Iran hofft auf Europa

Der iranische Präsident Hassan Ruhani. Foto: epa/
Der iranische Präsident Hassan Ruhani. Foto: epa/

LONDON/TEHERAN (dpa) - Im Atomstreit mit US-Präsident Donald Trump hofft der Iran besonders auf die Unterstützung Europas.

«Wir setzen auf die Europäer und bis jetzt waren die Signale diesbezüglich ja auch positiv», sagte Vizepräsident und Atomchef Ali Akbar Salehi laut Nachrichtenagentur IRNA am Donnerstag. Wichtig sei jedoch, dass die Europäer sich auch im Ernstfall gegen die USA und auf die Seite des Irans stellen werden, so der Atomchef nach einem Treffen mit dem britischen Außenminister Boris Johnson in London.

Auch für Beobachter in Teheran ist die Reaktion der anderen Verhandlungspartner - China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland - wichtiger als die bevorstehende Entscheidung Trumps über das Wiener Atomabkommen von 2015. Besonders wichtig ist dabei die Position des EU-Trios und wie konsequent Berlin, London und Paris den Deal gegen die USA und Trump verteidigen werden.

Laut Salehi habe der Atomdeal nicht nur den Streit mit dem Iran beendet, sondern könne auch als Modell für andere internationale Konflikte eingesetzt werden. «Wir wollen daher auch an diesem Deal festhalten, nicht aber um jeden Preis,» so der iranische Atomchef. Wie der Iran bei einem Ausstieg der USA reagieren werde, hänge laut Salehi jedoch davon ab, was genau Trump entscheidet.

Nach Einschätzung des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani steht Trump schon jetzt als Verlierer in diesem Streit fest. «Wenn jemand aus einem internationalen Deal aussteigt, dann ist er der Verlierer, nicht der, der es nicht tut,» sagte er am Mittwoch. Außerdem, so Ruhani, werde man neu beurteilen müssen, «wer nun der Schurkenstaat in der Welt ist». Die USA hat den Iran mehrmals als Schurkenstaat und Teil der Achse des Bösen bezeichnet.

Mit einem Online-Abonnement mehr erfahren!
Abonnieren Sie die FARANG-Onlineausgabe ein Jahr lang zu einem sehr günstigen Preis. Sie erhalten uneingeschränkten Zugriff auf alle Artikel. Zusätzlich können Sie die vollständige Druckausgabe als PDF-Ausgabe herunterladen.

Leserkommentare

Für unabhängige Themen senden Sie einen Leserbrief an die Redaktion. Allgem. Kommentardiskussion

* Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.