Kontrolleure in Reservat erschossen

 Ein Waldgebiet 580 Kilometer nordöstlich von Phnom Penh. Die Spuren des illegalen Holzeinschlags sind deutlich sichtbar. (Archivbild). Foto: epa/Heng Sinith
Ein Waldgebiet 580 Kilometer nordöstlich von Phnom Penh. Die Spuren des illegalen Holzeinschlags sind deutlich sichtbar. (Archivbild). Foto: epa/Heng Sinith

PHNOM PENH (dpa) - Bei einem rätselhaften Schusswechsel im Urwald von Kambodscha sind drei Männer getötet worden. Die beiden Beamten und ein Umweltschützer waren auf einem Kontrollgang im abgelegenen Naturreservat Keo Seima an der Grenze zu Vietnam, als es zu einem Feuergefecht mit vermeintlichen Grenzbeamten kam, wie die Zeitung «Phnom Penh Post» am Mittwoch berichtete. Spekuliert wurde darüber, dass die drei Männer Holzdiebe auf frischer Tat ertappten.

In dem südostasiatischen Staat wird seit vielen Jahren Tropenholz in großem Stil abgeholzt. Vieles davon geht dann nach Vietnam oder China. Mehr als ein Viertel von Kambodschas Wäldern wurde bereits vernichtet. Möglicherweise kam die Patrouille aber auch Wilderern auf die Spur. Im dem Reservat sind viele Tierarten zu Hause, darunter wilde Elefanten und Tiger. Die Hintergründe soll untersucht werden.

Der Schusswechsel ereignete sich nach Angaben der Polizei am späten Dienstagnachmittag in etwa 20 Kilometern Entfernung von der Grenze. Bei den Toten handelt es sich um einen Beamten des Umweltministeriums, einen Militärpolizisten und einen Mitarbeiter der Umweltschutzorganisation WCS (Wildlife Conservation Society). Kurz zuvor hatten sie zwei Kettensägen beschlagnahmt.

Dem Zeitungsbericht zufolge fehlt von den vermeintlichen Grenzschützern bislang jede Spur. Als Rettungskräfte an den Ort des Schusswechsels kamen, hätten sie nur noch zwei Tote gefunden. Der dritte Mann sei dann auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben.

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