Hunger durch Kriege und Klimawandel

Foto: epa/Dai Kurokawa
Foto: epa/Dai Kurokawa

BERLIN (dpa) - Kriege und die Folgen des Klimawandels haben die Fortschritte der vergangenen Jahre im Kampf gegen den Hunger teilweise wieder zunichte gemacht. Das zeigt der Welthunger-Index 2017, der die Ernährungssituation in 119 Staaten beleuchtet. Während der Hunger in Staaten wie China und Brasilien seit 2.000 deutlich zurückging, waren die Fortschritte etwa im Jemen und im Tschad wesentlich geringer.

Aus 13 Staaten mit einem sehr hohen Anteil von Unterernährten liegen aktuell zu wenig Daten vor. Zu dieser Gruppe gehört beispielsweise der Südsudan. «Konflikte und Klimawandel treffen die Ärmsten der Armen am stärksten - all unsere bisherigen Erfolge werden dadurch gefährdet», sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, am Donnerstag in Berlin.

Das Schlusslicht bildet im diesjährigen Welthunger-Index die Zentralafrikanische Republik. In dem bitterarmen Land tobt seit 2013 ein international weitgehend unbeachteter Bürgerkrieg. 58,6 Prozent der Menschen in dem Land sind unterernährt. Die Kindersterblichkeit liegt bei 13 Prozent.

Die Zahl der Kinder unter fünf Jahren, die unter Auszehrung leiden, ist allerdings in Sri Lanka, Dschibuti und im Südsudan noch höher. In diesen Staaten sind jeweils mehr als 20 Prozent der Kleinkinder betroffen. Unter Auszehrung verstehen die Experten eine zu geringe Körpergröße im Verhältnis zum Alter - ein Hinweis auf chronische Unterernährung.

Die Autoren des Index stellen abschließend fest: Die Welt sei «nicht auf dem richtigen Weg», um das von den Vereinten Nationen beschlossene Ziel einer «Welt ohne Hunger bis 2030» zu erreichen.

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