Klein aber fein…

Die Asian University am Rande von Pattaya

Nur 20 Kilometer außerhalb Pattayas am Highway 331 Richtung Rayong gelegen: die Asian University.
Nur 20 Kilometer außerhalb Pattayas am Highway 331 Richtung Rayong gelegen: die Asian University.

Gemäß Karte sind es von Jomtien aus eigentlich nur 20 Kilometer bis zur Asian University, aber die gefühlte Entfernung ist mindestens doppelt so groß. Die Uni liegt inmitten eines ausgedehnten, leicht ansteigenden Waldstücks, südöstlich von Pattaya am Highway 331 Richtung Rayong, mit einem traumhaften Ausblick auf die Hochhäuser entlang der Jomtien Beach Road.

Dr. Salam A. Hoshang, Associate Dean der Faculty of Business, empfängt mich am Eingang des Hauptgebäudes, dessen elegante Auffahrt ebenso gut zu einem der großen internationalen Hotels der Stadt gehören könnte. Der smarte Kuwaiti mit deutscher Staatsbürgerschaft hat in Heidelberg studiert und fast 30 Jahre in Deutschland gelebt, bevor er dem Ruf an die Asian University folgte. Ganz nebenbei gibt er noch alle zwei Monate eine aufwendig gestaltete Hochglanzbroschüre mit Namen "RELAX" heraus, ein Journal für "Expats & Tourists Looking for Quality".

Im Dezember 1993 ins Leben gerufen, ist die Asian University neben den übrigen circa 160 Universitäten in Thailand eine der circa 60 privaten Universitäten und Colleges des Landes. Sie ist jedoch die einzige, die für sich in Anspruch nehmen kann, die erste gewesen zu sein, die auf eine völlig internationale Zusammensetzung verweisen konnte. Von dem circa 60 Personen umfassenden Lehrkörper sind über 70 Prozent so genannte "native English speakers", d.h., ihre Muttersprache ist Englisch.

Die feierliche Eröffnung der Universität fand am 5. März 1999 durch Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn statt, die zur Erinnerung an diesen Tag im Atrium des Hauptgebäudes einen Baum pflanzte.

Studenten der Asian University.
Studenten der Asian University.

Dr. Salam führt mich unverzüglich in das Büro von Dr. Viphandh Roengpithya, dem Präsidenten der Asian University. Meinetwegen unterbricht er eine Besprechung mit ein paar Vertretern einer Werbefirma, die für seine Universität einen Werbespot drehen soll.

"Wenn wir in einer zunehmend globalisierten Welt mit ihren unvergleichlichen Herausforderungen an den menschlichen Geist unserem Anspruch gerecht werden wollen, eine der aufstrebenden Universitäten Thailands mit höchstem Qualitätsanspruch zu sein, dann müssen wir unsere Vorzüge auch etwas mehr in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken", so der Präsident.

"Ich komme selbst aus bescheidenen Verhältnissen und habe seinerzeit mit einem Stipendium der thailändischen Regierung am Imperial College in London studieren können. Damals mussten wir 400 bis 500 englische Pfund Studiengebühren pro Jahr bezahlen, heute sind es bis zu 30.000 Pfund."

Nach einer erfolgreichen Karriere als Geschäftsmann, davon viele Jahre im Ausland, habe er festgestellt, dass in Thailand mehr für die Ausbildung des akademischen Nachwuchses getan werden müsse:

"Damals habe ich mir gesagt, so etwas wie das Imperial College müssten wir in Thailand auch haben. Aus diesem Grund habe ich 1993 mit dessen Rektor, Lord Ronald Oxburgh, in Bangkok ein Memorandum unterzeichnet, mit dem wir quasi den Grundstein für die jetzige Universität gelegt haben."

Gründer und bis heute der Präsident der Asian University: Dr. Viphandh Peongpithya.
Gründer und bis heute der Präsident der Asian University: Dr. Viphandh Peongpithya.

Dr. Viphandh ist nicht nur der Gründer der Asian University und mit seinen 70 Jahren bis heute deren Präsident, sondern er ist zugleich auch selbst deren größter Sponsor. Immerhin war sein Schwiegervater kein geringerer als der 2004 verstorbene Dr. Chaijudh Karnasuta, neben dem Italiener Giorgio Berlingieri 1955 einer der beiden Begründer der Italthai-Gruppe, die inzwischen als ItalienThai Development PLC (ITD) zur größten Baufirma für Infrastruktur in Thailand herangewachsen ist. In der Hotelindustrie gehören außerdem die 16 Häuser der Amari-Gruppe dazu.

