Kurz gefragt: Pajaree Srifa

Foto: Ursula Spraul-Doring
Foto: Ursula Spraul-Doring

KOH PRATHONG: Pajaree Srifa (rechts im Bild), kurz Pare genannt, ist Besitzerin des Moken Eco Village in Koh Prathong. Ihre Mutter, Khun Phonchan (links im Bild), steht ihr bei der Leitung des Resorts mit Rat und Tat zur Seite. Die 29-Jährige studierte Bank- und Finanzwirtschaft. Ins Touristen-Business wuchs sie sozusagen hinein, da sie in dem der Familie gehörenden Kuraburi Greenview Hotel ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Wir unterhielten uns mit der gut Englisch sprechenden Thailänderin über das Leben auf der einsamen Insel Koh Prathong. Durch das Interview führte Ursula Spraul-Doring

Vor dem Tsunami hatte Ihre Familie an dieser Stelle das Krathom Moken Resort. Was passierte am 26. Dezember 2004 in Koh Prathong?

Die Welle überspülte die ganze Westküste der Insel und riss alles mit sich. Von unserem Resort blieb nur der Wasserturm stehen.

Wieviele Gäste machten zu der Zeit Urlaub im Krathom Moken Resort?

Es waren 60 Touristen hier. Zum Glück erfuhren wir rechtzeitig von der bevorstehenden Katastrophe und konnten fast alle Gäste und Angestellten mit unserem Speedboot retten. Vier Gäste und zwei Angestellte kamen ums Leben.

Zehn Jahre danach haben Sie das Resort wieder aufgebaut. Warum?

Vor dem Tsunami hatten wir das Krathom Moken Resort erst zwei Jahre. Es wurde mit Bank-Krediten gebaut, die wir erst abbezahlen mussten, bevor wir das neue Eco Moken Village bauen konnten. Das neue Resort wurde erst vor einem Jahr eröffnet.

Ist das Moken Resort auch in der Regenzeit geöffnet?

Nein, in der Monsunzeit haben wir geschlossen. Da wäre die Überfahrt viel zu gefährlich. Auch wären die Gäste nicht zufrieden, wenn es nur regnet.

Leben Sie die ganze Zeit auf der Insel?

In der Saison jeden Monat 15 Tage. Oft sind auch meine Eltern hier.

Wo leben Sie lieber, auf dem Festland oder auf der Insel?

Ich lebe lieber auf der Insel. Hier ist das Leben gemächlich und naturverbunden.

Aus welchen Ländern kom­men Ihre Gäste vorwiegend?

Sie kommen aus Deutschland und der Schweiz. Auch viele Skandinavier verbringen ihren Urlaub hier. Aber wir hatten auch schon Engländer und Franzosen. Thais kommen in der thailändischen Ferienzeit, im April. Da ist es für Europäer schon zu heiß.

Warum kommen Touristen nach Koh Prathong? Was gefällt ihnen hier?

Hier kommen Touristen her, die eine einsame Insel suchen, Leute, die dem Massentourismus entgehen wollen. Sie finden uns durchs Internet oder durch Mundpropaganda.

Sie müssen alles, was im Resort benötigt wird, mit dem Boot vom Festland bringen. Ist das nicht sehr schwierig?

Ja, das ist oft sehr mühsam. Schon allein das Baumaterial per Boot zu bringen war nicht immer einfach. Wir haben ja keinen Pier, wo man anlanden kann. Die Boote müssen so nah wie möglich an den Strand fahren, dann müssen Männer alles an Land schleifen.

Was ist am schwierigsten zu transportieren?

Letztes Jahr hatten wir noch keinen Kühlschrank, der mit Solarenergie funktionierte. Zum Kühlen mussten wir Eisstangen vom Festland bringen. Oft waren sie auf die Hälfte geschmolzen, bis sie hier ankamen.

Warum nennen Sie Ihr Resort Moken Eco Village?

Wir wollten den Namen Moken beibehalten. Hier auf der Insel sind viele Moken Leute sesshaft geworden, die früher als Seezigeuner über die Meere zogen. Wir beziehen von ihnen Fisch und haben sie als Bedienstete angestellt. Wir unterstützen sie darin, ihre Kultur zu erhalten.

Was bedeutet Eco für Sie?

Die Seezigeuner leben ein Öko-Leben. Ökologie gehört zu der Insel. Das wollen wir beibehalten. Wir versuchen die Natur so wenig wie möglich zu stören. Deshalb nutzen wir Sonnenkollektoren, um Strom zu erzeugen. Wir haben vorwiegend Gäste, die unser Engagement für ökologische Nachhaltigkeit schätzen.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit hier?

Mir gefällt, dass wir unseren Gästen ein erstklassiges Erlebnis in unberührter Natur bieten und gleichzeitig die Umwelt von Koh Prathong schützen können. Hier kann ich zwei meiner Ziele verwirklichen: die ökologische Nachhaltigkeit und die Zufriedenheit der Gäste.

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