Kampf gegen den Plastikmüll

Foto: epa/Luong Thai Linh
Foto: epa/Luong Thai Linh

BANGKOK: Die Regierung will mit Unterstützung des Einzelhandels den täglich anfallenden Plastikmüll reduzieren.

Langfristig sollen Geschäfte keine Plastiktüten mehr an Kunden abgeben. Das bedarf allerdings einer langen Umgewöhnungszeit. Als erste Schritte soll der Einzelhandel beim Einkauf biologisch abbaubare Tüten und Beutel abgeben und/ oder für jede Plastiktüte eine Gebühr zahlen. Unklar ist, wer die zusätzlichen Kosten übernimmt: der Einzelhandel oder die Kunden? Der Einzelhandelsverband will das Thema am 18. Mai intern diskutieren und sich anschließend mit Vertretern des Finanzministeriums zusammensetzen, heißt es in der „Bangkok Post“.

Für das letzte Jahr wurde in Thailand ein Müllaufkommen von 27,4 Millionen Tonnen gemeldet. Davon waren zwei Millionen Tonnen Plastik. Und 13 Prozent des in 2015 im Meer gelandeten Abfalls war Plastikmüll. Nach der Statistik gebrauchen Bangkoker jeden Tag 8,7 Plastiktüten.

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Leserkommentare

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Hansruedi Bütler 18.05.18 10:56
@sili 15.05.18 19:01
Eigentlich wollte ich dazu nichts schreiben, aber es finden sich zu viele nicht korrekte Angaben im Kommentar. So werden in der EU 27% des Abfalls recycelt, 20% in Energie umgewandelt und 15% kompostiert. Weiter werden 4% verbrannt und 34% deponiert/abgelagert. "Dass Deutschland bis Ende letzten Jahres einen teil ihres Abfalls nach China verschifft hatte,weil die Kapazität zu klein war oder immer noch ist wird einfach verschwiegen." Auch dies trifft so nicht zu. China hat die weltweiten größten und modernsten Recycling-Anlagen und hatte für deren wirtschaftlichen Betrieb nicht genügend eigenen Kunststoffabfall gesammelt. Um dieses Dilemma zu beheben hat China in der ganzen westlichen Welt, wo Kunststoffe gesammelt wurden, möglichst viel aufgekauft. Das ging zeitweise so weit, dass nicht nur ganze Lager (auch in der CH) von den Chinesen aufgekauft wurden und sogar von organisierten Sammlern die staatlichen Kunststoffsammelstellen vor der eigentlichen Entleerung geplündert wurden! So konnten die Anlagen in China gewinnbringend arbeiten und stetig verbessert werden. Heute stellt China die besten und technologisch auf höchstem Niveau käuflichen Anlagen her. Um in China der eigenen Abfallberge Herr zu werden, wurde per staatliches Dekret verboten, Abfall aus dem Ausland zu importieren. Wir CHer produzieren pro Kopf am meisten Abfall in Europa, haben aber auch die höchsten Recyclingraten! Derzeit verursachen noch die Industrieländer in Europa und Nordamerika den meisten Müll.
Hansruedi Bütler 16.05.18 22:37
@Ingo & Mike Dong
Ingo & Mike Dong : Keine Ursache. Allzu viele fallen auf die Werbetricks aus Wirtschaft und Kommerz herein. Die hiesige Politik lanciert dies Art vom Werbung, da so der Konsument optimal an der Nase herumgeführt werden kann. Der Konsument hat ein gutes Gewissen und die Regierung weniger Entsorgungsprobleme, weiß sie doch, dass der meiste Müll in der Natur (Wald, Fluss und Meer) landet und dort dank dem chemischen Trick teilweise schnell zu Mikroplastik zerfällt. Der nicht aktivierte Kunststoff wird je nachdem Jahrzehntelang herumdümpeln! Die hiesige politische Gesellschaft sowie der Verbraucher sind sich der immensen Gefahr nicht bewusst die vom Mikroplastik ausgeht. Man stelle sich die Quadratkilometer großen Müllteppiche im Ozean vor, welche so in Mikrokunststoffe zerfallen!!! Mike Dong: Danke für den Hinweis. Das Beschleunigen einer Reaktion im Labor ist normalerweise durch Steigerung der Temperatur sehr erwünscht. Die Faustregel besagt, dass sich bei einer Temperaturerhöhung von 10 Grad die Reaktionsgeschwindigkeit verdoppelt bis vervierfacht! Somit haben wir den perfekten Zustand für den Mikrokunststoff-Salat!
Norbert Kurt Leupi 16.05.18 22:30
Kampf gegen Müll....
im besonderen gegen Plastik ! Die hohe Verehrung die unsere Vorfahren dem reinen Wasser als " Lebensquelle " entgegenbrachten , ist nur noch in der vergilbten Erinnerung an Nymphen und Sagen und Märchen enthalten ! Kein Volk hätte früher seine Abfälle in die eigene Trinkwasserversorgung oder in diejenige anderer geschüttet ! Früher stand für das Verbrechen der " Brunnenvergiftung " die Todesstrafe ! Ernüchternd ist auch , dass immer mehr " Siebengescheite " , die Pattaya wegen dem Nachleben zur Sex-City degradierten , nun allmählich zur Einsicht kommen , dass " Müll und Umweltverschmutzung ", die grössere Schande ist für die Fun-City , als die nächtlichen Ausschweifungen jeder genüsslichen Art !
Della Valle Stefan 16.05.18 12:05
Plastkverbot
Die Umgewöhnungszeit wird mindestens 100 Jahre dauern ......
Mike Dong 16.05.18 12:05
@Hr.Bütler / Plastiktüten
Danke für die Erläuterung. Nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Nur eins würde ich gerne noch hinzufügen. Der Prozess läuft bei wärmeren Temperaturen noch schneller ab, dIe Rückstände erreichen die Nahrungskette also schneller u die Zeit zum "Aufsammeln" ist wesentlich kürzer. Wenn ich mich nicht täusche, sind auch die Reissäcke aus ähnlichem Material gemacht. Die zerbröseln ebenfalls. Die werden ja auch mit Sand gefüllt zur Bekämpfung von Erosion verwendet. Guter Mix für Fische. Soweit zu "bio-degradable".