Kohlschreibers «Märchen» von Kitzbühel - Auch Zverev siegt

 Philipp Kohlschreiber. (Archivfoto). Foto: epa/Helmut Fohringer
Philipp Kohlschreiber. (Archivfoto). Foto: epa/Helmut Fohringer

KITZBÜHEL/WASHINGTON (dpa) - Philipp Kohlschreiber hat zum zweiten Mal das Turnier vor seiner Haustür gewonnen. Alexander Zverev setzte sich als erster Deutscher in Washington durch.

Philipp Kohlschreiber stemmte die etwas ungewöhnliche, hölzerne Gams-Trophäe in die Luft und sprach nach seinem zweiten Turnier-Erfolg in Kitzbühel von einer «unglaublichen Woche». Eine solche erlebte auch Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev, der als erster Deutscher das Hartplatzturnier in Washington gewann.

In der US-Hauptstadt setzte sich der Weltranglisten-Achte am Sonntag (Ortszeit) mit 6:4, 6:4 gegen den Südafrikaner Kevin Anderson durch. Für den 20-Jährigen war es der fünfte Karriere-Sieg und der vierte Turnier-Erfolg in dieser Saison nach Siegen in Rom, Montpellier und München.

In Kitzbühel konnte Kohlschreiber bereits am Samstag feiern: Zum zweiten Mal nach 2015 gewann der gebürtige Augsburger nur einige Meter entfernt von seiner Wohnungstür ein Finale. Der Weltranglisten-47. bezwang auf dem Sandplatz unterhalb der legendären Ski-Abfahrt Streif den Portugiesen Joao Sousa sicher mit 6:3, 6:4.

Nach seinem insgesamt achten Triumph auf der ATP-Tour zeigte sich der 33-Jährige überwältigt und sprach von einem «Märchen». Zum Anfang der Woche habe er nicht daran geglaubt. «Ich bin angeschlagen in das Turnier gestartet», gab Kohlschreiber zu, nachdem die Siegprämie von 85 945 Euro in Empfang nehmen durfte.

In der vergangenen Woche hatte er das Halbfinale von Hamburg gegen Florian Mayer noch wegen Adduktorenproblemen aufgeben müssen. «Deshalb ist der diesjährige Sieg in Kitzbühel noch ein bisschen schöner als der von 2015», begründete er. Damals hatte er als erster Deutscher das Turnier gewonnen, zuvor 2012 sein erstes Endspiel bei dem mit 540.000 Euro dotierten ATP-Turnier verloren. Mit den 250 Punkten für den neuerlichen Erfolg wird er nun in der Weltrangliste wieder in die Top 40 vorrücken.

Viel weiter vorn - auf Platz acht - liegt Alexander Zverev, der in diesem Jahr bisher drei ATP-Turniere gewann. In Washington zeigte der 20-Jährige eine eindrucksvolle Leistung. Nachdem der Hamburger im Halbfinale den an Nummer zwei gesetzten Japaner Kei Nishikori mit 6:3, 6:4 ausgeschaltet hatte, war er im Endspiel gegen Anderson ebenfalls ungefährdet.

«Ich habe ein tolles Match gespielt. Die Grundlinien-Schläge haben gut geklappt. Ich bin ich glücklich, wie es gelaufen ist», sagte Zverev. Der 20 Jahre alte Hamburger hatte in der Runde der besten Vier nach 1:03 Stunden gleich den ersten Matchball zum verdienten Sieg genutzt. Zuletzt hatte er Ende Mai in Rom ein Turnier gewonnen.

Zum dritten Mal in diesem Jahr nach Mallorca und Bukarest stand Julia Görges in Washington in einem WTA-Finale. Insgesamt hatte sie zuletzt fünf Endspiele in Serie verloren. Die 28-Jährige aus Bad Oldesloe dürfte nun vom 40. Platz der Weltrangliste weiter nach vorn rücken und sich für die US Open in eine gute Ausgangsposition bringen. In das Jahr 2017 war sie noch von Platz 57 aus gestartet.

Im Halbfinale des mit 226 750 Dollar dotierten Turniers hatte sich die an Nummer vier gesetzte Görges im deutschen Duell gegen Andrea Petkovic nach einem Marathon-Match über zweieinhalb Stunden mit 5:7, 6:4, 7:5 durchgesetzt. Bei ihrer neunten Finalteilnahme auf der WTA-Tour wartete am Sonntag (Ortszeit) die Russin Jekaterina Makarowa.

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