Ihren Studenten bietet die Asian University heute im Rahmen des Undergraduate Programms den Bachelor of Business Administration (BBA) an, den Bachelor of Engineering (BEng), den Bachelor of Science (BA) sowie den Bachelor of Arts (BA). Die Graduate Programme erstrecken sich auf Master of Business Administration (MBA), Master of Science in Management (MSc) sowie Master of Education (Med). Alle Abschlüsse sind international anerkannt. Kooperationsabkommen gibt es mit einer ganzen Reihe ausländischer Universitäten z.B. in Australien, den USA, oder China und nicht zuletzt auch in Deutschland (Worms und Mannheim). Die Unterrichtssprache ist Englisch. Die augenblicklich 325 Studenten sind zu zwei Dritteln Thais, die übrigen kommen aus 17 unterschiedlichen Ländern. Sie werden von rund 60 Lehrern unterrichtet. Das bedeutet, dass auf fünf bis sechs Studenten jeweils ein Lehrer kommt! Angesichts der überfüllten Hörsäle an den westlichen Universitäten eine geradezu optimale Ausgangslage! Nicht zu vergessen, die zur Verfügung stehenden Unterkünfte für alle Studenten auf dem Campus. Von solchen äußeren Rahmenbedingungen können die Betroffenen eigentlich nur träumen.

Aber, solche Studienbedingungen haben natürlich ihren Preis: jeder Student bezahlt augenblicklich 300.000 thailändische Baht (circa 6.500 Euros) pro Jahr. Hinzu kommen die Kosten für die Unterkunft, 60.000 Baht pro Jahr, und die Lernmittel, die noch einmal mit 5.000 Baht pro Semester zu Buche schlagen. Für einen thailändischen Studenten unerschwinglich?

"Keineswegs…", so Dr. Viphandh, "…sehen Sie, wir haben etwa 10.000 thailändische Studenten in Übersee, von denen nur ein verschwindend geringer Prozentsatz ein Stipendium besitzt. Der überwiegende Anteil muss sein Studium selbst finanzieren oder sich von der Familie finanzieren lassen. Wenn nur zehn Prozent dieser Anzahl zu uns käme, wäre ich glücklich."

Prof. Prayoon Tosanguan, Dean der Faculty of Business.
Prof. Prayoon Tosanguan, Dean der Faculty of Business.

In bescheidenem Rahmen wird an der Asian University auch Forschung betrieben, aber in erster Linie sind wir eine Hochschule, an der die Lehre Vorrang hat", so Asst. Prof. Prayoon Tosanguan, Dean der Faculty of Business. Mit seinen 60 Jahren hat auch er bereits ein ausgesprochen erfolgreiches Berufsleben hinter sich. Zu den Stationen seines Lebens gehören u.a. vierzehn Jahre Citi Bank sowie drei Jahre Merrill Lynch, und sogar der deutsche Energieriese RWE gehörte einmal zu seinen Arbeitgebern.

"Schauen Sie, ich habe in meinem Leben die Chance gehabt, so viel lernen zu dürfen. Jetzt möchte ich etwas davon an die jungen Menschen dieser Universität zurückgeben!"

Man fühlt, hier sind Idealisten bei der Sache!

Noch einmal zurück zu Dr. Viphandh. Irgendwann möchte er zwischen 3000 und 5000 Studenten an "seiner" Universität sehen, denn das 200 Hektar große Gelände bietet noch viel Platz. Ein ausgedehnter Sportkomplex, darunter auch ein Fußballplatz, existiert bereits. Der Wahlslogan von Barak Obama "…yes, we can!" hat es ihm besonders angetan, und er fügt von sich aus noch hinzu "…and we will!" Schließlich: Das Studium an der Asian University scheint sich im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt zu machen: während Studenten der öffentlichen Hochschulen später eine anfängliche Verdiensterwartung von monatlich circa 7.000 Baht haben, dürfen Absolventen der Asian University mit rund 15.000 Baht Monatsverdienst rechnen. Ein kluger Kopf hat ausgerechnet, dass das, auf ein komplettes Berufsleben übertragen, einen Unterschied von circa 50 Mio. Baht ausmacht.

In den Sommermonaten bietet die Asian University zusätzlich ein spezielles "Summer University Programme" an, das von Studenten aus aller Welt genutzt werden kann, die während ihrer Semesterferien daheim vor Ort ihr Wissen über Asien und Thailand vertiefen wollen. Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Programm ist ein Mindestalter von 20 Jahren sowie der Abschluss mindestens des 2. Studienjahrs an der heimischen Universität oder vergleichbar. In diesem Jahr wird das Sommerprogramm vom 3. bis 23. August stattfinden. Insgesamt werden sechs Module angeboten: English Language, Cross Cultural Management and Communication in Asia, Asian Culture and Philosophy, Tourism, International Business – an Asian Perspective sowie Emerging Economies in Asia. Die Kosten für die Teilnahme an einem dieser Module belaufen sich auf 900 bis maximal 1400 Euro. Integraler Bestandteil und im Preis inbegriffen sind neben Kost und Logis auf dem Campus auch jeweils u.a. eine Übernachtung auf der Koh Samet sowie Hotelaufenthalte am Strand von Pattaya und in der Hauptstadt Bangkok.

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