Kurz gefragt: Klaus Sennik

BANGKOK: Nach sechs Jahren verlässt Klaus Sennik, General Manager des Ramada Plaza Bangkok Menam Riverside, das Hotel. Im Interview mit FARANG-Autor Lothar W. Brenne-Wegener zieht er Bilanz seiner Tätigkeit auf der Überholspur des Erfolgs.

Herr Sennik, die einzelnen Stationen Ihrer Vita hier zu wiederholen würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Nur soviel sei gesagt, Kabul gehörte ebenso dazu, wie Djakarta, Sydney, Nairobi, Hongkong, Dubai, Kuala Lumpur und nicht zuletzt auch Bangkok. Was ist Ihr Fazit nach so vielen Jahren in den verschiedenen Metropolen dieser Welt?

Die große weite Welt hat mich schon von Jugend an fasziniert. Ich war neugierig darauf, neue Kulturen und deren Menschen kennenzulernen. Jede einzelne dieser Stationen hat mich enorm bereichert und war für mein berufliches Fortkommen ein ständiger Zugewinn. Da man es in meinem Beruf in erster Linie mit Menschenführung zu tun hat, waren meine Erfahrungen Grundlage für mein Handeln und den später sich einstellenden Erfolg.

Seit Mai 2011 ist Ihr Arbeitsplatz das Ramada Plaza Bangkok Menam Riverside, das Sie Ende Juni nach nunmehr sechs Jahren verlassen. Wie beurteilen Sie – aus der Rückschau betrachtet – die letzten Jahre als General Manager des Hotels?

Als ich 2011 in das Hotel kam war das für mich eine spannende Herausforderung. Das Hotel machte damals auf mich einen sehr vernachlässigten Eindruck. Neun Monate hatte es keinen General Manager gehabt, und der letzte hatte es zuvor nur acht Monate auf seinem Posten ausgehalten. Ich steckte voller Tatendrang und sah die Möglichkeit, mit meinen Vorstellungen das Hotel nicht nur nach vorne zu bringen, sondern auch die Chance, meine Ideen darin zu verwirklichen.

Und, haben Sie das ge-schafft?

Nun, aus heutiger Sicht würde ich die Frage mit teils, teils beantworten.

Das müssen Sie erklären!

Die ersten drei Jahre waren sehr arbeitsintensiv und anstrengend. Es gab viel zu tun, um den Standard des Hotels und vor allem dessen Serviceleis­tungen zu verbessern. Die lange Vakanz eines GM hatte sich in allen Bereichen sehr negativ auf die Motivation der Mitarbeiter ausgewirkt. Hier galt es zunächst anzusetzen.

Und, ist Ihnen das gelungen?

Ich denke ja, denn immerhin hat mir die Führung der Wyndham Hotel Group 2015 auf der jährlich stattfindenden „Wyndham Hotel Group Brand Conference“ in Las Vegas in Gegenwart der beiden ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton und George W. Bush den Titel eines „General Manager des Jahres 2014“ für die Region Südostasien/ Pazifikraum verliehen. Begründet wurde diese Auszeichnung mit dem beachtlichen Erfolg beim Ausbau des Hotels zu einem attraktiven und überzeugenden Standort für Geschäftsreisende und Touristen gleichermaßen. Solch eine Auszeichnung schafft man nicht mal so eben nebenbei!

Und wie wird so etwas bemessen?

Es gibt einen sehr detaillierten und ausgefeilten Kriterienkatalog aus allen Bereichen des Hotels, anhand dessen sich die Leistung eines General Managers beurteilen lässt. Schließlich wird eine Gesamtnote ermittelt, die letzten Endes eine vergleichende Wertung zu den Leistungen anderer GM zulässt.

Sie haben vorhin gesagt, Sie hätten nur zum Teil das geschafft, was Sie sich vorgenommen hätten. Was ist Ihnen nicht gelungen?

Wenn man einen bestimmten Leistungsstandard erreicht hat, der durch die Auszeichnung ja bestätigt wurde, darf man sich anschließend nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Jeder, der ein Hotel betreibt, weiß, dass ein solches Haus in bestimmten Zeitabständen einem Update unterzogen werden muss, will man den Standard halten und gegenüber anderen Häusern konkurrenzfähig bleiben. Das Ramada Plaza Bangkok Menam Riverside ist inzwischen in die Jahre gekommen und bedarf dringend einer Grundrenovierung. Diese konnte ich in den letzten drei Jahren bei den Besitzern leider nicht durchsetzen.

Für einen General Manager ist eine Verwendung von sechs Jahren – wie bei Ihnen – eigentlich recht ungewöhnlich!

Das ist richtig. Normalerweise rechnet man heute mit einer Verwendung zwischen zwei und drei Jahren, bevor der nächste Wechsel ansteht. Aber gerade nach dieser Auszeichnung glaubte ich, das Update auch noch in Angriff nehmen zu müssen.

Herr Sennik, Sie werden in Kürze 64 Jahre alt. Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Ich habe im Augenblick noch verschiedene Eisen im Feuer. Aber ich sehe am Horizont auch schon den Ruhestand winken. Grundsätzlich ist es doch so, dass wir es in jungen Jahren nicht erwarten konnten, endlich dem provinziellen Mief unserer Kleinstadt den Rücken zu kehren, um den Duft der großen weiten Welt zu schnuppern? Mit zunehmendem Alter beginnen wir jedoch, uns mehr und mehr unserer Wurzeln zu erinnern. Wenn es soweit ist, wäre das der Zeitpunkt, den durch meine ständigen Auslandsverwendungen verlorengegangenen Begriff „Heimat“ wiederzuentdecken und mit neuem Leben zu füllen.

Herr Sennik, Redaktion und Leser des FARANG wünschen Ihnen alles Gute und danken Ihnen für dieses Gespräch.

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