Le Pen greift französische Anti-Terror-Politik scharf an

Foto: epa/Paul Durand
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PARIS (dpa) - Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf Polizisten in Paris hat die rechtspopulistische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen die Regierung scharf angegriffen. Seit zehn Jahren sei unter den Regierungen der Konservativen und der Sozialisten alles getan worden, damit Frankreich den «Krieg» gegen den Terrorismus verliere, sagte sie am Freitag in Paris. Zwei Tage vor der Präsidentschaftswahl forderte sie «eine Nation, die die Naivität ablegt».

«Ich rufe zum Erwachen der tausendjährigen Seele unseres Volkes auf, die in der Lage ist, der blutigen Barbarei eine Entschlossenheit entgegenzustellen, die durch nichts eingeschüchtert wird», so Le Pen. Sie wiederholte ihre Wahlkampfforderungen nach härteren Maßnahmen im Kampf gegen den Islamismus. So will sie alle Ausländer, die in einer Datei der Behörden als mutmaßliche Gefährder geführt werden, ausweisen. Le Pen kann sich laut Umfragen Chancen ausrechnen, sich am Sonntag für die entscheidende Stichwahl am 7. Mai zu qualifizieren.

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Leserkommentare

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Zil Zelini 22.04.17 14:39
Es...
muss hier darauf hingewiesen werden, dass Frankreich hauptsächlich aus Regionen ausserhalb Paris und seinen Problemen besteht. Zum Beispiel in der Bretagne gibt es eine fixe Wählerschaft für M. Le Pen, die ungefähr bei 24-30% liegt. Das haben die letzten Wahlergebnisse gezeigt. Neben Sicherung des Besitzes ist die Brauchtumssicherung der wichtigste Aspekt. Die Jungen oder besser ausgedrückt, die noch erwerbstätigen Bürger sind hin und her gerissen. F. Fillon geht gar nicht, E. Macron ist der Vertreter des Grosskapitals, des Establishments. Viele stellen sich die grossen Fragen: Welches Gesellschaftssystem wird die Republik in die Zukunft tragen können? Ihnen ist bewusst das FR total überschuldet ist, und jeder kennt die Summen, die der Staat an Sozialunterstützung in die südlichen Regionen sendet. Und da kommt J. L. Mélenchon und bietet eine radikale, sozialistische Vision der Egalität, eine Idee, etwas Neues. Das macht ihn für viele attraktiv. Und man darf nicht vergessen, die Franzosen haben mit Umstürzen und Revolutionen geschichtlich gesehen eher gute Erfahrungen gemacht. Bis dato hätte man E. Macron am Ende vorn gesehen. Die Wahl wird von historischer Dimension sein. Salut!