Innenminister: Asylbewerber «konzentriert» unterbringen

Foto: epa/Christian Bruna
Foto: epa/Christian Bruna

WIEN (dpa) - Wirbel um die Wortwahl des FPÖ-Innenministers in Österreich: Herbert Kickl hat vorgeschlagen, Asylbewerber künftig «konzentriert» in Grundversorgungszentren unterzubringen. Der Ausdruck sorgte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien und in sozialen Medien für Aufregung. Auf Nachfrage bestritt Kickl, das Wort bewusst in Anlehnung an die NS-Konzentrationslager benutzt zu haben. Er habe mit der Formulierung «keinerlei Provokation intendiert», so Kickl.

Kickl, langjähriger Generalsekretär der rechtspopulistischen FPÖ, gilt als Hardliner und war jahrelang für die teils heftig umstrittenen Werbeslogans der Partei zuständig.

Erst vergangene Woche ruderte FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache nach Kritik von seiner Aussage zur Verschärfung bei der Unterbringung von Asylbewerbern zurück. Strache meinte in einem Interview, Flüchtlinge theoretisch in Kasernen unterbringen zu können. Auch eine Ausgangssperre für Flüchtlinge am Abend und nachts hielt er für denkbar. Einen Tag später meinte er, dass Massenquartiere zur Zeit nicht geplant seien. Vielmehr sei aus dem Interview «aus einer Maus ein Elefant produziert» worden.

Die neue Regierung aus Konservativen und Rechtspopulisten unter Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) steht für eine harte Anti-Migrationslinie.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.

Leserkommentare

Für unabhängige Themen senden Sie einen Leserbrief an die Redaktion. Allgem. Kommentardiskussion

* Pflichtfelder
Wilhelm Fitz 16.01.18 10:53
Asylantenurlaub
Alle Verdachtsfälle sollten konzentriert, ohne Ausgang, usw. untergebracht werden. Es ist allgemein bekannt, dass Asylbewerber auf Urlaub fahren, heim wo sie angeblich verfolgt werden.
Jürgen Franke 14.01.18 12:43
Auch in Deutschland wird eine
Einrichtung gefunden werden müssen, wo minderjährige, allein reisende Jugendliche untergebracht werden können. Die Naziunterstellung in Österreich in dieser Frage war voraussehbar, ist jedoch unsachlich und zudem reichlich primitiv
Zil Zelini 14.01.18 09:14
Vor...
dem Hintergrund des Falles "Anis Amri", der sich als angeblicher "Flüchtling" trotz eines Haftbefehls in Deutschland frei bewegte und auf dem Berliner Breitscheidplatz ein Dutzend Menschen ermordete und einige schwer verletzte, ist es nachvollziehbar und plausibel, zukünftig eine "konzentrierte" Unterbringung von angeblichen "Flüchtlingen" in Erwägung zu ziehen. Hingegen ist es infam, den österreichischen Innenminister mit dem nationalsozialistischen Unrechtsregime in Verbindung zu bringen, wie es aktuell geschieht.
LeO-Friedl Paierl 13.01.18 09:12
Gut so,
irgendwie muss man(n) ja anfangen. Und die Wortwahl "konzentriert" als nationalsozialistisch zu bezeichnen ist lächerlich. Darf es nun auch z.B. keine konzentrierten Säfte mehr geben?!? Dann streicht doch das Wort -wie auch viele andere Wörter- aus dem normalen Sprachgebrauch und dem Duden.