Minnie Driver bestürzt wegen Oxfam-Skandal

 Minnie Driver (r). Foto: epa/Warren Toda
Minnie Driver (r). Foto: epa/Warren Toda

OXFORD (dpa) - Nach den Berichten über Sexpartys bei Oxfam in Afrika und der Karibik ist die britische Schauspielerin Minnie Driver als Promi-Botschafterin der Hilfsorganisation zurückgetreten.

Sie sei «tief bestürzt wegen der Frauen, die von Menschen benutzt wurden, die dorthin geschickt wurden, um ihnen zu helfen, (und) tief bestürzt über die Reaktion der Organisation, für die ich geworben habe, seit ich neun Jahre alt war», schrieb die 48-Jährige am späten Dienstagabend auf Twitter. Damit ist Driver die erste Prominente, die direkte Konsequenzen aus den Vorwürfen zieht.

Als Oxfam-Botschafterin reiste Driver unter anderem nach Kambodscha und Thailand, um die Arbeit der Hilfsorganisation dort zu unterstützen, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete.

In der vergangenen Woche hatten britische Medien über Sexorgien mit Prostituierten und Oxfam-Mitarbeitern in Haiti und im Tschad berichtet. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe trat am Montag die britische Vizechefin der Organisation, Penny Lawrence, zurück.

Kurz vor dem Rücktritt von Lawrence hatte die Europäische Kommission damit gedroht, ihre Mittel für Oxfam zu streichen. Man erwarte, dass die Anschuldigungen so schnell und transparent wie möglich aufgearbeitet werden, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde. Brüssel habe die Arbeit von Oxfam in Haiti 2011 mit 1,7 Millionen Euro unterstützt. Oxfam ist ein internationaler Verbund von Hilfs- und Entwicklungsorganisationen mit Sitz in Oxford. Ob Spendengelder für die Partys genutzt wurden, war zunächst nicht bekannt.

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