Glencore weist Vorwürfe zurück

Foto: epa/Urs Flueeler
Foto: epa/Urs Flueeler

ZÜRICH (dpa) - Der Schweizer Rohstoffkonzern Glencore hat Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit den «Paradise Papers» zurückgewiesen. So verteidigte das Unternehmen die Zusammenarbeit mit einem israelischen Geschäftsmann bei einem Minen-Geschäft in der Demokratischen Republik Kongo. Ein 45-Millionen-Dollar Kredit an eine von dessen Firmen sei zu «geschäftsüblichen Bedingungen und nach Marktpreisen» zustande gekommen, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Der Israeli war zuvor von Glencore beauftragt worden, den Preis für Schürfrechte an Minen im Kongo mit der dortigen Regierung zu verhandeln. Nach Darstellung des Netzwerks investigativer Journalisten (ICIJ) zeigt der Fall, wie Konzerne einen der Korruption verdächtigten Verhandler einsetzen, um wertvolle Schürfrechte zum Schleuderpreis zu erwerben. Der Geschäftsmann wehrt sich gegen den Verdacht.

Glencore steht nach der Veröffentlichung umfangreicher Daten («Paradise Papers») unter Beschuss. Das Journalisten-Netzwerk hatte 13,4 Millionen Dokumente zu Steuerparadiesen ausgewertet. Dabei tauchten die Namen von mehr als 120 Politikern aus fast 50 Ländern auf, dazu die von Unternehmern und Sportlern. Glencore besitzt nach eigenen Angaben 77,9 Prozent der Katanga-Minen im Kongo. Dort werden unter anderem das für Handys wichtige Kupfer und Kobalt gewonnen.

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