Männer und Frauen - Frauen und Männer

Wussten Sie, dass Sie in den ersten sechs Wochen als Embryo geschlechtslos waren? Erst danach entscheidet sich ob Sie als männliches oder weibliches Wesen auf die Welt kommen. Und damit entscheidet sich gleichzeitig in der Regel auch weltweit, welchen Standard sie erreichen. Als Mann stehen Ihnen alle Türen offen, als Frau müssen Sie diese Türen erst überwinden oder zertrümmern.

Die Welt ist männlich, aber ohne Frauen wäre sie schon lange nicht mehr existent. Und das liegt nicht nur daran, dass Frauen für die Geburt erforderlich sind. Nein, Frauen haben den größten Anteil am Wohlstand der Welt. Heißt es nicht: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine noch stärkere Frau? Sicher, das wird nicht immer und überall sichtbar oder anerkannt. Aber überall ist zu erkennen, dass Frauen bei gleicher Leistung schlechter bezahlt werden. Sie gelten oft als weniger wertvoll. Es gibt Länder, da werden weibliche Babys sofort nach der Geburt getötet, weil sie nur Kosten bereiten. Trotzdem waren es Frauen, die unsere Welt besser gemacht und das Schlimmste verhindert haben. Männer führten und führen Kriege, Frauen kämpfen für den Frieden, für Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Sie sind das Beste, was die Natur hervorgebracht hat. Sie ziehen die Kinder groß und sorgen für den Zusammenhalt der Familien. Es gab Länder und Jahrhunderte, in denen Frauen das Sagen hatten, aber letztlich hat sich das sogenannte „stärkere Geschlecht“ durchgesetzt. Frauen sehen das oftmals ganz anders. Sie wissen wie sie Männer führen und verführen können. Sie sind sich ihrer Macht durchaus bewusst. Sie können Männer versklaven, die dafür verantwortlich sind, die Familien zu ernähren und zu verwöhnen. Ansonsten droht Sexentzug. Trotzdem gelten Frauen bis auf den heutigen Tag in vielen Ländern als minderwertig, sie werden verheiratet, verkauft oder als wehrlose Sexobjekte vergewaltigt. Wer den Vorrang der Männer nicht akzeptiert muss mit harten Reaktionen rechnen.

Ich habe mich hier in Thailand umgesehen und umgehört. Meine Erkenntnis: Hier bestimmen überwiegend die Frauen, sie verwalten das Geld, sie bestimmen über die Zukunft der Kinder, und im Haus haben allein sie das Sagen. Ich befragte junge Leute, die hier arbeiten. Ihre Antworten lauteten ziemlich übereinstimmend: „Wir schi­cken jeden Monat Geld an Mama“. Und was ist mit Papa? „Der säuft nur“. Andere antworteten: „Der ist schon vor Jahren abgehauen. Keiner weiß wo der sich aufhält“.

Ich behaupte einfach: Männer und Frauen gehören zusammen und zwar gleichberechtigt. In Europa sehen wir immer häufiger Männer, die den Haushalt führen und sich um die Kinder kümmern, während ihre besser verdienenden Frauen durch ihre Arbeit den Wohlstand der Familien sichern. Ich finde das sehr gut. Das beweist nicht nur die Emanzipation, die in den letzten Jahren erreicht wurde, es ist auch der Beweis für die Gleichberechtigung der Geschlechter. Weltweit ist das natürlich noch eine Utopie und meilenweit von der Realität entfernt. Aber sie lässt sich nicht aufhalten. Globalität hat viele Nachteile, aber durchaus auch Vorteile. Die Menschen erfahren was woanders passiert. Sie lernen Vor- und Nachteile zu erkennen und verändern ihr Verhalten, wenn auch nicht immer zum Besseren. Grundsätzlich aber muss gelten: Männer und Frauen haben gleich Rechte und Pflichten. Es wird wohl noch einige Jahre vergehen, bis dieser Standard überall durchgesetzt wird. Aber er kommt. Er muss kommen! Auch wenn außer Zweifel steht, dass Männer und Frauen unterschiedlich sind.

Männer haben den großen Vorteil, Falten zu kriegen, fett und grauhaarig oder glatzköpfig zu werden – aber das kümmert keinen. Frauen hingegen tun für ihr Äußeres Dinge, für die jeder Gebrauchtwagenhändler ins Gefängnis käme. Trotzdem gilt: Was wäre die Macht der Frauen ohne die Eitelkeit der Männer, denen man nur ein technisches Gerät mit vielen Knöpfen geben muss, damit sie sich bedeutend fühlen?

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Leserkommentare

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Jürgen Franke 28.08.17 09:56
Danke Herr Pires, dass Sie deutlich und
glaubwürdig erklären konnten, wie es zu diesem Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen kommt.
Dracomir Pires 28.08.17 08:54
Einspruch, Euer Ehren
Der Spruch: "Als Mann stehen Ihnen alle Türen offen, als Frau müssen Sie diese Türen erst überwinden oder zertrümmern", stimmt in der westlichen Welt schon lange nicht mehr. Zudem lässt sich der Lohnunterschied sehr einfach erklären: Wenn eine Frau eine rund 20-jährige Kinderpause macht, kann sie nicht plötzlich am Arbeitsplatz erscheinen und den gleichen Lohn wie ihr männlicher Kollege verlangen. Denn dieser hat schliesslich 20 Jahre mehr Berufserfahrung, hat sich weitergebildet, Kurse absolviert und sich so die Karriereleiter emporgearbeitet. Irgendwie logisch, oder?
uli von.Berlin 27.08.17 19:24
Gefasel
Lieber / Sehr geehrter Herr LeO Ich hoffe ja nur, Sie meinen NICHT das Statement von Ce-eef. Mein Kommentar betrifft ja nur die, nach allgemeiner Zeitungsinfo/Zeitungsmeinung, "beste Politikerin der Welt" (nach Maggi Thatcher), die ich HUNDERT-PROZENTIG nicht teile. Sie (Fr.Dr.Markel) erinnert mich an die Indianer. Nur waren die nicht selbst schuld an ihrem Schicksal, in RESERVETEN leben zu müssen. uli von Berlin
Mike Dong 27.08.17 19:06
Wissenslücke bei Herrn K. oder Witz ?
Geschlecht wird bereits bei der Verschmelzung von Eizelle+Spermium (wenige Std nach dem Akt) entschieden. Frau=XX Chromosom, Mann=XY (etwa hälftig), X+X=Frau, X+Y=Mann. Ab 19 SSW kann es doch per Ultraschall gesehen werden.
LeO-Friedl Paierl 27.08.17 15:37
Und wer...
braucht schon so nutzloses Gefasel?