Mordermittlungen: Polizisten übersehen breiten Blutfleck

Foto: Phuket Gazette
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PHUKET: Bei der Suche nach der verschwundenen 35 Jahre alten Thai und den späteren Mordermittlungen nach Auffinden der Leiche haben Polizisten schlampig gearbeitet. Erst jetzt untersuchten Beamte nach einem Hinweis der Familie der ermordeten Frau eine breite Blutspur im Apartment der Kosmetikerin.

Nachdem die Familie Picha als vermisst gemeldet hatten und später noch einmal bei den Ermittlungen zu dem Kapitalverbrechen hatten Beamte die Unterkunft der Thai eingehend nach Spuren und Beweisen für ein Todesdelikt durchsucht – und nichts Wesentliches gefunden.

Als Mitte dieser Woche Familienangehörige das Apartment in Rawai ausräumten, stießen sie auf der Matratze auf einen breiten Blutfleck, berichtet „Daily News“. Forensiker der alarmierten Polizei eilten herbei und schnitten ein großes Stück aus der Matratze und ließen es untersuchen.

Picha wurde am letzten Sonntagnachmittag in einem Waldstück in Wichit tot aufgefunden. Ihr Körper wies mehrere Stichwunden auf. Stunden später rückten die Polizisten zur Unterkunft des 35 Jahre alten Deutschen Nico P. aus, dem Freund der Frau. Beim Anblick der Polizei griff der Mann aus Lübben (Spreewald) zu einem Teppichmesser und schnitt sich damit in die Kehle. Er liegt weiterhin im Krankenhaus Vachira. Sobald die Ärzte es zulassen, wird der mutmaßliche Mörder in ein Gefängnis überführt. Nico P. hat die Tat bestritten.

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Leserkommentare

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Sitting Bull 15.07.17 16:15
Am schlimmsten ist......
dass unbestechliche, global anerkannte Experten wie Porthip und Team kaltgestellt und angefeindet werden als waehre die Frau ein Feind.Diese faehige Frau kommt GERADE bei ausehenerregenden Mordtaten seit zig Jahren wenn ueberhaupt erst zum Zug wenn alle Beweismittel verschwunden oder unbrauchbar sind. Das zieht sich seit zig Jahren hin wie ein roter Faden. Selbst Koepfe verschwinden da. Fazit: Man WILL offenbar oftmals die Warheit, aus was fuer Gruenden auch immer , gar nicht ermitteln. So mein Eindruck.
Ingo Kerp 15.07.17 13:48
Nun ja, so eine Blutlache kann ja bei einer "eingehenden" Untersuchung einmal übersehen werden.
Egbert Scherer 15.07.17 13:12
Die Polizei hat schlampig gearbeitet...
Wie würde Louis de Funes auf diesen Vorwurf reagieren? Aber diese, anders kann man es nicht bezeichnen, stümperhafte Arbeit der Polizei, ist man aus vielen anderen gleichartig gelagerten Fällen gewohnt. Und wenn man Einblicke in die Thaiarbeit hat, weiß man das auch! Wenn ich einen Tatort nach allen sich mir bietenden kriminologischen und technischen Möglichkeiten absuche und sichere, geht mir ein solcher Blutfleck als Hauptspur nicht durch! Niemals! Die Leiche wies angeblich mehrere Stichwunden auf. Da gibt es Gegenspuren. Unweigerlich! Nach denen muss man suchen. Dann hat man meist auch den Täter. Wenn es doch schon einen vermeintlichen Tätet gibt, dann wird der überprüft auf alles was er hat und zurückliegend jemals gehabt hat. Da schließt sich auch Freundes und Familienkreis mit ein.
Hansruedi Bütler 15.07.17 12:49
"haben Polizisten schlampig gearbeitet"
Eigentlich sehr traurig, wenn in einem Land mit so hohem Nationalstolz und immer wieder grossartiger Polizeiarbeit geworben wird. Ist es nicht beschämend fast andauernd über solche "Qualitätsarbeiten" der Polizei berichten zu müssen. Nicht einmal der Hinweis von internationalen Koryphäen, dass eine wesentliche Verbesserung anzustreben sei, fällt hier auf konstruktive Umsetzung. Wie oft musste man in letzter Zeit feststellen, dass Beweismittel übersehen, verschwanden oder Spuren nicht gesichert oder sogar verwischt wurden? Wochen später wird dann mit grossem Tamtam gesucht, natürlich meistens ohne Erfolg.