatte, gab am Nachmittag um 0,24 Prozent auf 13.042,55 Punkte nach. Eine starke Gemeinschaftswährung kann Exporte außerhalb der Euroregion erschweren. Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 0,59 Prozent auf 26.436,44 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,94 Prozent auf 2.493,33 Punkte. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,43 Prozent. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,20 Prozent am Vortag auf 0,23 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,11 Prozent auf 141,35 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,12 Prozent auf 162,24 Punkte vor.

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