Kulturelle Veränderungen in der Walking Street

Kulturelle Veränderungen in der Walking Street
Kulturelle Veränderungen in der Walking Street

Jetzt muss ich schon wieder eine Kolumne schreiben, da kommt mir doch glatt ein Thai-Idiom in den Sinn, das Sie nie gedacht hätten, dass es existiert, das es sich aber lohnt, auswendig zu lernen, es ist gebrauchsfähig im täglichen Leben.

อย่าผลัดวันประกันพรุ่ง = ya: phlat wan pragan phrung = schiebe das Morgen nicht vor dir her, oder auf Deutsch, "was du heute machst, musst du morgen nicht tun".

Ein neues Jahr, neue Ziele sowohl für die TAT (Tourism Authority Thailand) wie auch für die PBTA (Pattaya Business & Tourist Association). Die TAT hat es sich zum Ziel gesetzt, auf "bessere Qualität" der Touristen zu setzen, das heißt in ihren eigenen Worten, "wir arbeiten an einer Kampagne, um die Gäste länger im Lande zu behalten, oder, dass die Touristen wenigstens mehr Geld ausgeben während ihres Aufenthalts". Der Tourismus für medizinische Behandlungen, vor allem für Leute aus dem arabischen Raum, soll auch vermehrt gefördert werden.

Weltklasse UrlaubsortDie PBTA hat ihre neuesten Strategien für die zukünftige Entwicklung des Seebads präsentiert, die Richtung geht klar hin zu einem "Weltklasse- Urlaubsort" (Originalton), sobald die kleineren Probleme wie "Sicherheit, Drogen, Kriminalität, Verkehr, Infrastruktur" erst einmal bereinigt sind. Als interessant einzustufen ist auch ein Antrag für ein Werbe-budget zur Promotion von Pattaya als umweltbewusstem Urlaubsort! Mindestens das sollte eine Reaktion der Leserschaft provozieren.

Was in unserem Städtchen ganz klar ersichtlich ist, ist, dass sich die prozentuale Zusammensetzung nach Staatsangehörigkeit der Touristen stark verändert hat. Die Westeuropäer, einstmals größte Gruppe, sind weiterhin im Rückwärtsgang, so auch die Koreaner, hingegen Russen und die "Ehemaligen" sind eine Macht, Gäste vom indischen Subkontinent wurden geholt, um die Betten zu füllen. Aber was einem bei einem Rundgang in der Walking Street ins Auge springen muss, ist die rapide "Kreuzbergisierung" durch einen massiven Influx von Gästen aus der Region Anatolien bis zum Kaspischen Meer und all die Anrainerstaaten. Es gibt bereits mehrere Döner-Bars, zwei türkische Icecream-Shows, und im hinteren Teil der Walking Street, zentralasiatische Pfeifenrauchlokale. Die Usbekinnen waren bis anhin ohnehin schon gut vertreten in der Walking Street als bevorzugte Gesprächspartnerinnen von Indern und Arabern, und nun scheinen auch die männlichen Spezies Fuß zu fassen.

In Pattaya gibt es derzeit 81 Lokale mit mehr oder weniger oder unbekleideten Tänzerinnen, obschon die Polizei jetzt wieder einmal nach eigenen Worten eine "Säuberungsaktion" durchführt, wobei auf ganz unerklärliche Weise vor allem Betriebe in ausländischer Hand ins Visier genommen werden. Mehr dazu in der nächsten Kolumne, Ausgabe Nr. 7. Die motorisierten Leser und Verkehrsteilnehmer möchten wir aufgrund eines schwer-wiegenden Vorfalls, der sich in Phuket ereignet hat, wieder einmal daran erinnern, dass der Verkehr hier nach dem Prinzip "free style" abläuft, und es sich nie und nimmer auszahlen kann, auf seinem Recht zu bestehen, auch wenn das noch so offensichtlich ist. Fußgänger sind hier von diesem Thema ausgeschlossen, da sie ohnehin recht- und lobbylos sind.

ProvokationenEin Deutscher (66), in Phuket ansässig, wurde bei seiner Fahrt zum Einkaufscenter in seinem Pick-up bei einer Straßenkreuzung von einem Motorrad, von einem Thai gefahren, in gefährlicher Weise gekreuzt, was ja hier vorkommen soll. Auf jeden Fall hat sich dann der Deutsche in seinem Recht benachteiligt gefühlt und ist dem Motorrad laut hupend hinterhergefahren. Auf eine solche Provokation reagieren Thais meistens relativ humorlos, der Motorradfahrer hielt an, und so kam es zur Konfrontation. Was genau geschehen ist, wissen wir nicht, da der Deutsche die "Diskussion" nicht überlebt hat, sondern an den Folgen seiner Stichwunden am Tatort verschieden ist. Der Thai, 32-jährig, sehr stabil gebaut, erklärte der Polizei, nachdem er den Tatort verlassen hatte, aber innerhalb eines Tages gefunden wurde, dass der Deutsche ihn in den "Schwitzkasten" genommen habe, und er um sein Leben gefürchtet hätte. Mit dem Messer wollte er nur den Deutschen zum Loslassen veranlassen, also praktisch Notwehr ! Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse.

Der Punkt, den wir machen wollten, ist ganz einfach. Fahren Sie zu Ihrem eigenen Wohl defensiv, bestehen Sie nicht auf Ihrem Recht, schlucken Sie, wenn nötig, Ihren Stolz runter, zeigen Sie den anderen Vekehrsteilnehmern nicht, was Sie von ihnen denken, lassen Sie die Hand von der Hupe, außer Sie müssen Mensch oder Hund auf sich aufmerksam machen. Auf diese Weise kommen Sie hier wunderbar durch den Verkehr.

Drink & DriveEine Pattaya-typische Verkehrsmeldung für Statistiker: Was ist gefährlicher, voll mit Alkohol oder unter dem Einfluss von Substanzen (politisch korrekt für "mit Drogen gepumpt") Motorrad zu fahren? Ein Deutscher (Alkohol) und ein Italiener (Substanzen) sind spät nachts, oder früh morgens, hängt von Ihrer Sicht der Dinge ab, frontal miteinander kollidiert, der Deutsche liegt im Krankenhaus, der Italiener hat nicht überlebt.

Zum Abschluss noch ein Sprichwort für alle interessierten Leser, die hier in einer glücklichen Beziehung leben: "„ร่วมทุกข์ ร่วมสุข“ = "ruam tuk ruam suk" = gemeinsame Sorgen gemeinsames Glück = auf gut Deutsch "gemeinsam durch dick und dünn".

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